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Dritter Platz für das Manga-Konzept:  Das gefiel auch Manfred Kröswang (r.).

Spätzle, Landküche und Manga-Maids

02.04.2015

Kröswangs Gastrocontest bewies einmal mehr: Österreichs Tourismus-schulen produzieren immer wieder talentierte junge Gastronomen.

Text: Thomas Askan Vierich

 

Auch wenn die Klagen über fehlenden Nachwuchs und eine wenig innovative Ausbildung nicht abreißen: Die zwölf qualifizierten Teams aus Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Tourismusschulen traten beim Gastrocontest erneut den Beweis an, wie professionell ihre Ausbildung ist. Sowohl auf betriebswirtschaftlicher als auch auf konzeptioneller Ebene von der Gestaltung der Speisekarte bis hin zum Design des Lokals passte vieles so gut, dass man sich vorstellen kann, dass manches dieser Lokale – ein Investor oder eine willige Bank vorausgesetzt – schon morgen in die Realität umgesetzt werden könnte. Zudem überzeugte wie schon letztes Jahr die Professionalität der Präsentation. Sich selbst darstellen, mit viel, aber keinem aufgesetzten Selbstbewusstsein, das können die jungen Leute. Und genau das brauchen wir in der heimischen Gastronomie: Mut, Leidenschaft und ein bisschen Frechheit.
Wunderbar frech und originell war das Team „Cosplay“ von der Tourismusschule Klessheim. Sie wollen Österreichs erstes japanisches Themencafé im Europark Salzburg eröffnen. Die Kellnerinnen werden wie die vier jungen Damen auf der Bühne in Bad Schallerbach Mangakostüme tragen: püppchenhafte Maid-Kostüme, sexy und frech. Das Lokal bedient die Special Interests aller Mangafans und Anhänger der jungen japanischen Kultur. Und davon gibt es immer mehr. Klare Zielgruppe, konsequentes Konzept: So etwas müsste durchschlagenden Erfolg haben und errang Platz drei.
Ebenfalls einen internationalen Ansatz wählte „Meatable“ aus Bad Leonfelden: ein Erlebnisrestaurant am Linzer Pfarrplatz, brasilianische Esskultur in einem Gasthaus. Fleischspieße vom Grill, gepaart mit heimischen Produkten: Das ergibt mehr als die üblichen Churrascarias und errang Platz zwei.
Eindeutig regional und stimmig bis zum letzten Detail auf der Speisekarte präsentierte das Team „Inn’s Green“, ebenfalls von der Tourismusschule Bad Leonfelden, ihr Konzept eines Land-gasthofs mit angeschlossenem Bioladen. Man möchte Themenabende veranstalten, produziert eigene Schnäpse in der Showdestillerie, holt sich das Obst aus dem eigenen Garten und will ein eigenes Kochbuch herausgeben. Ein überzeugender gesamtheitlich gedachter Ansatz, der sie zum Gesamtsieger machte.
Auch wenn manche Vorstellungen der zwölf Teams etwas naiv waren – zum Beispiel die Mietpreise am Wiener Graben – und nicht jedes Detail der Konzeptionen den kritischen Fragen der Jury standhielt: Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Und warum sollte ein Lokal in Bregenz, das radikal auf unterschiedliche Spätzle-Variationen setzt, oder „Health Kitchen“, ein Lokal für Sportler und Gesundheitsbewusste in Wiens Milleniums City, oder eine avancierte Suppenküche, eine Baguettemanufaktur, ein rein vegetarisches Lokal in Dornbirn oder ein Lokal in der Salzburger Altstadt, das auf die bei uns noch wenig bekannte italienische Aperitifkultur setzt, nicht funktionieren? Interessierte Geldgeber sollten sich diese Konzepte ruhig mal näher anschauen.
Infos unter www.gastrocontest.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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