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Starker Rückgang bei Wiener Hotels

14.10.2008

Laut einer aktuellen Studie von Deloitte Österreich sind die Ergebnisse der Hotelbetriebe in der Bundeshauptstadt bescheiden. Im August 2008 fielen die Auslastung und der revPAR (Logieumsatz je verfügbarem Zimmer) um die bisher höchste Rate in diesem Jahr.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat reduzierte sich die Auslastung um 10,7 % (auf 73,2 %) und der revPAR um 15,7 % (auf EUR 74). Zum Vergleich, während der letzen drei Jahre erreichte die Auslastung im August immer Werte über 80 %. Erste Schätzungen für den Monat September weisen auf eine Fortführung dieses Trends hin, wenn auch mit etwas geringeren Rückgangsraten.

Amerikaner lassen aus

Aufgrund der Europameisterschaft stieg der revPAR um 47,7 % (auf EUR 159,29). Der Juni 2008 war somit der stärkste Monat des Jahres für die Wiener Hotellerie. Anhand der schwachen Auslastung von -10,3 % im Vergleich zum Vorjahr ist jedoch zu erkennen, dass der Anstieg der revPAR Werte ausschließlich auf den höheren Zimmerpreisen während der Europameisterschaft basiert.
Obwohl im Vergleich zum Vorjahr die Besucherzahlen im August 2008 konstant geblieben sind, ist die Zahl der Hotelgäste gefallen. Davon sind besonders die 5-und 4-Stern Segmente betroffen, die Verluste zwischen 4,1 % und 2,9 % bei den Besucherzahlen verbuchen mussten. Einer der Hauptfaktoren für den Rückgang der Gästezahlen ist das Ausbleiben amerikanischer Besucher aufgrund des schwachen Dollars. Dieses Jahr haben etwa 14,9 % weniger Amerikaner Wien besucht, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Historisch betrachtet gab es einen ähnlichen Rückgang der Hotel-Performance nur nach dem 11. September 2001. Die Erholungsphase des Marktes dauerte damals mehrere Monate.

Bettenkapazität steigt

Zudem wird die Entwicklung der Bettenkapazität in den nächsten Jahren einen Einfluss auf die Hotel-Performance haben. Laut ÖHV (Österreichische Hoteliervereinigung) wird die Bettenkapazität in Wien von derzeit 49.000 auf etwa 63.000 im Jahr 2015 ansteigen. "Um die Auslastung zu steigern und damit das Bettenwachstum nicht auf Lasten der bestehenden Betriebe und der ohnehin schon günstigen Preise erfolgt, braucht Wien im Jahr 2015 mindestens 14 Mio. Nächtigungen", erklärt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung.

"Dieser Anstieg entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 3,6 %. Besonders in Hinblick auf die derzeitigen wirtschaftlichen Ereignisse wird der benötigte Anstieg bei den Nächtigungen (3,6 % p.a.) nur sehr schwer zu erreichen sein, aber ein geringeres Nächtigungswachstum würde ein Minus bei den Auslastungswerten bedeuten", ergänzt Michael Kövesi, Partner und Immobilien-, Tourismus & Hotelexperte bei Deloitte Österreich.

Ähnliche Situation in anderen Städten

Michael Kövesi geht davon aus, dass die derzeitigen Ereignisse in der Finanzbranche sowie der Rückgang bei der Hotel-Performance, aufgrund steigender Finanzierungskosten und höherer Risiken, Auswirkungen auf Investitionen in der Hotelbranche haben werden. Auch andere europäische Städte sind von einem ähnlich starken Rückgang im Hotelgeschäft betroffen. In Budapest fielen Auslastung und revPAR um 12,1 % und 15,9 %, in Bratislava um 12,1 % und 11,9 %, und in Prag um 12,3 % und 21,8 %.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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