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Der sympathische Sieger Jon Arvid Rosengren.

Sommelier-WM: Und wieder ist ein Schwede vorne

04.05.2016

Bei der diesjährigen Sommelier-WM, die Ende April im argentinischen Mendoza über die Bühne ging, trug mit Jon Arvid Rosengren bereits zum dritten Mal ein Schwede den Sieg davon. Auch Österreich konnte aufzeigen. Die ÖGZ war vor Ort dabei.

 

Suwi Zlatic mit Norbert Waldnig (Präsident TSOV).

Die Weinwelt ist längst global geworden. Das zeigt sich insbesondere bei der Sommelier-Weltmeisterschaft, die von der ASI (Association de la Sommellerie Internationale) alle drei Jahre veranstaltet wird. Insgesamt waren in Argentinien 60 Sommeliers am Start. Mit den dazugehörigen Delegationen und Organisatoren kamen über 200 Menschen aus aller Welt nach Mendoza, um sich fünf Tage lang über Weintrends auszutauschen und den neuen Weltmeister zu küren. Aufgrund der langjährigen Partnerschaft der Österreich Wein Marketing GmbH mit der ASI und den engen persönlichen Beziehungen von Andrej Razumovsky zum argentinischen Sommelierverband konnten in Mendoza auch österreichische Spitzenweine präsentiert werden.

Sortenspiele ganz in Weiß

Der gebürtige Österreicher Razumovksy betreibt in Mendoza seit zehn Jahren das biodynamische Weingut Alpamanta und lud zu einem Workshop, bei dem er Sommeliers aus aller Welt die vielfältige Welt des Bio-Weinbaus in Österreich nahebrachte. Razumovsky wählte dafür Weißwein-Cuvées, die ja nicht nur in Form des Wiener Gemischten Satzes in aller Munde sind, sondern auch als Natural Wines Einzug in die besten Weinkarten der Welt gefunden haben. „Unsere reinsortigen Grünen Veltliner kennt jeder, den Wiener Gemischten Satz schon deutlich weniger. Die weißen Cuvées aus der Südsteiermark und vom Neusiedler See sind jedoch nur in den Top-Restaurants in Skandinavien und den USA geläufig“, so Razumovsky.

Das wird sich wohl bald ändern, denn es waren vor allem Teilnehmer aus Asien, die das Tasting auf Alpamanta besuchten und sich von der Vielfalt der heimischen Weißweinszene begeistert zeigten. Dass dieses Österreich-Tasting zu einem derart großen Erfolg wurde, lag auch an den Verkostungsgläsern, die von Zalto gesponsert wurden und im krassen Gegensatz zu den billigen Industriegläsern standen, die sonst zum Einsatz kamen.

Knapp am Finale vorbei

War es die schlaflose Nacht, die durch eine vielstündige Flugverspätung verursacht wurde, Nervosität oder schlichtweg Pech, dass der österreichische Teilnehmer Suwi Zlatic den Einzug ins Finale der besten 15 hauchdünn verpasste? Als 16. zeigte der Tiroler eine starke Leistung, mit der er jedoch denkbar knapp den Cut verpasste. „Ich habe mich gewissenhaft vorbereitet und mich auch sehr gut gefühlt, aber natürlich ist das Niveau bei einer Weltmeisterschaft enorm hoch. Da entscheiden mitunter Kleinigkeiten“, so Zlatic. Es ist wohl nur ein schwacher Trost, dass er Vertreter von großen Nationen wie Spanien, Deutschland, Italien oder Amerika hinter sich lassen konnte. Die souveränste Darbietung lieferte der spätere Sieger Jon Arvid Rosengren, der bereits Sommelier-Europameister war und es bei der Weltmeisterschaft 2013 bis ins Semifinale schaffte.
Nach dem Finale feierten knapp 500 Teilnehmer bei der Abschlussgala, und besonders viel los war an der Weinbar mit österreichischen Weißweinen. „Zum Steak ist Malbec ja etwas Feines, aber jetzt ist mir ein österreichischer Weißwein lieber“, verriet uns der Sieger aus Schweden. 

EM 2017 in Österreich

Anfang Mai 2017 geht die ASI-Europameisterschaft der Sommeliers in Wien über die Bühne. Annemarie Foidl, die als Präsidentin des Österreichischen Sommelierverbands für die Organisation verantwortlich ist, hat sich hohe Ziele gesteckt. „Wir wollen nicht nur für einen perfekten Wettbewerb sorgen, sondern auch Österreich als Weinland möglichst attraktiv präsentieren. Deshalb haben wir neben den Wettbewerbsteilnehmern aus Europa auch Sommeliers aus Asien und Amerika eingeladen. In einem eigenen Sommelier-Campus werden auch kleinere Weinproduzenten die Möglichkeit haben, sich zu präsentieren“, so Foidl. Einige Plätze für engagierte heimische Sommeliers, die bei der Veranstaltung für perfektes Weinservice sorgen wollen, sind übrigens noch zu haben. Für Österreich geht wieder Suwi Zlatic an den Start, der nächstes Jahr unbedingt den Einzug ins Finale schaffen will. „Training ist das eine, doch die Erfahrungen in einer internationalen Wettbewerbssituation etwas anderes. Ich freue mich jedenfalls schon auf die EM in eigenen Land“, meint Zlatic.

Autor/in:
Wolfgang Schedelberger
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