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Steuerprügel für die Tourismusbranche

15.12.2015

Umsatzsteuer-Wartungserlass 2015: Wann wird wie viel Umsatzsteuer fällig? 

Für die Wirtschaft Österreichs ist die Tourismusindustrie von enormer Bedeutung. Man sollte daher meinen, dass der Gesetzgeber genau überlegt, bevor diesem Wirtschaftszweig neue Bestimmungen zugemutet werden. Mit dem ist es aber nicht weit her. Geht es nach dem USt-Wartungserlass 2015 wird der Administrationsaufwand weiter erhöht und fehleranfälliger. Die Frist zur Stellungnahme der Interessenvertretungen ist abgelaufen, aber der Erlass ist noch immer nicht veröffentlicht. Eine letzte Hoffnung auf Erleichterung bleibt also. 

Bekanntlich hat uns die Steuerreform 2016 einen neuen Umsatzsteuersatz in der Höhe von 13 % beschert. Dieser kommt unter anderem für Beherbergungsleistungen zur Anwendung, die bisher dem 10-%-Satz unterlegen sind.

Dazu muss man sich zunächst einmal die Übergangsbestimmungen merken:

  • Der Satz von 13 % kommt erst ab 1. 5. 2016 zur Anwendung.
  • Für Umsätze, die zwischen 1. 5. 2016 und 31. 12. 2017 ausgeführt werden, gilt jedoch weiterhin der Steuersatz von 10 % unter der Voraussetzung, dass die damit zusammenhängende Buchung und An- oder Vorauszahlung vor dem 1. 9. 2015 getätigt wurde.

Damit ergeben sich für folgende Zeiträume folgende Voraussetzungen und Steuersätze:

  • 10 % bei kompletter Zahlung und Durchführung der Beherbergung bis 30. 4. 2016.
  • 13 % bei kompletter Bezahlung und Durchführung der Beherbergung nach dem 30. 4. 2016.
  • 10 % bei Buchung und Anzahlung für Beherbergung, die nach dem 30. 4. 2016, aber vor dem 31. 12. 2017 durchgeführt wird; bis 1. 9. 2015 auch, wenn der Restbetrag nach dem 30. 4. 2016 bezahlt wird.
  • 13 % bei Buchung und Anzahlung nach dem 31. 8. 2015 und Durchführung der Beherbergung nach dem 30. 4. 2016.
  • Die 3 % Umsatzsteuer muss auf die mit nur 10 % besteuerte Anzahlung nachverrechnet werden. 

​Eine Gratulation an alle Incoming-Agenturen und Reisebüros, die das auch so hinbekommen haben. Gute Nerven wünschen wir allen Beherbergungsbetrieben, die das noch administrieren müssen.

Pauschalpakete

Aber es wird leider noch komplizierter. Seit vielen Jahren geht der Trend im Tourismus hin zu Pauschalangeboten. Der Gast will wissen, was ihn der Urlaub kostet und neben der Beherber-gung Verköstigung, Getränke auch Nebenleistungen wie Golf, Skipass und dergleichen in einem Paket kaufen. 
Für die Aufteilung des pauschalen Entgeltes auf Beherbergung und Verköstigung sieht der Wartungserlass nicht weniger als vier Preisstaffeln vor, die das Verhältnis Zimmerpreis zu Preis für Frühstück, Mittag- und Abendessen regeln.

Der Einwand der Hotellerie ist­ – abgesehen vom enormen Verwaltungsaufwand –, dass die Zimmerpreise starken Schwankungen unterliegen und je nach Lage zum Beispiel der Wochenendpreis höher ist als der Preis unter der Woche. Das würde zu unterschiedlichen Verteilungsschlüsseln für die Umsatzsteuer führen. Die EDV der Hotels müsste auf dieses komplizierte System umgestellt werden. Aber ob beispielsweise beim Touristen aus Japan so eine Rechnung nicht Argwohn erregt, muss erst ausprobiert werden.

Der Wunsch der Interessenvertretung war daher, den Durchschnittszimmerpreis des Vorjahres heranzuziehen. Ob er erhört wurde, bleibt abzuwarten. Für andere Leistungen bleibt der alte All-inclusiv-Erlass aufrecht. Bei Begrüßungscocktails, Golf- oder Reitstunden ändert sich nichts. Obwohl einzeln mit 
20 % besteuert, gilt im Paket der Steuersatz von 13 %. Beim Skipass tritt jedoch eine Verschlechterung ein. Er ist nur mit 10 % besteuert. Im Paket kommt man auf 13 %.

Eine „Entlastung“ sieht unserer Meinung anders aus.

Der Autor schreibt für die ÖGZ eine Expertenkolumne zu Steuerthemen und ist Steuerberater in Wien. www.kowarik.at

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