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Soll das AMS mehr Druck machen?

22.08.2019

Sollen Wiener Arbeitslose in Tirol kellnern, anstatt auf der faulen Haut zu liegen? Kommentar von Daniel Nutz.

Die gute Nachricht vorweg: Beinahe neun von zehn Hotellerie- und Gastronomiebetriebe blicken positiv in die Zukunft des eigenen Unternehmens. Bei vier von fünf läuft die Sommersaison besser oder zumindest gleich gut wie im Vorjahr. Die Zahlen sind so gut, dass viele Betriebe ihr Geschäft ausbauen könnten, was schnurstracks zum größten Leidthema, dem Mitarbeitermangel, führt. Nichts Neues. Und umso schwieriger zu lösen, wenn man sich gesamtwirtschaftlich in einer Hochphase befindet (die derzeit aber am Abflauen ist).

Was heißt das? Es fehlen nicht nur Köchinnen und Roomboys im Tourismus, sondern auch Fachkräfte in der Industrie. Die meisten, die einen Job haben wollen, bekommen derzeit einen. Zurück in den Kellnerjob, der ein Plan B gewesen sein kann und immer noch flexible Arbeitszeiten auch am Wochenende einfordert, wird immer weniger attraktiv. Dafür auch noch den Wohnsitz wechseln? 

Hotel-Spartenobfrau Susanne Kraus-Winkler und ihr Gastro-Pendant Mario Pulker fordern neben anderen Maßnahmen, wie der Modernisierung der Lehre, vom AMS mehr überregionale Vermittlung. Das heißt in der Praxis: eine Lockerung der Zumutbarkeitsbestimmungen. Wiener Arbeitslose in der Gastronomie sollen in Tirol kellnern, anstatt auf der faulen Haut zu liegen! Der Meinung kann man sein. Es bleibt nur zu befürchten, dass die Zwangsvermittlung wenig bringt. Die Motivierten müssen nämlich nicht erst vom AMS angestoßen werden. 

Gibt es ein Rezept, wie man derzeit gute Mitarbeiter findet? Die ÖGZ besucht laufend Betriebe. Uns fällt auf: Die Bezahlung spielt eine Rolle, aber nicht nur. Jene, die eine wertschätzende Unternehmenskultur pflegen, die flexibel auf Wünsche der Mitarbeiter eingehen und eine gemeinsame Lösung suchen, jene, die Mitarbeiter unterstützen, wenn diese in Väterkarenz gehen wollen, die echte Benefits für ihre Mitarbeiter anbieten, haben fast nie Personalsorgen.   

Autor/in:
Daniel Nutz
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