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Schwieriger Start in die Sommersaison

30.06.2009

Im ersten Monat der laufenden Sommersaison 2009 verzeichnete die Statistik Austria mit 6,27 Mio. Gästenächtigungen einen Rückgang von 11,8 Prozent; 41,6 Prozent der Übernachtungen entfielen dabei auf inländische Gäste. Der Rückgang des inländischen Herkunftsmarktes fiel mit -1,9 Prozent im Vergleich zu den ausländischen Gästenächtigungen mit einem Minus von 17,7 Prozent moderat aus.

Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizweitwirtschaft in der WKÖ

Der Nächtigungsrückgang insgesamt war auf das Nächtigungsaufkommen des wichtigsten Herkunftsmarktes Deutschland zurückzuführen, welches um 22,0% auf 2,03 Mio. Übernachtungen abnahm. Dieser Rückgang wurde nur von Gästen aus dem Vereinigten Königreich übertroffen (-23,8%). Mit Ausnahme von Belgien (+5,7%) und Italien (+0,7%) waren alle wichtigen Herkunftsmärkte rückläufig; Frankreich -10,8%; Niederlande -14,3%; Schweiz -1,2%; USA -16,2%; Russland -11,6%.

Alle Zahlen rückläufig

Im Mai 2009 wurden in allen Unterkunftsarten rückläufige Gästenächtigungen verzeichnet. Hotelbetriebe der 5- bis 4-Stern-Kategorie wiesen einen Rückgang von 11,6 % auf. Besonders deutlich fielen die Nächtigungen in gewerblichen Ferienwohnungen (-17,3%) aus. In Privatquartieren und in privaten Ferienhäusern und Ferienwohnungen lagen die Abnahmen bei -18,8% bzw. -22,9%.
Auch die Zahl der Gästeankünfte spiegelt die rückläufige Tendenz wider. So weist die Zahl der ausländischen Ankünfte ein Minus von 12,3% auf; inländische Ankünfte waren um 4,0% rückläufig. Insgesamt wurden um 9,0% weniger Ankünfte in Beherbergungsbetrieben gemeldet. Betrachtet man das bisherige Kalenderjahr 2009 (Jänner bis Mai) so liegt die Zahl der Übernachtungen mit 55,17 Mio. um 3,9% unter dem Niveau der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Starke Gästetreue im Inland

"41,6 Prozent der Übernachtungen entfielen auf unsere inländischen Gäste. Das moderate Minus von 1,9 Prozent zeigt nach wie vor von einer besonderen Gästetreue gerade in einer wirtschaftlich angespannten Zeit", kommentiert Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft (WKÖ), die heute, Dienstag, von der Statistik Austria präsentierten Zahlen. Gleichzeitig sei der Rückgang der ausländischen Gästenächtigungen (minus 17,7 Prozent) und insbesondere unserer deutschen Gäste (minus 22 Prozent) kein Grund zur Freude.

Trotzdem noch ein hohes Niveau

"Dennoch dürfen wir nicht Äpfel mit Birnen vergleichen", fordert Schenner. "Das Wetter spielt zurzeit nicht mit und im Mai 2008 hatten wir aufgrund der Feiertage einen Jahrtausend-Mai mit 7,1 Millionen Nächtigungen. Das sich das in Zeiten der Wirtschaftskrise schwer toppen lässt, ist klar. Der vergleichbare Mai zum diesjährigen Mai betreffend Wetter und Feiertage war 2006. Damals hatten wir 5,8 Millionen Nächtigungen. Und wir liegen auch noch über dem Mai 2007 mit 6,1 Millionen Nächtigungen. Wir bewegen uns also trotz schwachem Sommerstart nach wie vor auf hohem Niveau. Ich halte es deshalb für problematisch, wenn nun kommuniziert wird, dass der Markt einbricht, wenn hier undifferenziert Zahlen verglichen werden", so Schenner.
Die Österreich Werbung und die Bundesländer investieren gemeinsam über 100 Millionen Euro pro Jahr in die Tourismuswerbung. Schenner abschließend: "An der Werbung liegt es nicht, hier wird viel gemacht! Aber das Wetter kann man sich nicht kaufen, das ist halt so!" (hp)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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