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Steigende Kapazität in Wien erhöht den Druck

01.08.2013

Wien. Der aktuelle Hotelmarktreport Wien von Kohl & Partner Hotel und Tourismus Consulting zeigt, dass trotz weiterer Nächtigungsrekorde die steigende Zimmerkapazität einen gewaltigen Nachfragedruck auslösen. Außerdem halten die Wachstumsraten mit den wichtigsten deutschen Städten nicht mit. Massive Einbrüche wären schwer zu verkraften.

Die Tourismusrekorde in Wien gehen weiter. Auch für das 1. Halbjahr konnte in Wien wiederum ein Nächtigungsrekord vermeldet werden, wobei besonders die Monate März und Mai zur positiven Bilanz beitrugen. Analog zur Nächtigungsentwicklung steigen auch die Zimmerkapazitäten weiter an. Allein im 1. Halbjahr 2013 eröffneten rund 1.200 neue Zimmer. Der Druck auf die Nachfrage ist also weiterhin geben. Eine Nachfragepause darf sich der Wiener Tourismusmarkt nicht erlauben, um auf einzelbetrieblicher Ebene keine massiven Einbrüche erleiden zu müssen. Vergleicht man die Wachstumsraten mit den wichtigsten deutschen Städtemetropolen kann Wien im 1. Halbjahr nicht ganz Schritt halten.

Attraktive Ganzjahresdestination
Im 10 Jahres Vergleich konnten die Nächtigungen in allen Monaten der ersten Jahreshälfte um mindestens 41 Prozent bis maximal 60 Prozent gesteigert werden. „Wien hat sich in den letzten 10 Jahren zu einer echten Ganzjahresdestination entwickelt. Vor allem in den schwächeren Monaten Januar und Februar gab es überdurchschnittliche Zuwächse. Diese Entwicklung ist mitunter auch der professionellen Arbeit des Wien-Tourismus zu verdanken“ so Hautli, Geschäftsleiter des Wiener Büros von Kohl & Partner. Die Wachstumsraten stellen Wien aber auch vor Herausforderungen. „Sollte sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen wird Wien buchstäblich aus allen Nähten platzen. Dabei geht es nicht nur um Kapazitätsengpässe am Flughafen Wien durch eine fehlende dritte Landebahn sondern auch um hochfrequentierte Sehenswürdigkeiten oder die Wiener Innenstadt“, erläutert Hautli.

Kapazitäten steigen weiter
In der ersten Jahreshälfte 2013 eröffneten fünf neue Hotels mit rd. 1200 Zimmern und insgesamt 2.850 Betten. Darunter finden sich namhafte Projekte wie das Palais Hansen Kempinski oder die Fertigstellung des 25hours Hotels. Auch am neuen Hauptbahnhof erwarten bereits die ersten Hotels ihre Gäste. Im Jahresverlauf stehen dem Hotelmarkt Wien weitere Hoteleröffnungen bevor. Verteilt über alle Kategorien werden neun neue Hotels ihren Betrieb aufnehmen und das Angebot um zusätzliche 1.050 Zimmer erweitern.

Das Problem der Auslastung
Von 2003 bis 2012 hat sich die Beherbergungskapazität am Wiener Markt durch Zuwachs von rd. 7.500 Zimmer um ein Drittel erhöht (+ 34,9 %). Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rd. 3 Prozent. In der gleichen Zeit sind die Nächtigungen um rd. 54,2 Prozent (2003-2012) gestiegen. Auf Basis einer von Kohl & Partner durchgeführten Hochrechnung erläutert Hautli:  „Die starke Nachfrage kann momentan die steigenden Kapazitäten noch bedienen auch wenn nicht alle Kategorien gleichermaßen profitieren. Um die Auslastung auf dem aktuellen Niveau halten zu können, müssen aber bis 2014 die Übernachtungen im Vergleich zu 2012 um rd. 10 Prozent auf 13,4 Millionen gesteigert werden. Dies entspricht absolut rd. 1,2 Millionen zusätzlichen Nächtigungen“.

Verschärfter Preiskampf
Im Vergleich mit den drei deutschen Top-Tourismusmetropolen Berlin, Hamburg und München zeigt sich, dass Wien bei den Wachstumsraten im 1. Halbjahr zurückliegt. Trotz ähnlicher saisonaler Nachfrageschwankungen weisen die deutschen Städte in jedem Monat des Jahres 2013 deutliche Nächtigungszuwächse auf. Wien hingegen konnte im Januar sowie im April 2013 nicht an die Vorjahresmonate anknüpfen. „Trotz guter Wachstumsraten bei der Nachfrage kämpft man auch in Metropolen wie z.B. Berlin mit einem stark wachsenden Angebot und einem dadurch verschärften Preiskampf“, weiß Hautli. „Berlin wie Wien weisen einen sehr hohen Anteil an Leisure Touristen auf, die traditionell preissensibler sind. Die Situation in München ist durch das sehr gute Messegeschäft, die vielen internationalen Business-Headquarter sowie den „Ausnahmewochen“ Oktoberfest eine andere“.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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