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Steuersenkung würde Branche beflügeln

13.07.2017

Eine Studie von HOTREC zu den Auswirkungen der Mehrwertsteuer auf Nächtigungen im europäischen Vergleich belegt: Eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes beflügelt die Beherbergungsbranche und sorgt sogar für mehr Steuereinnahmen des Staates. Im Falle von Österreich würde sie auch die Wettbewerbssituation mit unseren unmittelbaren Nachbarn entzerren. Deshalb fordert die Bundessparte Hotellerie in der WKÖ bei ihrem traditionellen Sommergespräch eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 10% und knüpft damit an eine Äußerung von Wirtschaftsminister Mahrer an, der sich durchaus bereit erklärt hatte, über eine solche Maßnahme nachzudenken.

Während in Österreich die Mehrwertsteuer vor zwei Jahren auf 13 Prozent erhöht wurde, beträgt der Mehrwertsteuersatz für Logis in Deutschland sieben Prozent, in der Schweiz 3,8 Prozent, in Italien und in Frankreich 10 Prozent. Eine aktuelle Studie der HOTREC - des europäischen Dachverbandes für Hotels, Restaurants und Cafés – belegt die positiven Auswirkungen reduzierter Mehrwertsteuersätze auf Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit. „Eine solcher Schritt würde als positiver Katalysatoreffekt für die Schaffung neuer Beschäftigungsverhältnisse, mehr Investitionen und Wachstum und damit Stärkung der heimischen Wettbewerbsfähigkeit sorgen“, betont Sigi Egger, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Die Studie

Anhand von Länderbeispielen wird in der Studie der positive Katalysatoreffekt gezeigt, den reduzierte Mehrwertsteuersätze für die Schaffung neuer Beschäftigungsverhältnisse, mehr Investitionen und Wachstum und damit Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit haben. Da in 20 von 28-EU-Staaten der Mehrwertsteuersatz für die Hotellerie niedriger ist als in Österreich und die Spitzenposition der heimischen Hotelbranche zweifellos von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit abhängig ist, bestehe hier dringender Handlungsbedarf.

Deutschland: Mehrwertsteuersenkung von 19 % auf 7 % mit 1.1.2010. Zwischen 2010 und 2016 wurden über 46.000 neue Jobs geschaffen. Dies ist ein Plus von 18,5 %. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft betrug der Anstieg im gleichen Zeitraum 14,6 %. Nach der aktuell vom Deutschen Statistischen Bundesamt veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik lag das Umsatzsteueraufkommen im Beherbergungsgewerbe im Jahr 2015 bei 3,493 Mrd. Euro – also um 72,8 Mio. Euro höher als im Jahr 2009, dem Jahr vor der Senkung. Auch die Investitionen im Hotelsektor haben sich in den ersten beiden Jahren der Umstellung mehr als verdoppelt.

Irland: Reduktion der Mehrwertsteuer von 13,5 % auf 9 % in 2011. Bis Ende 2016 sind alleine im Tourismussektor 37.600 neue Jobs entstanden. Rechnet man die Zulieferindustrie hinzu, beträgt der Anstieg insgesamt sogar 56.000 neue Jobs! Die Investitionen stiegen seit Mehrwertsteuersenkung 79 %. Dies brachte dem Fiskus Mehreinnahmen von 202 Mio. Euro gegenüber dem Zeitpunkt vor der Umstellung.

Für Österreich sei nach Meinung der WKÖ die Situation insgesamt noch dramatischer, da die unmittelbaren Mitbewerber Deutschland (mit 7 %) und der Schweiz (mit 3,8 %) über eklatant niedrigere Mehrwertsteuersätze verfügen.

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