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v.l.n.r.: Manfred Katzenschlager, Geschäftsführer WKÖ Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft; Josef Gruber, Vorstandsmitglied der Ski Welt Amadé und Geschäftsführer Großarler Bergbahnen GmbH & Co KG; Carsten Henning, Chefredakteur Hotelier TV; Petra Nocker-Schwarzenbacher, WKÖ Tourismusobfrau; Paul Unterweger, Vize-Präsident Industriellenvereinigung Tirol; Harald Mahrer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

Standortdialog: Digitalisierung im Tourismus

01.09.2016

Hochkarätiger Arbeitskreis im Rahmen der Standortdialoge, veranstaltet wie jedes Jahr von der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft und IV Tirol, tagte in Alpbach, um die Herausforderungen und Möglichkeiten der neuen Technologien im Tourismus zu diskutieren

Abendempfang der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft im Gasthof Jakober: Manfred Katzenschlager (GF Bundessparte Tourismus/Freizeitwirtschaft), Staatssekretär Harald Mahrer, Bundesspartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher, Karlheinz Kopf (2. NR-Präs.), Familienministerin Sophie Karmasin, Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter und Fritz Kaufmann (Präsident VVAT).

„Moderne Kommunikation ist wie Hochfrequenz-Aktienhandel: Ein Informationsüberfluss ist in Millisekunden digital myriadisiert, also in ungeheurer Anzahl verbreitet“, sagte der Chefredakteur des deutschen Portals Hotelier TV Carsten Hennig in seiner Keynote.  Die Kommunikation in der digitalisierten Welt stelle eine besondere Herausforderung für die Betriebe dar. Es gehe es darum, „die richtige Botschaft zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Adressaten zu bringen.“ Das wiederum verlange weitere technische Professionalisierung und die Fähigkeit, auch komplexe Inhalte ad hoc auf den Punkt zu bringen. „Ohne professionelle Unterstützung wird das nicht gelingen“, so sein Fazit. Auch im Produktbereich habe die Automatisierung etwa im Bereich der Rezeptionen oder in der Küche vieles verändert. „Künftig werden Apps durch Bots ersetzt, die permanent und selbstständig das Netz nach adäquaten Reiseangeboten durchsuchen.“

Rasanter Wandel, kein Hype

„Dieser Prozess ist nicht abstrakt, sondern wird vom rasanten Wandel der Lebenswelt unserer Kunden beeinflusst. Daher müssen wir bei der Entwicklung unserer Digitalisierungsstrategie immer die Sichtweise der Kunden im Auge behalten“, hielt Bundesspartenobfrau Nocker-Schwarzenbacher dazu fest. Zwar seien viele touristische Betriebe in der digitalen Welt angekommen, doch die fortschreitende Vernetzung stelle eine große Herausforderung – insbesondere im Bereich der Weiterbildung – dar. Daten seien einerseits die „Rohstoffe der Zukunft“, die Digitalisierungsoffensive habe aber auch ihre Schattenseiten. Nicht zuletzt kurzzeitige IT-Pannen hätten erst kürzlich gezeigt, dass dadurch ein Flughafenbetrieb empfindlich gestört werde.

Kopf in den Sand und das Ganze als Modehype abtun, spielt sich längst nicht mehr: „Die Digitalisierung wird unser Leben in den nächsten Jahren radikal verändern“, sagte Harald Mahrer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. „Dieser Veränderung müssen wir positiv begegnen und uns damit beschäftigen, ansonsten werden wir bald nicht mehr im internationalen Orchester mitspielen‎. Also arbeiten wir gemeinsam an den Rahmenbedingungen, die wir in der Praxis auch tatsächlich brauchen.“

Jobmotor mit richtiger Ausbildung

Man muss sich nicht vor der Digitalisierung fürchten, auch nicht als Angestellter: „Die Digitalisierung ist kein Job-Killer“, betonte IV-Tirol Vizepräsident Paul Unterweger. „Im Gegenteil: Sie kann zum Job-Motor werden, wenn auch die Rahmenbedingungen – von flexiblen Arbeitszeiten bis hin zu den spezifischen Ausbildungsmöglichkeiten – an die Anforderungen des digitalen Zeitalters angepasst werden. Dem Bildungswesen kommt eine besondere Schlüsselrolle zu. Je besser die Menschen schon vom Kindesalter her Verständnis entwickeln, umso besser können sie in den Arbeitsprozess integriert werden. Entweder wir machen mit oder wir versäumen den Anschluss.“

„Diese Entwicklung kann auch nicht aufgehalten werden, vielmehr müssen Politik und Interessenvertretung sie bestmöglich begleiten. Ziel ist es, öffentliche und private Investitionen in die Infrastruktur, Maßnahmen im Bereich Aus- und Weiterbildung, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universitäten, Finanzierungen und Schaffung besserer Regulierungen zu unterstützen“, so Spartenobfrau Nocker-Schwarzenbacher abschließend.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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