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Skigebiete setzen auf Komfort

27.10.2016

Österreichs Skigebiete setzen auf Zusammenarbeit und investieren in Qualität. Schneesicherheit, Größe, Komfort und zielgruppenspezifische Angebote sind entscheidend 

Mit der Datenskibrille navigiert man durch Ski amadé

Die letzte Saison war eine gute: Die Pinzgauer Skigebiete Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn, Schmitten und Kitzsteinhorn verzeichneten einen Rekordumsatz von 136 Millionen Euro und 4,1 Millionen Skifahrertage. Österreichs größter Skiverbund Ski amadé kam auf 225 Millionen und 7,7 Mio. Skifahrertage. „Wintersport ist DAS Hauptmotiv für einen Skiurlaub und Schnee die wichtigste Basis dafür“, sagt Ferdinand Eder, Obmann des FV der Salzburger Seilbahnen. „Es muss unser Ziel sein, die von den Gästen geforderte Schneesicherheit und damit auch den Wintertourismus in unserer Region noch stärker abzusichern.“ 

Im Pinzgau, wo sich Saalbach-Hinterglemm-Leogang 2015 mit dem Tiroler Nachbarn Fieberbrunn zusammengeschlossen hat, wurden in den letzten 14 Jahren 590 Mio. Euro in den Komfort der Seilbahn- und Liftanlagen, in schneesichere Pisten sowie innovative Angebote wie Snowparks, Freeride-routen, Themen- und Nachtpisten sowie Winterwanderwege oder Panoramaplätze investiert. Heuer sorgen in Saalbach-Hinterglemm zwei neue 10er-Kabinenbahnen für weniger Wartezeiten. Am Kitzsteinhorn gibt es die neue Schmiedingerbahn, Salzburgs höchstgelegene Sesselbahn. Die Schmittenhöhebahn bietet die Zehn-Personen-Umlaufkabinenbahn zellamseeXpress – inklusive sechs Jukeboxx-Gondeln mit Multimedia-Soundsystem und kostenlosem WLAN: angeblich eine Weltneuheit. Die Bahn dient auch zur Anbindung ins Glemmtal und damit zum Einstieg in den Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn. „Der Trend geht in Richtung Großskiraumgebiete“, sagt Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahn AG.

Zielgruppenorientiert

Bei Ski amadé setzt man ebenfalls auf technische Gimmicks für eher Jüngere: Die Datenskibrille hat jetzt eine inte-
grierte Navi, mit der man sich durch das riesige Skigebiet führen lassen kann. Letztes Jahr wurde sie (noch ohne Navi) rund 600-mal für 19 Euro/Tag ausgeliehen. Es werden Infos zu nahegelegen Attraktionen und zur exakten Position eingeblendet. Sogar die aktuelle Geschwindigkeit wird gemessen. 

Ein großer Erfolg war letztes Jahr der „höchste Bauernmarkt der Alpen“: ein kulinarisches Angebot direkt von regionalen Bauern in den Hütten und an Marktständen im ganzen Skigebiet im März. Auch die Ladies Week ist nach zwei Jahren Pause zurück – mit einem Trick: Es gab eine Beschwerde der österreichischen Gleichstellungsbeauftragten wegen Diskrimierung der Männer! Das umgeht man jetzt, indem man das Ganze „1-1 Gratis“ nennt. „Wer das Gratisangebot im Doppelzimmer wahrnimmt, ist mir herzlich egal“, sagt Managing Director Christoph Eisinger. „Das kann ein Mann oder eine Frau sei. Oder zwei Männer und zwei Frauen.“ Allerdings bleibt es dabei, dass das Rahmenprogramm auf Damen zugeschnitten ist. Mit der „Mini’s Week“ bietet man Familien mit Kindern bis sechs Jahren ein ganz neues Angebot – mit Drei-Tage-Ganztags-Skikurs, Skiverleih und Skipass für die Kleinen (um 100 Euro). Investieren wird man hauptsächlich in die Beschneiung, damit mehr als 90 Prozent der Pisten beschneibar sind. 7 Euro von durchschnittlich 27 Euro für den Tagespass fließen in die Beschneiung. Einen Ausbau des Skigebiets plant man nicht, aber Lifte werden ersetzt. Ein Ausbau wäre zu teuer und sei auch nicht notwendig, sagt Eisinger.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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