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Wien setzt auf Digitalisierung. Im Bild: Kunsthalle Wien Karlsplatz – „Work it“

Smarte City: Wien feilt am Fremdbild

25.10.2017

Wien präsentiert sich als weltoffene Tourismusdestination. Und versucht über Smart Data besseres Service zu schaffen

Beispiel zur Anwendung von Smart Data in Wien

Ein bisschen Schulterklopfen darf zu Anlässen schon sein. So lassen Arbeiterkammerpräsident Rudi Kaske und der Wiener Wirtschaftskammer-Vize Josef Bitzinger auf der Wiener Tourismuskonferenz die ihre gute Zusammenarbeit hochleben. Exzellente Mitarbeiter und innovative Unternehmen seien für den Erfolg der Wiener Tourismusbranche erfolgreich. Die (zuletzt aus manchem politischen Lagern gescholtene) Sozialpartnerschaft lebt also noch. Zumindest in Wien. Tourismusdirektor Norbert Kettner präsentierte danach erbauende Zahlen: Plus zehn Prozent Umsatz und ein Anstieg der Nächtigungen um gut vier Prozent. Aber Schluss mit dem Zahlenwerk.

Weltoffene Stadt

Gerade in politisch unsicheren Zeiten feilt der Wien Tourismus am Image einer weltoffenen Stadt. Die Vermarktungsstrategie: Man übt sich im Spagat aus klassischer Moderne (die in Wien bekanntlich im Jugendstil aufging) und einer zeitgenössischen Interpretation dieser Werte. „Sei deiner Zeit voraus“, lautet der Marketing-Slogan.

In die Praxis umgesetzt bedeutet das, den breiten Einsatz neuer Technologien. Alipay zum Beispiel. Noch nie gehört? Es ist ein Bezahlservice, das viele Chinesen benutzen. Es dürfte bereits fruchjten. Jedenfalls schaffte es Wien – im Gegensatz zu anderen Destinationen – die Ankünfte aus dem Reich der Mitte  weiter auszubauen.

Daten vom Handy steuern

Eine wichtige Rolle wird künftig das Smartphone einnehmen. Richard Palmetzhofer von A1 Telekom Austria zeichnet hier ein Bild der nicht allzu weiten Zukunft:  „Wir wollen alle Touristen individuell am Smartphone begrüßen“. Gemeinsam mit der Stadt Wien arbeiten A1 und andere Forschungsstellen an einer touristischen Umsetzung der Smart-City-Strategie. Was heißt das? Über Handydaten können die Touristenströme genau erfasst werden. Das bringt zunächst einmal die Info, wer sich an welchen touristischen Orten aufhält und welche Infrastrukturen genutzt werden. Weiter gedacht können so Kampagnen in den Zielmärkten evaluiert werden und – jetzt wird es smart – eigene Angebote kreiert werden.

Erkennt man bestimmte Nachfragemuster, können so etwa Kombitickets eingeführt werden oder der Besuch von einzelnen Sehenswürdigkeiten gezielt gesteuert werden.  Christian Fritsch von Invenium Data Insights ist letztlich dafür verantwortlich, dass die Datenerhebung auch den gesetzlichen Standards (Vorsicht: Datenschutznovelle 2018!) entspricht. Wichtig ist die Anonymisierung der Mobilfunkdaten. Fritsch: „Wir verwenden eine Crowdauswertung“.

Autor/in:
Daniel Nutz
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