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Die neue chinesische Mittelschicht bietet viel Potenzial.

Sinn, Service und Mobile Payment

11.10.2018

Das sind die Erwartungen der „neuen“ chinesischen Gäste an ihr Urlaubsland. Und hier kann Österreich punkten. Deshalb setzt die Österreich Werbung auf den Boommarkt China.

Im Jahr 2022 finden in Peking die Olympischen Winterspiele statt. Obwohl (oder gerade weil) China sich bislang noch keinen Namen als Wintersportdestination machen konnte. Man setzt auf das Wachstums-
potenzial. Staatspräsident Xi Jinping verspricht 300 Millionen neue Skifahrer. Realistischere Schätzungen gehen von 50 Millionen aus. In China sprießen neue Skiresorts aus dem Boden – und österreichische Unternehmen wie Doppelmayr oder Axess mischen kräftig mit. Allerdings sind die chinesischen Skifahrer noch nicht so recht begeistert: Chinesische Skigebiete sind nicht schneesicher, teuer, und gute Skischulen gibt es auch nicht.
Das ist die zweite große Chance für Österreich: Sollen die doch lieber bei uns Ski fahren! China ist mit 900.000 Ankünften (+23 %) und 1,3 Mio. Nächtigungen (+25 %) im Jahr 2017 schon jetzt der wichtigste asiatische Herkunftsmarkt mit dem größten Wachstumspotenzial. Allerdings kommen die Chinesen bislang lieber im Sommer und bleiben auch im Schnitt nur 1,4 Tage. Und sie treten überwiegend in Gruppen auf, die in aller Eile wie früher die Japaner die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abklappern und (nur) im Tax-Free-Shop einkaufen.

Chinesische Ostküste

Das soll sich aber ändern. Es gibt eine neue touristische Zielgruppe: Die gut verdienenden Bewohner der Großstädte Peking und Shanghai sowie die 120 Millionen Einwohner am Perl-flussdelta (Greater Bay Area). „Dieser neuen Zielgruppe geht es auf einer Europareise um das Ausbrechen aus dem meist sehr intensiven Leben in Chinas Megametropolen und dem Sammeln von neuen persönlichen Erfahrungen“, weiß Emanuel Lehner-Telic, Region Manager Asien der Österreich Werbung. Sie reisen nicht in Gruppen, sondern mit Familie oder Freunden und möchten sich ihrer Destination intensiver widmen, auch einmal einfach nur die Seele baumeln lassen. Sie interessiert Kultur, Kulinarik und Natur. Und die kann Österreich ihnen bieten.

WeChat

Und sie buchen am liebsten individuell über Online-Plattformen. „Rund 80 % der Reisen werden über Internet recherchiert“, sagt Lehner-Telic. Deshalb gewinne die Universal-App WeChat des chinesischen Internetgiganten Tencent immer mehr an Bedeutung. 
Die ÖW betreibt seit 2014 einen WeChat-Account. Seit einigen Monaten zählt der B2C-WeChat-Kanal (austria-travel) zu den beliebtesten Accounts aller in China vertretenen Urlaubsländer. Im Juli führte er sogar das Ranking der Pekinger Social-Media-Agentur Dragon Trail an. Ende August verlagerte die ÖW Peking auch ihre digitale B2B-Kommunikation auf WeChat und versorgt seither die chinesische Reisebranche regelmäßig mit Infos zum Urlaubsland Österreich. Man muss wissen, dass die chinesische Regierung das Internet zensiert: Google, Twitter oder Facebook sind in China gesperrt.

Mobile Payment

Die wichtigste Funktion von WeChat ist mittlerweile die Bezahlfunktion WeChat Pay. Über das Scannen von QR-Codes kann von kleinen Snacks bis hin zu einer Reise alles bezahlt werden. WeChat Pay ist neben dem Konkurrenten Alipay von Alibaba das mit Abstand beliebteste Zahlungsmittel in China – weit vor Bargeld. „Deshalb ist das Mobile Payment für den Tourismusstandort Österreich von essenzieller Bedeutung, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können“, sagt Lehner-Telic. Und ÖW-Chefin Petra Stolba ergänzt: „Wir wollen als ÖW die Chancen und Möglichkeiten des Mobile Payments tatkräftig in die Branche mit hineintragen und sie damit bei der digitalen Transformation grundlegend unterstützen.“  

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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