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Sternenklare Kategorien

10.03.2004

Der Fachverband Hotellerie und die ÖGZ ermitteln erstmals die besten zertifizierten Betriebe in allen Sterne-Kategorien und vergeben im Rahmen eines Wettbewerbs den Sterne-Award 2004.

Seit rund zwei Jahren gelten die neuen Kritieren zur Vergabe der Hotel-Sterne. Die Komissionen sind mit Volldampf im Einsatz, anhand der vorgegebenen Mindestkriterien Hotels einer der fünf Sterne-Kategorien zuzuordnen und so den Gästen eine objektive Produktwahrheit zu verschaffen.
Der Nutzen der Sterne beschränkt sich freilich nicht auf den Gast allein. „Für den Hotelier sind sie auch ein gewichtiges Verkaufsinstrument“, ist Hans Melcher, Obmann des Fachverbands Hotellerie, überzeugt. Ob in Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden oder im wachsenden Online-Verkauf – die Sterne sind ein anerkanntes und wichtiges Zertifikat.

Mit den Augen des Gastes
Die Zertifizierung wird von Sterne-Kommissionen vorgenommen, die bei ihrer Bewertung nicht immer vor einer leichten Aufgabe stehen. „Das eigene Haus immer wieder mit den Augen eines Gastes sehen, ist sicher ein Geheimnis, das hinter dem Erfolg eines Betriebes steht“, ist Herbert Osterbauer, stellvertretender Obmann der Fachgruppe Hotellerie Niederösterreich überzeugt, „und dieses Fingerspitzengefühl darf auch von Kommissionierungsmitgliedern verlangt werden.“ Und Andreas Vögl, Kommissionsmitglied mit internationaler Erfahrung, ergänzt: „Unsere Aufgabe ist es, den Unternehmern, Eigentümern oder Direktoren professionelle Hilfestellung zu geben. Entweder zur Erlangung der angestrebten Klassifizierung oder um Alternativen aufzuzeigen.“
So wissen in der Praxis manche Betriebe den Besuch der Kommission für ihr eigenes Gästebindungsprogramm zu nutzen. Der Stern als Produkt- und Leistungsversprechen bringt dem Hotelier aber auch noch weitere Wettbewerbsvorteilen. Die klaren Qualitätsstandards dienen dem Hotelier als verlässliche Richtlinie bei der Kosten-Nutzen-Analyse für Neuinvestitionen und auch als nützliche Argumentationshilfe bei der Aufnahme von Fremdkapital.

Sternenregen im Juni
Um die Sterne noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, werden heuer im Juni im Rahmen einer großen Gala erstmals Mitgliedsbetriebe jeder Sternekategorie für ihre Leistungen ausgezeichnet. „Im Rahmen der Gala wollen wir Unternehmer und Unternehmen auszeichnen, die in ihrer jeweiligen Kategorie besonderes Vorbild sind“, erläutert Mag. Gabriele Leitner, Geschäftsführerin des Fachverbandes Hotellerie.
Alle Mitgliedsbetriebe sind aufgerufen nach den Sternen zu greifen. Die Bewerbungsfrist für den „Sterne-Award“ beginnt im März.

Tourismusexperten aus verschiedensten Bereichen sind sich in einem einig: Österreichs Hotellerie braucht die Sternen-Kategorisierung. Die meisten schätzen das bestehende Bewertungssystem, wenngleich kritische Töne nicht fehlen.

Lob …
So lobt Josef Reitinger-Laska, Obmann des ÖVT (Österreichischer Verein für Touristik): „Reisebüro-Organisationen gibt das System der Hotel-Sterne die Sicherheit, dass das Leistungsversprechen der Sterne auch mit der Wirklichkeit übereinstimmt, was etwa in Ländern, deren Kategorisierung an die Steuerleistung gekoppelt wird, nicht der Fall ist.“ Wenn es etwas zu bemängeln gebe, dann die Bekanntheit des Systems jenseits der Grenzen. Eine stärkere Kommunikation der Inhalte wäre sicherlich vorteilhaft, so Reitinger- Laska.

… und Tadel
Peter Peer, andererseits, der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), beanstandet ein Übergewicht an Hardwarekompenten bei der Sternen-Vergabe. „Es fehlt mir vor allem ein Aspekt: Was will eigentlich der Gast? Die Qualität eines Hotels misst sich letztlich nicht nach der Anzahl von Quadratmeter oder der Mitarbeitern, sondern am Wohlbefinden der Gäste.“

Objektiver Maßstab
„Hardware-Fakten wie die Anzahl der Mitarbeiter sagen freilich sehr wohl auch einiges über das Leistungsniveau eines Hotels aus“, hält dem Mag. Susanne Kraus-Winkler, Interessenvertreterin der nö. Hoteliers, entgegen. Die Bewertung der Hardware anhand von Mindestkriterien sei ein durchaus gut funktionierendes System, um den Gästen ein objektivierbares Leistungsversprechen und somit auch eine Art Konsumentenschutz zu bieten. Freilich könne auch ein gutes System verbessert werden. Im Rahmen einer für das Frühjahr geplanten Sterneoffensive sieht Kraus-Winkler zwei Ansätze, die Kategorisierung weiterzuentwickeln. „So herrscht derzeit zweifellos ein zu breites Spektrum im Bereich der 4-Sterne-Hotellerie.“ Dieser Umstand führe zu einer Verunsicherung der Gäste und sollte deswegen verbessert werden. Andererseits sei es derzeit problematisch, Betrieben, die an der Grenze einer Kategorie angesiedelt sind, jene Investitionen vorzugeben, die zum Erhalt der Sterne nötig sind. Hier könnte man die Hoteliers mit einer Art Anleitung für einen klaren Investitionsplan bei der Umsetzung der Sterne-Kategorien unterstützen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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