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Wirbt „Sölsch“ mit einem Bezug zu „Kölsch“?

Sölsch gegen Kölsch

03.11.2021

Ein Bier aus Sölden bringt sprichwörtlich das Fass zum Überlaufen: Der große Kölner Brauerei-Verband tritt in ­einem „Dosenkrieg“ gegen die kleine Brauerei Sölsch im Tiroler Ötztal an.

Die Flasche schwarz, das Bier süffig: Als sich die Ötztaler Cousins Florian Schmisl und Simon Gstrein dazu entschieden, die Bäckelar Brewery zu eröffnen, war der Weg vom Kellerlabor zur eigenen Brauerei von einer Vision geprägt. 

Ein gutes Bier solle es sein, lässig und nachhaltig. Eines, das sich abhebt und ein Alleinstellungsmerkmal hat. Heute ist die Vision real: Sölsch fällt auf. Abgefüllt in schwarze Aluflaschen ist das Bier auf dem Markt einzigartig. „Wir bringen das Dosenbier auf ein neues Level. Stylish und recycelbar“, sagen Florian Schmisl, gelernter Brauer und Getränketechniker, und Simon Gstrein, Gastronom und Wirt. Im Herbst eröffneten sie die Bäckelar Brewery, gebraut wird in Sölden auf 1.400 Metern, „abseits des Mainstream und ausschließlich mit Produkten aus verantwortungsvoller Landwirtschaft“. Die Vermarktung via Webshop und Social Media läuft, das Bier ist in Ötztaler Betrieben und Tiroler Supermärkten erhältlich. Kürzlich wurde eine Kollektion mit T-Shirts, Hoodies, Beanies und Basecaps lanciert. 

Spaßbefreite Kölner

Sölsch fällt auf – auch in Köln. Da beobachtete man mit Unmut den Erfolg des Ötztaler Duos. Der Kölner Brauerei-Verband, der 16 Kölsch-Marken vertritt, ist nicht begeistert über die Namensähnlichkeit – und geht dagegen an. Das Argument: Sölsch werbe mit einem Bezug zu Kölsch. 

Welches Bier sich Kölsch nennen darf, regelt die Kölsch-Konvention von 1985, auf europäischer Ebene sei es eine „geschützte geografische Angabe“. Mittlerweile wurde das Landesamt für Natur- und Verbraucherschutz eingeschaltet, um die weitere Verwendung der Marke Sölsch zu stoppen. Sogar die „Bild“-Zeitung berichtete über den „Dosenkrieg“. Noch sehen die Biermacher aus dem Ötztal das Ganze gelassen. „Wir haben Sölsch als Marke eingetragen und machen uns keine Sorgen.“ Bereits am 11. 8. 2020 ließen die Cousins ihre Marke sowohl für den europäischen als auch den UK-Markt schützen. Außerdem sei die Namensähnlichkeit keine Anspielung auf die Kölner Biermarke, so Simon Gstrein. Vielmehr gehe es um eine Wortkreation: „S bzw. Sö steht für Sölden, das Sch kam vom Nachnamen meines Partners, Schmisl, dazwischen steht Öl, was auf Skandinavisch ,Bier‘ heißt.“

Autor/in:
Jasmin Kreulitsch
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