Direkt zum Inhalt

Sommelier-Kurse werden neu gestaltet

02.02.2004

Damit soll professionelle Wein-Beratung künftig auch in Gasthäusern und Beisln ermöglicht werden.

Gute Weine zu trinken ist in. Allerdings sind die Zeiten, in denen man „ein Viertel weiß“ bestellt hat, endgültig vorüber. Der Gast von heute beschäftigt sich mit Rebsorten und Winzern, mit Herkunftsländern und Jahrgängen.
Und er erwartet vom Sommelier, ihn in dieser Materie ausführlich zu informieren. „Der Gast von heute ist anspruchsvoller und erwartet eine kompetente Weinberatung. Und dies nicht nur im Haubenlokal, sondern zunehmend auch im Beisl ums Eck“, erklärte der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, Helmut Hinterleitner, jüngst in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Exponenten des WIFI und der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft.

Zwei von Fachverband, WIFI und Weinmarketinggesellschaft in Auftrag gegebene Studien unterstreichen das Interesse der Konsumenten und der Branche für eine spezifische Weinausbildung. Anlass dafür war eine Neugestaltung in der Sommelier-Ausbildung, die jetzt vor allem dem breiten Mittelbau der heimischen Gastronomie zugute kommen soll. „Fundierte Weinberatung soll künftig nicht nur das Privileg einiger weniger Spitzenlokale sein“, so Hinterleitner.
Zweistufiger Lehrgang
Ab sofort gibt es einen zweistufigen Lehrgang zum Diplom-Sommelier, der in allen neun Landesorganisationen der Wifis angeboten wird. Jedes Modul dauert etwa 120 Stunden und kostet rund 1.200 Euro. Das Besondere daran ist, dass der erste Teil sich speziell an Weinkellner der herkömmlichen Gasthäuser wendet, denen die bisherige Ausbildung zu weitgehend war und von denen der Gast eher die Empfehlung des richtigen Weines zu einer Speise erwartet als die Aufzählung der Unterschiede zwischen linkem und rechtem Gironde-Ufer. Der diesbezügliche Bedarf wird auf 7.000 bis 8.000 Betriebe österreichweit geschätzt, im Gegensatz zu den rund 400 heimischen Hauben-Lokalen, wo eine professionelle Sommelier-Beratung schon bisher vorausgesetzt wurde.
Der zweite Teil des Kurses baut dann darauf auf und wendet sich an all diejenigen, die an einer weiterführenden Ausbildung mit Diplom-Abschluss interessiert sind.
Die aktualisierte Sommelier-Ausbildung setzt verstärkt auf heimische Weine sowie auf Management- und Marketing-Know-how. Auf dem Lehrplan stehen u. a. Teammanagement, Mitarbeiterführung, Verkaufs- und Beschwerdenmanagement sowie Verkostungen. Moderne Produktions- und Weinverkostungsmethoden werden ebenso behandelt wie erfolgreiche Verkaufstechniken, berichtete die zuständige Wifi-Produktmanagerin, Karin Soukal.
Serviertemperatur wichtig
Wie die erwähnten Studien zeigen, haben sowohl Gastronomen als auch Kunden ein klares Vorstellungsbild von einem Sommelier. So sei etwa die richtige Serviertemperatur wichtig sowie Beratung darüber, welcher Wein am besten zur gewählten Speise passt. Ein Sommelier sollte dem Gast auch die wichtigsten Begriffe auf der Weinkarte erklären können und fehlerhafte Weine erkennen.
„Kompetente Weinberatung ist ganz im Sinne unserer Weinwirtschaft. Konsumenten, die Weine von hoher Qualität verlangen, setzen beim Personal ein hohes Weinwissen voraus. Dem muss in der Ausbildung Rechnung getragen werden“, betonte Weinmarketing-Geschäftsführer Michael Thurner.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Gastronomie
29.10.2020

Rund um uns herum muss die Gastronomie entweder völlig schließen oder hat mit einem Ausgehverbot zu kämpfen. Es ist abzusehen, dass das bei uns auch kommt. Die Frage ist nur noch wann

Sollen die Herkunft von Lebensmitteln auch in der Gastronomie gekennzeichnet sein?
Gastronomie
29.10.2020

Die Forderung nach einer verpflichtenden Lebensmittelkennzeichnung in der Gastronomie ist ein heiß diskutiertes Thema. Wir wollen wissen, wie Sie darüber denken.

Gastronomie
29.10.2020

ÖGZ-Umfrage: Die Forderung nach einer verpflichtenden Lebensmittelkennzeichnung in der Gastronomie ist ein heiß diskutiertes Thema. Wir wollen wissen, wie Sie darüber denken.

Hotellerie
28.10.2020

Rette sich wer kann: In Deutschland wird gerade der Lockdown beschlossen, in Österreich droht demnächst Ähnliches.

vlnr: Christoph Schmuck (Eigentümer Forsthofgut), die Rising Stars (Lehrlinge) Philip Nadhera (17 Jahre) und Omid Hassani (Lehrling 20 Jahre), Georg Pastuszyn (Eigentümer und GF Das Capri), Hans Peter Oberhuber (HR Leiter Forsthofgut)
Hotellerie
27.10.2020

Das Wiener Hotel Das Capri schickt drei Lehrlinge ins Forsthofgut nach Leogang, um dort trotz vorübergehender Schließung ihre Lehre fortsetzen zu können

Werbung