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Steuertipps zum Jahresende

08.11.2017

Was kann, muss, sollte man bis Jahresende steuerlich noch tun?!

Experte

Michael Kowarik
Kanzlei Kowarik
T (1) 892 00 55 
E info@kowarik.at
www.kowarik.at

Tipps für Unternehmer
Investitionen wirken sich mit Ausnahme der geringwertigen Wirtschaftsgüter (bis € 400,–) grundsätzlich nur im Wege der Abschreibung aus.
Einzelunternehmer und Personengesellschaften können darüber hinaus den Gewinnfreibetrag in Höhe von 13 %
des Gewinnes (bis € 30.000,– automatisch) bestimmter Investitionen bzw. Wertpapiere gewinnmindernd geltend machen. Ab einem Gewinn von € 175.000,– wird dieser eingeschliffen.
Durch das RÄG 2014 sind die Bewertungsspielräume bei den Vorräten, halbfertigen Erzeugnissen (noch nicht abrechenbaren Leistungen) und Rückstellungen ziemlich eingeschränkt. Inventur gemacht werden muss natürlich trotzdem.

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können durch das Zuflussprinzip (Verlagerung von Einnahmen, Vorziehen von Ausgaben) ihr Ergebnis beeinflussen. Gleiches gilt für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

Spenden an begünstigte Institutionen sind in Höhe bis zu 10 % des laufenden Gewinnes (vor Gewinnfreibetrag) abzugsfähig.
 

Tipps für Arbeitnehmer
Bei den Werbungskosten (= beruflich veranlasste Ausgaben) gilt mit Ausnahme der AfA das Abflussprinzip, 
d. h. sie müssen auch tatsächlich bezahlt worden sein.
Bei Sachgeschenken und Betriebsveranstaltungen fallen bis zu € 186,– bzw. € 365,– weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung an.
Die freiwillige Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2012 ist nur mehr bis Jahresende möglich.
 

Sonstiges
Auch bei den Sonderausgaben
bestimmte Rentenzahlungen
„Topf-Ausgaben“ (Lebens-, Kranken- und Unfallversicherung, Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung), soweit noch möglich
freiwillige Weiterversicherungen
Nachkauf von Versicherungszeiten
Kirchenbeiträge
Spenden an begünstigte Institu-
tionen bis zu 10 % des Gesamtbetrages der Einkünfte (nach Verlustausgleich)
Steuerberatungshonorare (sofern nicht Betriebsausgaben oder Werbungskosten) 
gilt das Abflussprinzip!
Der Verlustabzug wird – soweit er bekannt ist – vom Steuerberater automatisch berücksichtigt.
 

Außergewöhnliche Belastungen
Dies sind die „unliebsamen“ Ausgaben, wo es besser wäre, sie nicht zu haben, z. B. Krankheits- oder Pflegekosten, Katastrophenschäden, unter Umständen Begräbniskosten.
Auch hier gilt das Abflussprinzip, darüber hinaus ist ein einkommensabhängiger Selbstbehalt in Abzug zu bringen. Um diesen zu überwinden, ist es ratsam, möglichst viele derartige Zahlungen in einem Jahr zu leisten!

 

Kein Selbstbehalt ist zu berücksichtigen bei
Aufwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden,
Kosten für eine auswärtige Berufsausbildung (Pauschale),
Aufwendungen für die Kinderbetreuung (max. € 2.300,– pro Jahr und Kind),
Mehraufwendungen wegen Behinderung (ab 25 % – Behindertenpass! – bzw. Bezug der erhöhten Familienbeihilfe).
Auch für Zahlungen für Bausparverträge und staatlich geförderte Zukunftsvorsorgen ist es am 32. Dezember zu spät!
Schließlich können unter Umständen Spekulationsgewinne und -verluste miteinander ausgeglichen (verrechnet) werden. Dies macht aber nur Sinn, wenn die Veräußerung ohnehin geplant ist, und erfordert eine Beratung im Einzelfall!

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