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Schweinepreise: Nicht nur Spekulanten sollen profitieren

18.04.2019

Die Schweinepreise steigen. Dafür sorgt mehr Nachfrage aus China. Ein Problem? Nicht unbedingt, vielleicht auch eine Chance.   

Wenn Futures in die Höhe schießen, ist die Börse in Aufruhr. Derzeit passiert das interessanterweise bei Kaufoptionen auf Schweinefleisch. Wer eine solche hält, darf sich glücklich schätzen. Denn der Preis wird weltweit steigen. Grund ist die in China grassierende afrikanische Schweinegrippe, der dortige Versorgungsengpass und – daraus resultierend – mehr Nachfrage am Weltmarkt. Was heißt das für die Wirte und Kunden? Salopp gesagt: teurere Schnitzel und Schweinsbraten. 

Klingt auf den ersten Blick übel, muss es aber bei näherer Betrachtung gar nicht sein. Wieso? Zunächst dürfen sich einmal die Hersteller, also die Bauern, freuen. Wenn ein Kilo Schweinskarree bereits weniger als ein Packerl Tschick kostet, stimmt mit dem Preis etwas nicht. Fleisch ist zu billig, das unterstreicht nicht nur eine aktuelle Kampagne des WWF, das weiß auch jeder Koch. Der kennt auch die Qualitätsunterschiede, vom Schwund beim anfangs erwähnten Schweinsbraten bis zur Bissqualität.

Kann man beim Kunden mehr verlangen? Man endet oft in einem Dilemma. Wenn in einer Schulkantine bio eingeführt werden soll und bei einer angekündigten Menüpreiserhöhung von 50 Cent der Elternverein Sturm läuft, weiß man, wo das Problem liegt.

Wir sprechen alle von regionaler Versorgung, doch wie viele Gemeinden wollen schon einem Mastbetrieb ansiedeln? Und wer ist wirklich bereit, mehr zu zahlen?   
Und vielleicht liegt gerade hier die Chance, wenn die Preise etwas in die Höhe schießen. Vielleicht hilft ein vorübergehender Anstieg der Preise dabei, dass das Thema mehr Aufmerksamkeit beim Gast bekommt. Daneben ist es jedenfalls ein guter Zeitpunkt, um die Aktivitäten der Kulinarik-Werbung auszubauen. Fleisch ist ein Thema, lasst uns darüber reden! Am Ende sollten nicht nur Spekulanten etwas von der derzeitigen Situation haben.

Autor/in:
Daniel Nutz
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