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Starkes Kostenbewusstsein

07.10.2010

Der Geschäftsreisemarkt erholt sich langsam wieder – steht aber noch immer unter hohem Preisdruck. Kostenbewusstsein beim Kofferpacken“, so lässt sich das Reiseverhalten der Manager 2010 zusammenfassen.

Rascher und guter Service – etwa beim Check-in und Check-out – ist für die Hotelauswahl von Geschäftsreisenden oft ein wichtigeres Kriterium als die Sternekategorie

204 Manager, zu 55 Prozent aus der ersten Ebene, nahmen an der Mobilitätstudie teil, die Triconsult im Auftrag des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF) durchführte. Verglichen wurde die Reisetätigkeit vor der Krise (2008) mit jener der letzten 12 Monate. Dabei reduzierten sich die Auslandsreisen deutlich: 30 statt 34 Tage verbrachten Manager außerhalb Österreichs, auch im Inland wurde im Schnitt ein Reisetag (45 statt 46) eingespart.

Auto statt Bahn oder Flugzeug
Nicht nur die Gesamtreisetage reduzierten sich, auch die Flugreisen wurden ein Sparopfer. „Im Inlandsverkehr zählen Bahn und Flugzeug zu den Verlierern bei der Verkehrsmittelpräferenz, 69 Prozent aller Reisen erfolgen mit dem PKW“, sieht Studienautor Dr. Felix Josef einen wenig ökologischen Trend. Denn immerhin acht Prozent mehr Reisen als noch 2008 werden im Auto unternommen. Der Zuwachs setzt sich auch bei Auslandseinsätzen fort. Hier erfolgten 27 Prozent (statt 23 Prozent vor zwei Jahren) per PKW – auf Kosten des geringen Bahnanteils (fiel von zwei Prozent auf null) und der Flugreisen, die einen Anteil von 65 Prozent (minus vier Prozent) ausmachten.

Videokonferenzen ersetzen immer öfter Reisen
Auch moderne Kommunikationsformen wie Videokonferenzen werden verstärkt genutzt. Jeder zweite Befragte berichtet von eingesparten Reisen, im Jahresschnitt waren dies immerhin vier pro Firma. „Vor allem in den unteren Führungsriegen spricht ein gutes Drittel von deutlich restriktiveren Reiserichtlinien in den Unternehmen als 2008“, rundet Josef das Bild ab. Schuld ist einmal mehr der steigende Kostendruck, der sich auch in anderen Parametern zeigt. 79 Prozent (plus fünf Prozent) sehen die Flugkosten als „starkes“ oder „sehr starkes“ Auswahlkriterium für Airlines. „Dies ist kein Lippenbekenntnis“, ergänzt WdF-Generalsekretär Mag. Roland Graf. „Der Anteil der Lowcost-Carrier stieg dabei kräftig an. Nur 78 Prozent der Manager nutzen zumindest fallweise Billigflieger, allein dieser Anteil stieg um zehn Prozent.“

Eco-Hotels im Kommen
Für die heimische Hotellerie attestiert der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Peter Peer, dass der Geschäftsreisemarkt sich zwar langsam wieder erholt nach den Krisenjahren, „aber leider viel zu zaghaft“. Und der Preisdruck auf die einzelnen Hotels sei enorm. Wenn man sich die einzelnen Sterne-Kategorien ansieht, erholen sich die Vier- und Fünf-Sterne-Betriebe schneller, als Zwei- bzw. Drei-Sterne-Hotels, allerdings hätten die Top-Hotels auch deutlich mehr Marktanteile verloren und es sei noch immer eine gewisse Zurückhaltung bei der Buchung von Fünf-Sterne-Betrieben zu merken. Immer stärker seien auch die Eco- oder Budget-Hotels im Kommen, die eine hochwertige Übernachtungsmöglichkeit mit reduziertem Serviceangebot bieten.

Internet über Kabel

Dabei habe die Infrastruktur hohe Bedeutung. Peer: „W-Lan ist Standard, wobei heute immer mehr Firmen aus Sicherheitsgründen lieber auf Lan, also auf fixe Kabelverbindungen, setzen. Das ist immer öfter ein echtes Entscheidungskriterium für eine Hotelbuchung von Unternehmen.“Weiters notwendig für Businessgäste sei ein gut ausgestattetes Badezimmer, interessanterweise aber immer weniger ein großer Schreibtisch, da die Leute immer mehr am Bett mit ihrem Laptop arbeiten würden. „Ein wichtiger Punkt ist auch die Lage eines Hotels zur Firma, zum Messegelände oder zum Stadtzentrum. Das sind Treiber“, so Peer.

Relevantes Frühstück
Auch ein gutes Frühstücksangebot werde nach wie vor geschätzt, geändert beim Thema Verpflegung habe sich dagegen die Minibarausstattung. Während früher eine gewisse Auswahl an Spirituosen Standard gewesen sei, würden heute fast ausschließlich Mineralwasser, Fruchtsäfte und Bier konsumiert werden.

Clemens Kriegelstein

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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