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Barrierefreiheit im Tourismus erschließt neue Zielgruppen. Klug ist, wer das erkannt hat.

Starker Impuls für Tirol

11.04.2016

Mit dem Impulspaket 2015/16 will Tirol nicht nur die Konjunktur ankurbeln. Ein Fokus liegt dabei auch auf der Förderung von Barrierefreiheit im Tourismus.

 

Ob Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer oder Seh- und Gehbehinderte: Für sie stellen oft kleinste Hürden unüberwindbare Hindernisse dar. Und das muss nicht sein. Klar ist aber auch, dass fehlende Rampen, Aufzüge oder Rolltreppen in Hotels, Gaststätten oder anderen touristischen Einrichtungen nicht immer möglich sind. Liquidiätsengpässe bei Unternehmern und bauliche Einschränkungen verhindern bauliche Maßnahmen zur Barrierefreiheit mancherorts. Das kann sich aber für so manche Tiroler Tourismusbetriebe in absehbarer Zeit ändern: „Gedacht ist das Tiroler Impulspaket als konjunkturfördernde Maßnahme. Und es beinhaltet auch touristische Ansätze – insbesondere für die Barrierereiheit“, sagt Gerhard Föger, Abteilungsvorstand Tourismus des Landes Tirol. 

Und das sieht im Detail so aus: Im Juni des Vorjahres wurde das 135-Millionen-Euro-Impulspaket beschlossen. Und weil man sich in Tirol dessen bewusst ist, dass kleine Betriebe eine wichtige Säule der Wirtschaft darstellen, „sind gerade die Kleinen, auch Ein-Personen-Unternehmen eine zentrale Zielgruppe dieser Förderung“, betont Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. 
Die Tiroler haben erkannt, dass man damit nicht nur Investitionen für Tourismus und Freizeit unterstützt, man gewinnt auch neue Zielgruppen und verbessert das touristische Angebot obendrein. 

Was wird gefördert?

Aus diesem Paket wurde für Klein- und Mittelbetriebe eine Budgettranche von vier Millionen Euro für Förderzwecke zur Verfügung gestellt. Dabei werden folgende Vorhaben unterstützt:

Adaptierung bestehender Gästezimmer und Ferienwohnungen zu barrierefreien Unterkünften, 

  • Neuerrichtung barrierefreier Unterkünfte, 
  • Qualitätsverbesserung bzw. Neueinrichtung barrierefreier betrieblicher Infrastruktur- und Freizeiteinrichtungen,
  • Adaptierung barrierefreier Zugänge zu Tourismus- und Gastrobetrieben.

Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Summe der förderbaren Kosten mindestens 5.000 Euro betragen muss. Was besonders jenen (kleinen) Betrieben zugute kommt, die zwar „nur“ eine kleine Investition tätigen müssen, diese aber vielleicht nicht aus eigener Kraft stemmen können. Maximal werden 20 Prozent der förderbaren Mehrkosten für die Umsetzung nach ÖNORM B 1600 und B 1603 als nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss gewährt. Die Förderungsbemessungsgrundlage ist mit 100.000 Euro begrenzt. Nicht förderbar sind allerdings reine Reparaturen und Instandhaltungen oder wenn die barrierefreie Maßnahme nicht in allen für einen Aufenthalt erforderlichen Räumlichkeiten (z. B. Gastlokal) umgesetzt ist.

Bis Mitte 2017 ist dieses Paket noch in Kraft, „darauf kann die kleine und mittlere Wirtschaft in Tirol zugreifen“, betont Föger. „Bei der Ausgestaltung des Impulspakets hat unser Tourismusreferent (in Tirol der Landeshauptmann, Anm.) einige Touristiker zu sich geholt und sich schlaugemacht, wo in der Branche Bedarf herrscht, und da hat sich die Barrierefreiheit herauskristallisiert“, so Föger – neben dem Ausbau des Radwegenetzes und anderen infrastrukturellen Maßnahmen, die beschäftigungswirksam sind. 

Marktchance ohne Handicap

„Die Branche ist auf einem guten Weg, ergänzt Föger. „Und nicht nur, weil die Barrierefreiheit gesetzlich normiert ist, sondern weil der Umgang mit Gästen mit Handicaps mittlerweile auch als Marktchance begriffen wird.“ Bestes Beispiel dafür ist Kufstein, wo die Stadtverwaltung etwa den Dorfplatz und andere infrastrukturelle Einrichtungen sukzessive barrierefrei gestaltet. Diesen Impuls nehmen Betriebe in der Region auf und springen nach und nach auf den „barrierefreien Zug“ auf. 

Details zur Förderung unter:
bit.ly/1UY3xge
www.tirol.gv.at

Autor/in:
Alexander Grübling
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