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V.l.n.r.: Tourismusdirektor Norbert Kettner, Andreas Otto, Vorstandsmitglied und CCO von Austrian Airlines und Peter Hanke, Amtsführender Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Digitalisierung und Internationale

Share Economy: Ab sofort drohen Verwaltungsstrafen

23.01.2019

Gute Umsatzzahlen und Zufriedenheitswerte durfte Wiens für Tourismus zuständiger Stadtrat bei seiner ersten Jahresbilanz präsentieren. Von Airbnb erwartet man bis Ende Jänner Datensätze mit denen man die Abführung der Ortstaxen kontrollieren kann – sonst drohen Verwaltungsstrafen.  

Umsatzzahlen 2018
Nächtigungen 2018

Peter Hanke durfte in seiner Funktion als Präsident von Wien Tourismus erstmals Zahlen präsentieren. Und gleich ganz gut! Mit 16,5 Millionen Gästenächtigungen (Jänner bis November) stellt Wien einen neuen Rekordwert auf. Gründe für das spektakuläre Ergebnis, hatte bei der Bilanz-Präsentation der sichtlich gut gelaunte Newcomer Hanke ebenso wenig wie der langdienende Tourismusdirektor Norbert Kettner parat. Die (in die Jahresbilanz noch nicht eingerechneten) Dezember-Werte liegen sogar 15 Prozent über dem Vorjahr. Wie auch immer: Die EU-Präsidentschaft dürfte für ein bisschen Rückenwind gesorgt haben.

Wichtigste Botschaft der Wiener Tourismuschefs ist an diesem Tag aber die Tatsache, dass die Umsätze  (+11,8 Prozent) stärker als die Nächtigungen (+6,3 Prozent) stiegen. Ein Beleg, dass der Plan, Wien noch stärker als Premiumdestination zu positionieren, bislang recht gut aufgeht. Über Zahlen redet man gerne, wenn diese sehr gut sind, das merkte man auch bei Kettner und Hanke. Die Frage ist aber auch immer, welche Zahlen man heranzieht. In der gerade entstehenden Tourismusstrategie 2025 könnte man ganz auf Nächtigungsziele verzichten, lässt Kettner anklingen. Das wäre konsequent, wenn man Qualität vor Quantität setzt.

Brennpunkt: Öffnungszeiten

Etwas weniger eitel Wonne gibt es klarerweise beim Thema Overtourism – das zuletzt auch in TV-Sendungen recht breit diskutiert wurde. Allerdings hat Wien Tourismus als Beruhigungspille hier seit einiger Zeit eine Bevölkerungsbefragung laufen (Stichprobe von 3000 Personen jährlich). Kettners Interpretation der Zahlen: 94 Prozent der Wiener sind – weiterhin – dem Tourismus positiv gesinnt.

Kettner und Stadtrat Hanke, das neue Team für Wiens Tourismus, legten auch gleich eine Demonstration ab, wie sie mit Konfliktthemen umgehen. Beim Thema Tourismuszonen und Sonntagsöffnung zeigte Hanke (SPÖ) – der in der eigenen Partei den  Widerstand des Arbeitnehmerflügels zu berücksichtigen hat – eine gewisse Bewegungsbereitschaft. Allerdings nicht zu schnell. Kettner, der als Befürworter liberalerer Öffnungszeiten für touristisch relevante Bereiche gilt, gibt sich hier seinem Stadtrat gegenüber konsensorientiert. Das Thema habe nicht die oberste Priorität. Soll wohl heißen: Man wird einen gemeinsamen Beschluss mit Vertretern von Arbeitnehmern und Wirtschaftskammer suchen.

Airnbnb: Verwaltungsstrafe droht

Auf keinen Nenner kam Wien bekanntlich bei den Verhandlungen über die Übermittlung von Daten zur Kontrolle der Abführung der Ortstaxe mit dem Zimmervermittler Airbnb. Die Verhandlungen wurden von Seiten der Stadt Wien im Herbst abgebrochen. Hanke: „Airbnb hat noch bis Ende Jänner Zeit, uns die Datensätze zu übermitteln. Passiert das nicht, gibt es Verwaltungsstrafen.“

Autor/in:
Daniel Nutz
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