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Erwin Paierl (ÖHV Steiermark) erwartet sich von Spar-Chef Gerhard Drexel eine Entschuldigung

Spar-Chef bezichtigt Touristiker der Lüge

19.02.2013

Bad Blumau/Wien. Spar-Chef Gerhard Drexel griff die Gegner eines agroindustriellen Glashausprojektes in der Thermengemeinde Bad Blumau mit den Worten "Leider lügen die Gegner, was das Zeug hält" an. Davon betroffen sind auch etliche steirische Touristiker.

Betroffen über ein Interview von Spar-Chef Gerhard Drexel mit der „Kleinen Zeitung“ (Ausgabe vom 15. Februar) zeigten sich Vertreter der Österreichischen Hotellerievereinigung,  des steirischen Vulkanlandes, der steirischen Thermenbetreiber und des Tourismusverbandes Bad Blumau. In dem Interview, in dem sich Drexel unter anderem zu Durchsuchungen der Sparzentrale durch die Wettbewerbsbehörde und zu für Spar ungünstigen Preisvergleichen der Arbeiterkammer äußerte, griff er die Gegner eines agroindustriellen Glashausprojektes in der Thermengemeinde Bad Blumau mit den Worten an: „Leider lügen die Gegner, was das Zeug hält.“

Breite Betroffenheit
Vorangegangen war dem Interview ein offener Brief der Gegner des von Spar mit Abnahmegarantien finanzierten Megaprojektes an den steirischen Landeshauptmann Franz Voves. Darin hatten sie darauf verwiesen, dass Expertengutachten entgegen aller Beschwichtigungen der Befürworter zu dem Schluss kämen, dass die industrielle Nutzung des örtlichen Thermalwassers zur Beheizung der Glashausanlage unkalkulierbare Folgen für die Thermen und damit für das wichtigste wirtschaftliche Standbein der Region haben könne.  Unterzeichner des Briefes waren Gernot Deutsch (Therme Bad Waltersdorf), Melanie Franke (Rogner Bad Blumau), Josef Ober (Steirisches Vulkanland), Erwin Paierl (Österreichische Hotellerievereinigung Steiermark), Maria Perl (Tourismusverband Bad Blumau), Franz Rauchenberger (Thermenland Steiermark Marketing GmbH), die Familie Rogner (Rogner Bad Blumau), Ruth Roth (Betriebsrätin Rogner Bad Blumau), Karl Semmler (Bürgerinitiative "Pro Bad Blumau"), Franz Spörk (Tourismuskommission Bad Blumau) und Wolfgang Wieser (Therme Loipersdorf) gewesen.

„Entschuldigung wäre angebracht“
Die Bürgerinitiative „Pro Bad Blumau“ hatte zudem wiederholt darauf hingewiesen, dass Agroindustrie nicht mit dem auf sanften Tourismus ausgerichteten Leitbild der Thermengemeinde Bad Blumau harmoniere und dass der Versuch der Betreiber, Tomatenanbau bei künstlicher Beleuchtung rund um die Uhr und mit bis zu 16 Meter langen Rispen als Öko-Projekt zu verkaufen fragwürdig wäre. Bei ihrem Engagement hatte die Plattform überparteiliche Unterstützung erhalten. Zuletzt hatten sich ihrer Kritik auch Bauern aus anderen Bundesländern angeschlossen, die sich durch den Einstieg von Spar in die landwirtschaftliche Produktion etwa im Weinanbau einem Verdrängungswettbewerb der Handelskette ausgeliefert sehen. Auch Buchautoren wie Rüdiger Dahlke („Peacefood“) und Clemens G. Arvay („Der große Bioschmäh“) hatten Bedenken geäußert.

„Im Sinne einer sachlichen Gesprächsbasis wäre Drexel gut beraten, sich bei den Gegnern des Projektes zu entschuldigen“, sagen nun Erwin Paierl (Österreichische Hotellerievereinigung Steiermark), Josef Ober (Steirisches Vulkanland), Wolfgang Wieser (Therme Loipersdorf), Maria Perl (Tourismusverband Bad Blumau) und Karl Semmler (Bürgerinitiative "Pro Bad Blumau") stellvertretend für alle anderen Gegner der Glashausanlage.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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