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Startklar für Tourismusplus

18.03.2005

Durch die Low Cost Carrier sind Flugreisen im Aufwind – positive Effekte für das heimische Incoming.

Das beliebteste Urlaubsland der Österreicher ist nach wie vor Österreich. Doch der Inlandsurlaub büßte in den letzten Jahren an Attraktivität ein. Waren es laut Analyse des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung 2003 noch 28 Prozent, sanken die Zahlen der in der Alpenrepublik urlaubenden Österreicher 2004 auf 25 Prozent.
Das heißt, dass die Gäste aus dem Ausland für eine positive Tourismusbilanz immer wichtiger werden.

Neue Gästeschichten
Diesbezüglich spielen Fluglinien eine zentrale Rolle, allen voran die Low Cost Carrier. Sie haben nicht nur frischen Wind in den Flugverkehr gebracht, sondern auch dem Tourismus neue Gästeschichten und Marketingchancen erschlossen. Die Wachstumszahlen beweisen es: 1998 haben die Low Cost Carriere in Europa 8 Millionen Passagier befördert, 2003 waren es hingegen schon 42 Millionen. Davon profitieren die Destinationen Wien, Salzburg und Klagenfurt bereits nachhaltig. Etwa die Hälfte der Wien-Gäste reisen mit dem Flugzeug an, wobei 21 Prozent davon mit einer Billig-Airline kommen. In Klagenfurt freut man sich dank Ryanair, die die Kärntner Landeshauptstadt mit Frankfurt und London verbindet, über 70 Prozent neuer Gäste, die ohne den regelmäßigen Verbindungen nie nach Kärnten gekommen wären. Über neues Geschäft können sich auch die Salzburger Skiregionen freuen. „Die Erfolge der Hapag-Lloyd Express-Verbindungen von Berlin, Hamburg, Hannover und Köln samt gratis Skitransport lassen sich noch nicht beziffern, aber ein paar Prozente an Zuwächsen sind es ganz bestimmt“, berichtet Mario Bayer, Marketingleiter International der Salzburger Land Tourismus GesmbH, optimistisch.
Mittlerweile setzen auch die anderen Bundesländer verstärkt Aktivitäten. Unter dem Motto „FlyWinterdreams“ macht Tirol gemeinsam mit Austrian Airlines und Avis Lust auf die fünf Tiroler Gletscher (Kaunertal, Pitztal, Sölden, Stubaital und Hintertux). Beworben wird das Angebot, wo neben Übernachtung, Skipass, Flug und Leihauto auch Skischule und Skiausrüstung gebucht werden kann, in elf Destinationen – wie etwa Warschau, Prag, Köln sowie Hamburg. Doch der Ruf nach Low Cost Carriern wird in Tirol immer lauter. Manfred Furtner, ÖHV-Vizepräsident und Tiroler Landesvorsitzender, ist davon überzeugt, dass sich Tirol endlich öffnen muss, da dem Tourismus sonst der Verlust von Marktanteilen droht. Seine Forderung nach neuen touristischen Impulsen, verstärkter Internationalisierung der Gästestruktur und Reduzierung des PKW-Verkehrs fiel auf fruchtbaren Boden.

Sinkende Anreisekosten
Der Flughafen Innsbruck führt bereits Gespräche mit einigen Low Fare Carrieren und wird die ITB in Berlin für weitere intensive Gespräche nützen. „Das ist ein wichtiger Schritt, um Tirol touristisch noch attraktiver zu machen“, bestätigt Fabien Edenhauser-Riede, Pressesprecherin der Tirol Werbung und schickt nach: „Billigfluggäste sind nicht automatisch Billiggäste“. Das untermauern auch die Beobachtungen der Tourismusberater von Roland Berger Strategy Consultants, wonach die Ausgaben am Aufenthaltsort zwischen 1993 und 2003 von 60 auf 67 Prozent stiegen, während für die An- und Abreise immer weniger Geld ausgegeben wurde. Sprich: Auch 5-Sterne-Hotelgäste fliegen „low cost“. Das so gesparte Urlaubsbudget wird dafür für Übernachtung und touristische Angebote verwendet, womit mehr Geld im Land bleibt.

Genügend weiße Flecken
Das Burgenland, das im letzten Jahr im Bezug auf die Beliebtheit bei den Österreichern die stärksten Einbußen hinnehmen musste, rüstet sich ebenfalls für neue Märkte. Die European
Spa World, zu der sich Thermen im Burgenland, der Steiermark, in Ungarn und Slowenien zusammengeschlossen haben, versucht mittels Kooperation mit dem Flughafen in Graz das Incoming anzukurbeln. „Spezielle Wellness-Packages gibt es etwa mit der Welcome Air, die Graz mit Innsbruck und Hannover verbindet, und mit Intersky, die viermal wöchentlich von Friedrichshafen nach Graz fliegt“, erläutert ESW-Geschäftsführer Alfred Herz-Digruber. Zusätzlich wird an weiteren Konzepten gefeilt,
um das Spa- und Wellnessimage im Ausland aufzupolieren. Tourismusdirektor Gerhard Gucher ist diesbezüglich auch Low Cost Carriern gegenüber aufgeschlossen, vorausgesetzt „das Kosten-Nutzenverhältnis passt“. Betätigungsfelder dafür gibt es zur Genüge. Bis jetzt gibt es keine billige Flugverbindung vom skandinavischen Raum nach Österreich. Sehr zum Bedauern von Bo Schou Lauridsen, dem Region Manager der ÖW-Skandinavien: „Solange sich das nicht ändert, sind beispielsweise Prag und Rom, die Flugverbindungen haben, sehr starke Konkurrenten für Wien.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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