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Sonderbudget für Österreich-Werbung – aber nix Fixes

20.03.2019

Der Plan T wirft seine „Schatten“ voraus: Digitalisierung und Radfahren bekommen Sondergelder von der Ministerin. Aber eben nur Sondergelder. Warum gibt es kein fixes Budget für Digitalisierung?

„Die Digitalisierung verändert die Abläufe im Hotel, die Geschäftsmodelle, aber vor allem verändert sie das Verhalten der Gäste“, so Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Deshalb wird jetzt die Netzwerkorganisation FutureLab eingerichtet. 

Die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen, ist auch einer der zentralen Aufträge aus dem „Plan T – Masterplan für Tourismus“, der am Donnerstag in Salzburg präsentiert wird. Daher stellt das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus der Österreich Werbung ein Sonderbudget von 500.000 Euro zur Verfügung. Mit den 300.000 Euro für die Anfang März bei der ITB vorgestellten Rad-Kampagne stehen der Österreich Werbung damit 2019 zusätzlich 800.000 Euro zur Verfügung.

 

Neues FutureLab

 

Mit den zusätzlichen Finanzmitteln soll u.a. das neue FutureLab „Next Level Tourism Austria – NETA“ finanziert und zum zentralen Innovationshub für die Branche werden. Tourismusrelevante technologische und gesellschaftliche Entwicklungen werden dort erkannt, aufbereitet und implementiert. NETA fungiert als Netzwerkorganisation an der Schnittstelle zwischen Österreichs traditionellen Tourismusstrukturen und der globalen Travel & Communication Tech Szene. Im Zentrum der Aktivitäten stehen der Gast und das Reisen von morgen. Dabei geht es nicht nur um Hotellerie und Gastronomie, sondern letztlich um alle KMU entlang der touristischen Wertschöpfungskette.

 

 „Es geht dabei nicht um die digitale Basisarbeit oder um Webpages, sondern es geht vielmehr um Aufmerksamkeit für und Einsatz von komplexeren technologischen Anwendungen und Prozessen – vom einzelnen Betrieb bis zur gesamten Region“, so Köstinger. Erarbeitet werden sollen beispielweise Preis- und Buchungsprognosemodelle, Instrumente zur Besucherstromlenkung in Destinationen oder das Testen neuer Technologien auf ihre Anwendungsmöglichkeiten für den heimischen Tourismus.

 

 Kooperation ist Grundvoraussetzung

 

Sowohl der notwendige nationale Schulterschluss beim Thema Digitalisierung als auch die Verankerung dieses Labors bei der Österreich Werbung –  die nicht nur über das entsprechende Digitalisierungs-Knowhow verfügt, sondern auch das Nachfrageverhalten der Gäste aus den unterschiedlichsten Kulturräumen und alle österreichischen Player kennt -, sind unmittelbare Ergebnisse aus dem Masterplan-Prozess. Erfolgsentscheidend wird dabei die vorgesehene Kooperation mit den Bundesländern, den Destinationen und Betrieben, aber auch mit branchenfremden Start-ups und Technologiefirmen sein. „Denn Digitalisierung übersteigt die Möglichkeiten der einzelnen Akteure im Tourismus, als kleinteilige Branche braucht es Kooperation als Antwort auf die Big Player im digitalen Wettbewerb“, so Köstinger.

Warum kein fixes Digi-Budget?

Allerdings muss man sich fragen: Was ist 2020 und 2021 und 2022? Gibt es dann wieder ein "Sonderbudget" von Gnaden der Ministerin? Oder vielleicht auch nicht? Ist die Radkampagne dann abgeschlossen? Muss man so etwas nicht über einen längeren Zeitraum spielen? Ist vor allem das Thema Digitalisierung dann erledigt? Müsste nicht ein fixes Zusatzbudget für die Digitalisierung im Tourismus zur Verfügung stehen? Und zwar deutlich mehr als 500.000 Euro. Wenn wir Tourismusweltmeister bleiben wollen, müssen wir beim Thema Digitalisierung wie Estland ganz vorne mitspielen. Die Voraussetzungen sind gegeben. Es gibt viele kluge Köpfe im österreichsichen Tourismus beim Thema Digitaliiserung - auch, aber nicht nur bei der Österreich Werbung.

BMNT / tav

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