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Spekulativer Handel wirkt preistreibend

24.03.2011

Kraft Foods ist über die Entwicklung der Rohkaffeepreise an den Börsen besorgt

Ernst Kavlik, Geschäftsführer Vertrieb Kaffee bei Kraft Foods Österreich; Hubert Weber ist verantwortlich für das gesamteuropäische Kaffeegeschäft

Das Jahr 2010 war, wie die Geschäftsleitung von Kraft Foods Österreich feststellt, durch eine erhöhte Preisvolatilität vor allem für Rohstoffe wie Kakao, Weizen und Kaffee geprägt. Insbesondere der Rohwarepreis für die Basiskaffeesorte Arabica bewegt sich nachhaltig in Rekordhöhen. So hat sich der Preis für Rohkaffee dieser Sorte von Februar 2010 bis Februar 2011 verdoppelt. Der starke Preisanstieg bei Rohkaffee hat verschiedene Ursachen: So haben schlechte Ernten in den Anbauländern, wachsender Rohstoffbedarf in sich entwickelnden Volkswirtschaften, aber vor allem der spekulative Handel an der Börse im abgelaufenen Jahr zu einem starken Preisanstieg für Rohkaffee beigetragen. „Das Kaffeegeschäft ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die für viele Konsumenten nur schwer nachzuvollziehen ist“, äußert sich Ernst Kavlik, Geschäftsführer Vertrieb Kaffee bei Kraft Foods Österreich.

Der Durchschnittspreis für ein Kilogramm Röstkaffee beläuft sich derzeit auf 6,96 Euro (Quelle: AC Nielsen Marktforschung, Total Year 2010). Nach Abzug der Mehrwertsteuer bleiben 5,57 Euro übrig, für die der Kaffee in den Tropen angebaut, geerntet, nach Europa verschifft, gewaschen, geröstet, verpackt, vermarktet und distribuiert werden muss. Der Rohwarenanteil macht bei den Produktionskosten von Röstkaffee rund 80 Prozent aus und wird durch die Spekulationen an der Börse zum Haupttreiber der Herstellungskosten.

„Die intransparente Börsenspekulation mit Agrarrohstoffen und damit verbundene explosionsartige Kostenanstiege bereiten uns auch im Sinne der Konsumenten große Sorgen“, äußert sich Hubert Weber, bei Kraft Foods seit September 2010 verantwortlich für das gesamteuropäische Kaffeegeschäft. „Seit der Finanzkrise in den Jahren 2007/2008 haben sich verstärkt Hedge-Fonds-Anleger und institutionelle Investoren auf den Handel mit Agrarrohstoffen gestürzt, was die Schwankungsbreite der Preise stark vergrößert hat. Wer jedoch genau hinter Derivat- und Warentermingeschäften steckt, ist für uns als Hersteller oftnicht erkennbar“, so Weber.

Kraft Foods als einer der weltweit führenden Kaffeehersteller begrüßt es, dass in Europa nunmehr eine Diskussion zwischen Politik und Nahrungsmittelverbänden (z.B. CIAA) begonnen hat, die mehr Licht ins Dunkel bringen sollte. Hubert Weber unterstreicht: „Es muss sichergestellt werden, dass Agrarrohstoffe wie Rohkaffee, aber auch Kakao und Weizen, vorrangig für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung stehen und dass der Rohstoffspekulation regulative Grenzen gesetzt werden.“

Kraft Foods ist als einziges Lebensmittelunternehmen mit Sitz in Amerika im Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex gelistet, 2010 bereits zum fünften Mal. Das Thema Nachhaltigkeit wird für Kraft Foods immer wichtiger, und das Unternehmen verzeichnet bereits gute Entwicklungen zum Beispiel bei Kakao und Kaffee, die auch in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. „In den letzten Jahren hat sich viel getan. Mit Tassimo Jacobs Médaille d’Or bieten wir einen Kaffee aus 100 Prozent Arabica-Bohnen von nachhaltig bewirtschafteten und von der Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance zertifizierten Farmen an. Dazu kommen noch unsere nachhaltigen Kaffees für die Gastronomie wie etwa Jacobs Nachhaltige Entwicklung oder Splendid Aroma Biologico“, erklärt Kavlik und resümiert: „Wir wollen den Konsumenten optimale Qualität bieten und gleichzeitig die Erwartungen an das Thema Nachhaltigkeit immer besser erfüllen. Es ist Zeit, eine neue Diskussion über den wahren Wert von Lebensmitteln zu führen.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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