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Die einzelnen Proben wurden vorab nummeriert, anschließend verkostet und schließlich von der Expertin bewertet.

So ein Topfen

26.09.2019

Topfen ist Everybody’s Darling. Kein Kaffeesieder, kein Gastwirt, der nicht das eine oder andere süße Topfenprodukt auf der Karte stehen hat. Wir haben uns durch zehn TK-Fertigprodukte gekostet – mit einer Expertin der Konditorei Sluka.

 

Süß, salzig, leicht, schwer. In unserem Test ist uns (geschmacklich) fast alles untergekommen. Vergleichen kann man freilich die meisten Produkte nicht miteinander. Das wollten wir auch nicht. Wir wollten uns ansehen, was es auf dem Markt gibt, und so hat die ÖGZ namhafte Hersteller gebeten, ihre besten Kuchen, Torten und Strudel einzusenden. Tiefgekühlt mussten sie sein. Und relevant für Gastronomen, das heißt: auch in Großpackungen verfügbar. Ach ja, und die wichtigste Vorgabe: Dem Topfen sollte eine tragende Rolle zukommen. Weil er so gut zu Kaffee passt.

Tamara Correa Rodriguez ist Pâtissière in der Wiener Konditorei Sluka. Das Traditionsunternehmen produziert seit mehr als 125 Jahren feine Süßspeisen und pikante Spezialitäten von Hand. Wir wollten von der Expertin wissen: Was taugen TK-Produkte? Wie schmecken sie? Und welche gastro-
nomischen Einsatzgebiete gibt es? 

Ein Strudel ist kein Kuchen

Die ideale Topfentorte sollte beim Anschnitt appetitlich weiß sein, das Innere cremig-zart. Der Cheesecake, eine seit einigen Jahren populäre US-Variante des Topfen- bzw. Käsekuchens, begegnet einem in vielen Variationen. Klassischerweise besteht der Boden aus zerbröselten und mit Butter und Zucker vermischten Keksen. Beim Topfen- bzw. Käsekuchen wird eine Topfenmasse auf einem klassischen Mürbteig gebacken. Und der Topfenstrudel ist ein weiterer Beweis dafür, wie populär das aus der Milch durch Zugabe von Lab oder durch bakterielle Bildung von Milchsäure ausgefällte Milcheiweiß ist. Deshalb ist ein Vergleich zwischen den Produkten nicht wirklich zulässig. Ein Strudel ist schließlich kein Kuchen, und schon gar keine Torte. 

Test-Setting

Das Test-Setting in der Konditorei Sluka in der Kärntner Straße war denkbar einfach: Wir haben gemeinsam mit der Pâtissière alle Proben verdeckt verkostet, optisch und geschmacklich und auch im Hinblick auf ihre gastronomische Nutzbarkeit beschrieben. Die einzelnen Kostnotizen sowie weitere Informationen finden Sie bei den jeweiligen Produktfotos. 

Sämtliche Produkte wurden nach Packungsangabe (im Kühlschrank) langsam aufgetaut. Unsere beiden Strudel im Test waren die einzigen Produkte, die finalisiert werden mussten. Sie wurden nach Packungsangabe unmittelbar vor der Verkostung zubereitet.
Übrigens: Das älteste bekannte Rezept für einen Käsekuchen stammt angeblich vom französischen Koch Guillaume Tirel aus dem Jahr 1395. Und der war nicht irgendwer, sondern immerhin der Chefkoch des Königs Karl V. von Frankreich.

Bindi: Cheesecake Crema con Ricotta e Formaggio

Bindi: Cheesecake Crema con Ricotta e Formaggio
Durchgebacken, daher technisch gesehen ein Rundkuchen. Recht süß, intensives Marzipanaroma, saftig. Ist auch aufgetaut standstabil und daher ebenfalls für den Buffet-Einsatz geeignet. Nicht vorgeschnitten, individuell portionierbar. 

Bindi: Cheesecake Crema con Ricotta e Formaggio
Pfalzgraf: Käse Sahnetorte

Die Biskuitböden sind laut Expertin sehr gelungen und von ansprechender Dicke. Insgesamt ist das Produkt nicht zu süß, erfrischend-luftig, ausgewogen. Insgesamt geschmacklich unaufdringlich. Favorit der Expertin. Macht sicher in jedem gutbürgerlichen Gasthaus eine gute Figur. Ungeschnitten. 

 

Pfalzgraf: Käse Sahnetorte
Resch & Frisch: Topfentorte portioniert

Resch & Frisch: Topfentorte portioniert
Optisch wunderschön anzusehen, mit Mandelsplittern. Die Cremigkeit bzw. das Mundgefühl war tadellos. Geschmacklich ist eine präsente Topfen-Note aufgefallen. Macht in Vitrinen und Dessert-Buffets optisch etwas her. 

Resch & Frisch: Topfentorte portioniert
Pfalzgraf: ­Rahmkäsekuchen

Pfalzgraf: ­Rahmkäsekuchen
Optisch aufgefallen ist unserer Expertin der verbrannte Rand, den fand sie nicht so schön. Ähnlich wie bei der Käse-Sahne-Torte nicht sehr geschmacksintensiv, aber trotzdem harmonisch. Die Käsemasse wird mit Topfen und Sauerrahm hergestellt. Der Mürbteigboden hat eine optimale Dicke. 

Pfalzgraf: ­Rahmkäsekuchen
Bindi: New York Cheesecake Precut

Bindi: New York Cheesecake Precut
Optisch ebenfalls in Ordnung, dünner Boden. 
Geschmacklich interessant, da es sich um einen 
klassischen New York-Cheesecake handelt, der durch 
seinen zarten Karamell-Geschmack auffällt. 
Gutes Mundgefühl.

Bindi: New York Cheesecake Precut
Vandemoortele: ­Käsekuchen

Vandemoortele: ­Käsekuchen
Sehr dünner Boden. Der Kuchen könnte höher sein und sollte auf jeden Fall noch dekoriert werden. Der Mürbteig mit Frischkäsemasse ist vorgeschnitten und dadurch leicht portionierbar.
Geschmacklich unaufdringlich  und nicht zu schwer.

Vandemoortele: ­Käsekuchen
Heiß und Süß: Topfen-Oberstorte

Heiß und Süß: Topfen-Oberstorte
Optisch eine der schönsten Proben, optimale Höhe, Topfen-Oberscreme im Biskuit; 
flaumig, zart, isst sich leicht und ist 
geschmacklich gut balanciert. 

Heiß und Süß: Topfen-Oberstorte
Resch & Frisch: Topfenstrudel

Resch & Frisch: Topfenstrudel
Die Höhe ist in Ordnung, optisch ansprechend, geschmacklich ausgewogen, Blätterteig nicht zu bröselig; perfekt mit Vanillesauce. 

Resch & Frisch: Topfenstrudel

 

Frisch & Frost: Riesen-Topfenstrudel

Frisch & Frost: Riesen-Topfenstrudel
Das Produkt ist ungebacken und im Ganzen, aus gezogenem Strudelteig, gerollt, mit Topfenfülle und Rosinen. Sehr ausgewogen im Geschmack. Relativ sättigend und daher für gute Esser ein Schmankerl. Passt gut in die Skihütte bzw. traditionelle Gastronomie. 

Frisch & Frost: Riesen-Topfenstrudel
Autor/in:
Alexander Grübling
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