Direkt zum Inhalt

Smarte Daten: Es geht nur gemeinsam

21.09.2017

Der heimische Tourismus braucht eine gemeinsam Anstrengung, um für das Zeitalter von Big-Data gewappnet zu sein. 

Wirtschaft sei Krieg, sagen manche. Mir fällt dabei immer das einst legendäre Duell zweier Wiener Würstelstände ein. „Würstelkaiser“ gegen „Würstelkönig“ war vor einigen Jahren das George Foreman gegen Muhammad Ali der Regionalchronik. Der gnadenlose Kampf endete schließlich für beide in einem K. o. Dass man bei aller Konkurrenz mit einem Miteinander weiterkommt, ist dagegen eine Erkenntnis der modernen Betriebswirtschaft. Die Anforderungen der digitalen Wissensgesellschaft verlangen es einfach. In der komplexen Welt kann niemand Herausforderungen alleine lösen. Es geht nur gemeinsam. Ein Baustein des Erfolgs des Elektroautobauers Tesla ist, dass er auf viele Patente verzichtet, um Mitbewerber zum gemeinsamen Innovieren einzuladen. 

Die Chefin der ÖW, Petra Stolba, rief im Rahmen der Tourismustage in Linz die Branche auf, beim Datensammeln gemeinsame Sache zu machen. Konkrete Pläne gibt es zwar noch nicht. Aber Stolba trifft damit jedenfalls einen Punkt, der in der sonst sehr innovativen Tourismusbranche noch ziemlich drückt. Dass Daten das Erdöl der Digitalwirtschaft sind, ist zwar eine abgedroschene Floskel. Trotzdem sind wir von einer gemeinsamen Datenerhebung der heimischen Tourismusbranche weit entfernt. Auch, weil der Konkurrenzgedanke noch weit verbreitet ist. Warum soll ich dem Nachbarhotel meine Daten geben? 

Weil man sich sonst vollkommen dem Datendiktat von Konzernen wie Google, Facebook und Co unterwirft. Wer mit den unterschiedlichen kleinen, regionalen Tourismusverbänden spricht, erfährt, dass derzeit die meisten selbst in unterschiedlicher Qualität und Aktualität sowie in unterschiedlichen Formaten diverse Daten erheben, sammeln und verarbeiten. Wenn Big Data künftig zu Smart Data werden soll, ist es an der Zeit, dass die Branche sich hier zusammentut und strukturiert vorgeht. Letztlich kennen die Betriebe ihre Gäste besser als jede Suchmaschine. 

Autor/in:
Daniel Nutz
Werbung

Weiterführende Themen

51 Reproduktionen der bekanntesten Werke der Kunstgeschichte sind bis Dezember in Wien zu sehen.
Tourismus
04.09.2018

Die Werke der „großen Meister“ der Renaissance sind als Replikate in der Wiener Votivkirche zu sehen. Eine wirkliche Bereicherung des touristischen Angebots? Die ÖGZ hat sich ein Bild gemacht. ...

Elisabeth Matscher aus Tisens, Südtirol, bereitete ein Risotto von vielfarbigen Tomaten zu.
Gastronomie
23.08.2018

Mit einem Auftakt in 1.850 Metern startete das 4. Sommer-Festival in St. Anton. Inoffiziell wurde das Wochenende mit 19 Köchen zur Leistungsschau der alpinen Spitzengastronomie.

FH-Prof. Michael Mair, Head of Department, Studienbereich für Tourismus Management FHWien der WKW
Am Wort
21.08.2018

Gastkommentar von FH-Prof. Michael Mair, Head of Department, Studienbereich für Tourismus Management FHWien der WKW.

Wer kein Personal hat, muss im schlimmsten Fall zusperren. Einfache und schnelle Lösungen aber gibt es nicht.
Hotellerie
06.07.2018

Der Tourismusbarometer 2018 offenbart ein Dilemma: Die Branche ist optimistisch, die Investitionsbereitschaft steigt. Gleichzeitig wirkt sich der Arbeitskräftemangel weiter als Wachstumsbremse aus ...

Die Diskussionsrunde: Vierich, Obermüller, Neustifter, Bergbaur (von links).
Tourismus
03.07.2018

Im Almtal fand das Symposium „Ist Regionalität das bessere Bio?“ rund um Regionalität als Chance und Herausforderung für die Gastronomie statt. Mit Video

 

Werbung