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Shoppen & Schlemmen

18.11.2005

Im Europark Salzburg, dem größten Shopping-Center Österreichs, spielt die gehobene Gastronomie nicht Lückenfüller, sondern die erste Geige und wurde bewusst in Frequenzlagen angesiedelt.

Der Europark Salzburg ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1997 eines der erfolgreichsten und innovativsten Shopping-Center in Österreich. Mit der nun vom römischen Star-Architekten Massimiliano Fuksas geplanten Erweiterung setzt der Europark die neue Benchmark in der europäischen Shopping-Center-Branche.
Das Shopping-Center wurde von bisher 80 auf 130 erlesene Shops, Cafés und Restaurants erweitert, womit eine völlig neue Dimension des Einkaufs- und Genussvergnügens beginnt.
Kein Lückenfüller
Anders als in vielen Einkaufszentren gibt es im Europark keinen Food-Court, sondern ein vielfältiges gastronomisches Angebot, das sich über das ganze Haus verteilt. „Schon bisher waren in Salzburgs schönstem Shopping-Center Dutzende erstklassige Cafés und Restaurants versammelt – in den letzten neun Jahren musste kein Gastro-Betrieb ausgetauscht werden. Diese Idee hat sich bewährt und wird fortgesetzt. Bei uns hat die Gastronomie einen besonders hohen Stellenwert. Als wir den Ausbau des Europarks planten, wurde zuerst der Verkehrsplan erstellt, gefolgt vom Grundrissplan, in den zuerst die Gastrolokale platziert und dann erst die Handelsunternehmen eingefügt wurden“, erklärt Christoph Andexlinger, Europark-Center-Manager. Die Gastronomie im Europark ist kein Lückenfüller, sondern zur Grundversorgung der Leute bewusst in Frequenzlagen und an Verkehrsknotenpunkten integriert worden. „Viele Systemgastronomen wollten in den Euro-park, aber wir wollten nicht fünf Italiener und neun Coffeeshops, sondern Vielfalt und ein gastronomisches Up-grading. Deutlich erweitert wurde das gastronomische Angebot, wobei mit Ausnahme des Nordsee-Restaurants alle neuen Cafés, Bars und Restaurants von führenden Salzburger Gastronomen betrieben werden.

Sie haben ihre Konzepte dem Shopping-Center angepasst, und ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem ‚magazin:o‘ ein Lokal haben, das sicherlich bald mit zwei Hauben ausgezeichnet werden wird“, so Andexlinger. „Wir mussten niemanden in den Europark locken; es war eher umgekehrt, wir mussten aus 50 Bewerbern die richtigen Mieter oder besser gesagt Partner auswählen, wobei wir je nach Gastro-Typ unterschiedliche Mietverträge abschließen. Abgelaufene Verträge werden auch problemlos verlängert, wenn das Konzept passt. Wir stellten den Gastronomen ein Grundlokal mit allen Anschlüssen zur Verfügung, das sie individuell gestalteten. Die einzigartige Architektur des Europarks findet seine architektonische Fortsetzung in den Lokalen“, sieht sich Christoph Andexlinger auch als Partner der Gastronomen.
Eine der zahlreichen Gastro-Innovationen ist die Crush-Saftbar, die von einem internationalen Architektenteam aus London eigens für den Europark entworfen wurde; neben Heissenberger Tee & Kaffee wird in „teko the brunch“ den ganzen Tag eine große Auswahl an Frühstücks-Variationen serviert. „Wir wollten, dass alle Leute, egal ob Arbeiter oder Akademiker, in den Gastronomiebetrieben nicht nur kurz sitzen bleiben, sondern sich wohl fühlen und wiederkommen. Und ich wage heute, knapp vier Wochen nach der Eröffnung, zu behaupten, dass uns dies bestens gelungen ist: Der Euro-park ist Treffpunkt der Städter und hat sich durch seine gute Verkehrsanbindung bereits als Treffpunkt für Geschäftsbesprechungen etabliert“, freut sich Christoph Andexlinger. Derzeit sind die Gastronomen an die Öffnungszeiten des Shopping- Centers gebunden, das Montag bis Freitag von 9 bis 19.30 Uhr und am Samstag von 9 bis 17 Uhr geöffnet hat. Einige Cafés sperren bereits um 8 Uhr auf. Rossbräu und Casa Miguel halten durch ihre besonderen Standorte bis 1 Uhr nachts offen.
Stadtflucht in den Europark?
„Ich glaube, dass es in Zukunft zu keiner Kundenabwanderung von der Stadt in den Europark geben wird. Der Salzburger selbst, aber auch die Touristen, die die Altstadt besichtigen, werden nicht extra zum Essen oder auf ein Bier in den Europark fahren“, ist Markus Hofmann, Geschäftsführer der Fachgruppe Gastronomie in Salzburg, überzeugt. „Es werden eher die Leute, die zum Shoppen hinausfahren, das gastronomische Angebot nützen. Im Shopping-Center selbst sind ja auch Stadtgastronomen wie die Katterbauers, Heiner Raschhofer oder Johannes Brandstätter vertreten. Ich glaube kaum, dass sie sich selbst eine Konkurrenz zu ihren Innenstadt-Lokalen schaffen“, meint Hofmann. „Der Europark gehört, obwohl er auf einem eigenen großen Areal steht, zur Stadt Salzburg, und wir sehen uns auch als Teil der Stadt, die dadurch ein gastronomisch noch besseres Angebot erhält“, meint Christoph Andexlinger.
Kulinarischer Mix
Vor knapp zwei Jahren haben Claudia und Raimund Katterbauer ihren genussvollen Mikrokosmos in der Augustinergasse in Salzburg aus der Taufe gehoben – binnen weniger Monate ist das „magazin:“ zu einer der heißesten Gastronomieadressen Österreichs aufgestiegen. Nun haben die beiden umtriebigen Gastronomen ihr nächstes Genussparadies, das „magazin:o“ – der neue Italiener mit Haubeniveau im Europark – eröffnet. „Für uns ist die italienische Küche die beste: Sie ist so geschmackvoll, fröhlich, vielfältig und bekömmlich wie keine andere auf der Welt. Statt Schnick-Schnack auf dem Teller möchten wir unseren Gästen bodenständige italienische Gerichte bieten. Basis ist perfekte Produktqualität“, erläutern die Katterbauers, ausgezeichnet mit einem Stern im Guide Michelin und einer Haube im Guide Gault Millau, ihre Küchenphilosophie. So serviert Küchenchef Marcus Radauer zum Frühstück italienische Eierspeise mit Tomaten und Basilikum, mittags und abends gibt es dann klassische Pasta- und Risottovariationen, frischen Fisch, Meeresfrüchte oder geschmortes Lamm mit Oliven.
„Der Europark ist eine kleine Stadt. In perfekt gemanagten Shopping-Malls liegt die Zukunft – sie vereinen Einkauf, Kulinarik, Erlebnis und Kultur“, ist Werner Dragovits von der Casa Miguel überzeugt, der nicht an die Öffnungszeiten des Shopping-Centers gebunden ist. Das mediterrane Restaurant mit Schauküche und Tapas-Bar ist auch über einen Seiteneingang zugänglich und kann daher länger als die anderen, nämlich bis 1 Uhr nachts, offen halten. „Ohne Werbung entdeckten die Leute das Lokal und genießen bei einer Tasse Kaffee – wir verkaufen täglich 700 bis 800 Tassen – den Blick sowohl auf die Festung Hohensalzburg als auch auf Maria Plain“, freut sich Werner Dragovits. Das Besondere an der Casa Miguel ist die angeschlossene spanische Feinkost, wo vor Ort exklusive Delikatessen konsumiert und für zu Hause gekauft werden können.
Gesundes Fastfood
Ein Mieter der ersten Stunde im Europark ist Szene-Gastronom Heiner Raschhofer. Im „Indigo“ wird gesundes Fastfood serviert. „Wir möchten das Essen schnell servieren, damit der Gast mit Muße essen kann“, erklärt Raschhofer, der vorwiegend asiatische Leckerbissen – Tomaten-Kokossuppe, Sushi und Currys – serviert. „Bei uns gibt es die ‚magische‘ Kohlsuppe. Wir unterstützen damit unsere Gäste, einen Entschlackungstag einzulegen“, so Raschhofer.
„Trendig, stylish, urban und modern und doch ein Wiener Kaffeehaus, so würde ich das Café Bazar im Europark beschreiben. Das Wiener Kaffee besteht nicht nur aus Plüschatmosphäre, Parkettboden und Thonetsesseln. Die Wohnzimmeratmosphäre kann ich auch zeitgemäß interpretieren“, erklärt Johannes Brandstätter: Mit einer großen eleganten Stehbar wie in Italien, grooviger Hintergrundmusik, mit coolem Design, orangen Vitra-Stühlen, mit einer acht Meter hohen Glasfassade, mit echten Bäumen und riesiger Videowall. „Ich wollte das Original, das traditionell gewachsene Café Bazar in der Altstadt, nicht kopieren. In ein neues Gebäude sollte ein unserer Zeit entsprechend eingerichtetes Café integriert werden, das aber seine Verwandtschaft nicht leugnen soll. Wir kochen alles frisch, kommen ohne Convenience-Produkte aus, pflegen die leichte, österreichische Küche und machen Asien zum Thema“, philosophiert Brandstätter über die neu-alte Kaffeehaustradition.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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