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Stamm und Apfel

15.09.2004

Mehr als 1.000 Unternehmer im Bereich Tourismus stehen alljährlich vor der Frage: Wer folgt mir nach?

Es handelt sich um ein Thema ohne Patenrezept. Jeder einzelne Fall erfordert eine individuelle Lösung“, weiß Mag. Peter Voithofer, Leiter der KMU-Forschung Austria.
Dennoch ist die Rede von einem der großen Wirtschaftsthemen schlechthin: der Betriebsnachfolge. Allein für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft stehen für die nächsten zehn Jahre rund 13.200 Fälle an, rund 45 Prozent davon betreffen allein die Hotellerie. Und laut KMU-Forschung geht es um geschätzte 66.000 bis 77.000 Arbeitsplätze. Mehr als ein Grund also für die Sparte Tourismus der Bundeswirtschaftskammer, sich im Rahmen der Alpacher Tourismusgespräche intensiv mit der Betriebsübergabe zu befassen.
Die von KMU-Forscher Voithofer präsentierten Statistiken belegen auf der einen Seite, dass sich Österreichs Unternehmen der Aufgabe durchaus erfolgreich stellen. Unterm Strich sprechen 82 Prozent von einer gelungenen Übernahme. 14 Prozent geben allerdings betriebswirtschaftliche Probleme an, und vier Prozent geben auf.
Jene 18 Prozent, die „wackeln“, stehen freilich allein im Tourismus für rund 2.500 individuelle Unternehmerschicksale und mehr als 10.000 Arbeitsplätze. Gerade bei ihnen kommen exemplarisch jene Probleme zum Tragen, die Betriebsübergaben zu einem Ritt auf dem Vulkan werden lassen können.
Zu wenig Planung
Einer der zentralen Fehler ist die mangelnde Planung. Nur 18 Prozent der Übergaben erfolgen laut KMU-Forschung nach einem strategischen Fahrplan. „Dabei ist ein Zeitraum von fünf bis zehn Jahren wünschenswert, um eine reibungslose Übergabe und den wirtschaftlichen Erfolg kompetent zu planen“, weiß Dr. Klaus Ennemoser, stv. Spartenobmann des Tourismus. Der Doyen der Tourismus-Steuerberater, Dr. Prodinger, geht noch einen Schritt weiter: Die Nachfolgerfrage stellt sich mit dem ersten Tag der Unternehmensgründung. „Ein verantwortungsvoller Unternehmer wird an diesem ersten Tag nämlich sein Testament anfertigen, um seinen Erben für den Fall der Fälle endlose Komplikationen zu ersparen.“
Wichtige Fragen bei Betriebsübergabe
1. Wie stelle ich mir die Übergabe vor?
2. Soll das Unternehmen im Eigentum der Familie bleiben?
3. Welches Familienmitglied ist zur Fortführung geeignet?
4. Welche Möglichkeiten der familien-externen Nachfolge kommen für mich infrage?
5. Welche Erwartungen habe ich an meinen Nachfolger, und welchen Anforderungen muss er gewachsen sein?
6. Wann soll der Nachfolger das Unternehmen übernehmen?
7. Wie soll das Unternehmen übergeben werden?
– Familiennachfolge – Verpachtung – Verkauf – Fremdgeschäftsführung?
8. Wie sieht meine Altersversorgung aus?
9. Welche Mittel stehen für den Lebensunterhalt zur Verfügung?
10. Habe ich Angehörige, die ich finanziell unterstützen muss?

Quelle: Ennemoser Wirtschaftsberatung Tourism – Golf – Consulting – Real Estate, Innsbruck

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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