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Spartrend in der Gastronomie

02.09.2005

Die heimische Gastronomie leidet unter dem anhaltenden Spartrend der Konsumenten. Bei Touristen und Tagesgästen seien im ersten Halbjahr 2005 – u. a. aufgrund der exorbitant gestiegenen Treibstoffpreise – Rückgänge verzeichnet worden, allein die Stammgäste hätten der Gastronomie die Treue gehalten, berichteten der Obmann und der Geschäftsführer der Sparte Gastronomie in der Wirtschaftskammer, Helmut Hinterleitner und Thomas Wolf, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Das war eines der Ergebnisse der Branchenerhebung „Gastromonitor“, die im Auftrag des Fachverbandes heuer erstmals von „Gastro Obsearcher“ in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Karmasin durchgeführt wurde.

2004 setzten Gastronomie und Hotellerie gemeinsam 12,6 Mrd. Euro um, mehr als 60 Prozent davon entfielen auf die Gastronomie. Im ersten Halbjahr verzeichneten 44 Prozent der österreichischen Gastronomiebetriebe Umsatzrückgänge, bei 35 Prozent stagnierten die Umsätze, 19 Prozent konnten zulegen.
Insgesamt habe die Branche von Jänner bis Juni stagniert bzw. nur geringfügig um ein bis zwei Prozent zugelegt, berichtete Hinterleitner. Für das zweite Halbjahr 2005 gehen 56 Prozent der insgesamt 58.000 österreichischen Gastronomiebetriebe von stagnierenden Umsätzen aus, 24 Prozent erwarten Steigerungen, 13 Prozent Rückgänge. Betriebe, die zuletzt Zuwächse verzeichneten, blicken dabei wesentlich optimistischer in die Zukunft als weniger erfolgreiche Gastronomen.
Für Umsatzzuwächse im ersten Halbjahr 2005 verantwortlich waren vor allem Speisen, während die Steigerungen bei Getränken und Zusatzverkäufen eher bescheiden waren. Einer der Erfolgsfaktoren für die Gastronomie sind Gastgärten, bemerkte Hinterleitner. 18 Prozent der Umsätze wurden in Gastgärten erzielt, jeder fünfte Gastrobetrieb erzielte sogar mehr als 30 Prozent seiner Umsätze in diesem Bereich. Knapp 61 Prozent der heimischen Gastronomiebetriebe haben einen Gastgarten.

Im Trend liegen alkoholfreie Getränke, 48 Prozent der Betriebe verzeichneten hier Steigerungen, 19 Prozent Rückgänge. Analog dazu war bei 60 Prozent der Betriebe der Absatz alkoholischer Getränke rückläufig, nur 8 Prozent der Betriebe verzeichneten hier Zuwächse. 54% der Stammgäste gaben im ersten Halbjahr 2005 weniger aus als im Vorjahr, 36% gleich viel, nur 6% mehr. Bei den Tagesgästen gaben 56% heuer weniger aus, 31% gleich viel, 7% mehr.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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