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Motivierend für neue und junge Mitarbeiter*innen: Job Rotationen, Job Enrichment und Mentoring-Systeme.

So geht Mitarbeiterbindung in der Gastronomie

26.11.2021

Für Gastronomen ist es oft schwer, geeignetes Personal zu finden und dieses auch zu halten. Die Recruiting Experten Susanne Seher und Helga Töpfl geben Ratschläge zur Mitarbeiterbindung, was Unternehmer*innen tun können um Mitarbeiter*innen langfristig zu motivieren und an den Betrieb zu binden.

Susanne Seher (l.) und Helga Töpfl sind die Geschäftsführerinnen von Seher + Partner.
Die Expertinnen

Susanne Seher und Helga Töpfl sind die Geschäftsführerinnen von Seher + Partner und begleiten Arbeitgeber*innen seit vielen Jahren dabei geeignete Mitarbeiter*innen zu finden und diese auch zu halten. Das Ziel ist dabei immer, Kunden- und Kandidatenwünsche so zu vereinen, dass ein langfristiger Erfolg für beide Seiten entstehen kann.  www.seherundpartner.at

Die Gastronomie ist eine Branche mit einer deutlich höheren Mitarbeiter*innen Fluktuation als viele andere. Wer hier arbeitet muss einiges aushalten: lange Arbeitszeiten, wenig Planbarkeit, ein hohes Stresslevel bzw. Arbeitspensum und zurzeit natürlich auch die Unsicherheiten wegen Covid Maßnahmen. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, Menschen längerfristig für diesen Beruf zu motivieren. Wichtig ist dabei generell eine ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe. Respekt und Verständnis sind das Um und Auf für eine zufriedene Belegschaft und eine gute Zusammenarbeit.

Wie positive Mitarbeiterbindung bzw. Personalbindung erreicht werden kann, zeigen die folgenden 6 Tipps.

Tipp 1: Keine falschen Versprechungen machen

Arbeitgeber sollten bei Bewerbern keine Erwartungen aufbauen, die nicht erfüllt werden können. Das beginnt bereits in der Stellenausschreibung und beim Bewerbungsgespräch. Wurden Versprechen gegeben, die nicht eingehalten werden können, merken das Mitarbeiter sehr schnell, und verlassen den Betrieb meist sofort, aber spätestens nach ein paar Wochen wieder. Dadurch kann zusätzlich noch eine schlechte Nachrede entstehen und eventuell andere davon abhalten, sich künftig zu bewerben. Gute Mitarbeiterbindung beginnt somit bereits vor der Anstellung neuer Mitarbeiter. 

Tipp 2: Regelmäßig und wertschätzend kommunizieren

Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter*innen einbinden, ihnen erzählen was sie beschäftigt, erklären, warum sie Entscheidungen getroffen haben und auf Feedback und Anregungen konstruktiv reagieren - optimalerweise mit Interesse, Wertschätzung und Motivation. Menschen, die sich ernst genommen fühlen, agieren loyal und helfen dabei Probleme zu lösen. Mitarbeiterbindung ist vielseitig, bereits im Vorfeld sollte auch immer schon überlegt werden, welche verschiedenen Kommunikationskanäle genutzt werden müssen, um wirklich die ganze Belegschaft zu erreichen. Alter und Ausbildung sollten hier keinen Unterschied machen und die Kommunikation sollte immer auf Augenhöhe geschehen.

Tipp 3: Auf Bedürfnisse eingehen

Es ist unbestritten eine große Herausforderung, auf die Wünsche aller Mitarbeiter einzugehen. Gerade bei der Dienstplanerstellung gilt es oft sehr viele unterschiedliche Interessen miteinander zu vereinen. So weit es möglich ist, sollte auf die Bedürfnisse eingegangen werden. Klarerweise funktioniert das nicht immer, dann sollte aber zumindest erklärt werden warum. Denn so fühlen sich die Menschen eingebunden und wertgeschätzt und werden kompromissfähiger, loyaler und zufriedener sein.

Tipp 4: Die Gesundheit aktiv fördern

In einem Umfeld, das Arbeitnehmerinnen körperlich sehr fordert, ist es für die Aufrechterhaltung des Betriebes besonders wichtig, dass Mitarbeiterinnen gesund und einsatzfähig sind und bleiben. Nur wer gesund ist, kann das Leben genießen und gleichzeitig im Job sein Bestes geben. Dies führt wiederum zu mehr Zufriedenheit, Motivation und längerer Mitarbeiterbindung. Die Gesundheit der Mitarbeiter kann z.B. gefördert werden durch hochwertige Verpflegung, Bewegungsangebote für die Freizeit oder genügend Pause. Wenn bei Mitarbeiterinnen chronische Belastungen festgestellt werden, sollten Arbeitgeber rechtzeitig das Gespräch suchen, um zu evaluieren, wie man die Situation gemeinsam besser machen könnte.

Tipp 5: In Weiterbildung investieren

Mitarbeiter sollten entsprechend ihren Fähigkeiten und Karrierewünschen gefördert werden. Das ist eine nachhaltige Investition in eine langfristige Zusammenarbeit. Es besteht natürlich die Gefahr, dass die Attraktivität für andere Betriebe dadurch steigt, aber wenn Mitarbeiterinnen wissen, dass sie sich im Betrieb persönlich und fachlich entwickeln können und Verantwortung bekommen, bleiben sie meist motiviert und gerne im Unternehmen, um ihr neues Wissen dort auch einzusetzen. Effektive Personalentwicklungsmaßnahmen unterstützen die Mitarbeiterbindung, insbesondere motivierend für neue und junge Mitarbeiter, sind Job Rotationen, Job Enrichment und Mentoring-Systeme.

Tipp 6: WIR-Gefühl schaffen

Ganz wichtig ist ein Gefühl der Zugehörigkeit zu schaffen. Probleme werden gemeinsam angegangen und Lösungen gemeinsam gefunden. Das verbindet und führt zu einer langfristig soliden Zusammenarbeit, in der sich Arbeitnehmer*innen wertgeschätzt und wichtig fühlen. Die Kernbotschaft könnte lauten: Wir sind gemeinsam dafür da, unseren Kund*innen Freude zu bereiten. Ein Zusammenhalt im Team kann z.B. durch Betriebsfeiern oder gemeinsame Ausflüge erzielt werden, so kann die Mitarbeiterbindung positiv gestärkt und gefestigt werden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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