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Seniorenteller sind out

29.01.2013

Wien/Linz. Senioren sind die am schnellsten wachsende Zielgruppe in der Gastronomie. Aber statt der "Seniorenteller" möchte auch diese Zielgruppe laut der con.os tourismus.consulting gmbh. mit Werten sowie einem Mix aus Tradition und Innovation angesprochen werden.

"Die Generation der über 60jährigen wird unter anderem auf Grund des demografischen Wandels immer wichtiger für die Gastronomie. Bereits heute bestreitet sie über 20 Prozent der Gesamtausgaben", erklärt Peter Grander, BA Consultant und Gastroexperte der con.os tourismus.consulting gmbh. Die Durchschnittausgaben der älteren Generation liegen im gastronomischen Bereich bei bis zu 50 Prozent über der Konsumfreude der anderen Altersgruppen.

Die pure Lust am Restaurantbesuch ist die größte Motivation der älteren Generation. Weder Zeitmangel noch Kochunlust, sondern die Freude an Zeit mit Freunden und Familie stehen im Mittelpunkt. Dabei wollen Senioren nicht anders, also als eigene Zielgruppe oder gar als Außenseiter, angesprochen werden. "Senioren haben zwar ihre eigenen Bedürfnisse, möchten jedoch nicht separat wahrgenommen werden. Ausstattung, Geschmack oder Preis sollten im Sinne des Universal Designs zielgruppenübergreifend und gleichzeitig für die alle ansprechend sein", erläutert Grander.

Fünf Expertentipps zur erfolgreichen Ansprache von Senioren

1. Werte und Transparenz
Regionale und saisonale Produkte stehen auch bei den Senioren ganz oben auf dem Speiseplan. Die Herkunft der Produkte und die Nähe zum Produzenten sind auch bei dieser Zielgruppe entscheidend für die Auswahl. Degustationsmöglichkeiten, Kochkurse und Gütesiegel spielen die gleiche Rolle wie bei anderen Zielgruppen. So steht beispielsweise "PUR Südtirol" in Meran für authentische landwirtschaftliche Produkte, ein ehrliches kleines, aber wertiges gastronomisches Angebot und die Möglichkeit, sich von kompetenten Mitarbeitern über die angebotenen Produkte Transparenz zu verschaffen. Ein Konzept, das auch bei der älteren Generation punktet.

2. Tradition trifft Innovation
Grundsätzlich gilt in Bezug auf Senioren: Vorsicht bei Neuentwicklungen! Veränderungen des Konzepts oder im Sortiment sollten "soft" eingeführt und überlegt vollzogen werden. Ältere Zielgruppen können schnell vergrault werden, sie sind "vieles gewohnt". Dennoch sind sie meist durchaus offen für Neues. Angedachte Innovationen sollten deshalb im Kleinen getestet werden, bevor man sie den älteren (Stamm-)Kunden dauerhaft vorsetzt.

3. Universal Design
Regionalität, Innovation, Nachhaltigkeit, Funktionalität und Convinience - das alles in Einklang mit Genuss und Gesundheit zu bringen, zeigt wie komplex die aktuellen gastronomischen Herausforderungen sind. Es besteht die Notwendigkeit auf die Bedürfnisse und Ansprüche einer älter werdenden Gesellschaft einzugehen. Der richtige Weg scheint dabei weniger in einer Abgrenzung bestimmter Gruppen wie jener der älteren Menschen zu liegen, sondern vielmehr im bedachten "Design for all". Dabei werden die Funktionalität und das Design der Ausstattung und Einrichtung in den Vordergrund gestellt. Universal Design richtet sich an Zielgruppen übergreifend an alle Altersklassen. Ein erfolgreiches Gastronomiekonzept designt für alle von 0 bis 99. Hier stellt das Fast-Casual-Konzept Vapiano ein Beispiel mit hohem qualitativem Niveau dar.

4. Ansprache und Kommunikation
Das Selbstverständnis der 60-Jährigen ist längst nicht mehr vereinbar mit dem landläufigen Image der Senioren. Man fühlt sich deutlich jünger, will nicht in die Schublade "Alt" einsortiert und ausgegrenzt werden. Auf der Speisekarte haben deshalb "Seniorenteller" oder "Für Omas und Opas" nichts verloren. Generelle Kommunikation und Bildsprache müssen an die Zielgruppe angepasst werden. Ein angemessener Mix in der Bildsprache von Kindern über Familien bis zu Senioren ist essentiell und spricht gerade die älteren Menschen an.

5. Qualität und Kundentreue
Der Gast über 60 hat vermutlich mehrere hundert Restaurantbesuche  hinter sich und mit den Erfahrungen steigen auch die Ansprüche an Qualität. Wer den Gast über 60 erreicht, überzeugt auch andere Zielgruppen, man vertraut auf Erfahrung. Gäste ab 60 sind deutlich loyaler als Jüngere, sind weniger preissensibel und wenn es ihnen gefällt, kommen sie gerne wieder. Sie sind nicht mehr ständig auf der Suche nach neuem. "Das Konsumverhalten der Gäste über 60 ist besonders interessant für Gastronomen: Die fehlende Krisenanfälligkeit gepaart mit hoher Ausgeh- und Konsumlust stehen für ein attraktives Kundensegment. Es wird Zeit, sich mit dieser Klientel ernsthaft auseinanderzusetzen", ist Grander überzeugt, denn
"aus ehemals sparsamen Kriegsgenerationen sind nun anspruchsvolle Genießer geworden, die sich auch gerne mal einen Hugo gönnen."

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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