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1 Million Besucher werden zu den Veranstaltungen der Europride erwartet.

Sind Sie gay-friendly?

03.04.2019

George Clooney ruft zum Boykott eines Hotel-Investors auf, weil der als Sultan von Brunei Homosexuelle hinrichten lässt. In Wien freut man sich unterdessen auf die Euro-Pride. 

Ist Urlaub politisch, geht es dabei (auch) um Moral? Daran scheiden sich die Geister. Da gibt es die All-inclusive-Fraktion, der das Ausspannen und Augen(ver-)schließen reicht. Was soll ich mich im Urlaub um die Welt scheren? Geh, bitte! Dann gibt es Leute, denen es nicht ganz wurscht ist. Hollywood-Star George Clooney spricht sie an, indem er zum Boykott der Hotelkette des in Brunei herrschenden Sultans Hassanal Bolkiah aufruft. Dieser führte in seinem Kleinstaat tatsächlich die Todesstrafe für Homosexuelle – via Steinigung! – ein. Mörderische Regime könne man kaum ändern, aber man kann sie boykottieren und Banken und Unternehmen, die mit ihnen Geschäfte machen, an den Pranger stellen, so Clooney. 

In Wien bereitet man sich indes auf die größte Veranstaltung der schwul-lesbischen Community in ganz Europa vor. Die „Europride“ wird im Juni rund eine Million Gäste nach Wien holen, die Hälfte sind Auswärtige. Die ÖGZ sprach unlängst auf einer Podiumsdiskussion der Wiener Wirtschaftskammer und der Queer Business Women darüber, wie Zielgruppenmarketing für die sogenannte LGBT-Community betrieben werden kann. Wien Tourismus und die ÖW sind mit Kampagnen sehr erfolgreich, viele Hotels sind mittlerweile als gay-friendly gelistet. Angesichts des Großevents (mit etwa gleich vielen Gästen wie die Euro 2008) scheint es aber noch relativ viel Potenzial zu geben. Es lohnt sich jedenfalls: Laut Erhebung, handelt es sich bei der LGBT-Community um eine kultur-affine, reisefreudige und besonders kaufkräftige Zielgruppe.

Autor/in:
Daniel Nutz
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