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Man muss anpacken, wenn man was verändern will: Mike Pansi.

Stillstand ist Rückschritt: Mike Pansi im Gespräch

03.07.2018

Digitalisierung und Modernisierung, Nachwuchsförderung, Internationalisierung, neue Wege gehen: Der neue Präsident der Köche Österreichs hat sich viel vorgenommen. 

 

Sie haben sich die Modernisierung und Digitalisierung auf die Fahnen geheftet – braucht der Kochverband eine Frischzellenkur?
Mike Pansi: Jein. Ich denke, dass sich jede große Institution in regelmäßigen Abständen selbst hinterfragen und neu aufstellen sollte – ohne dabei Traditionen und Bewährtes zu vergessen. Gerade bei Köchen bedeutet Stillstand Rückschritt. Es gehört zu unserem täglichen Brot, uns immer wieder kreativ neu aufzustellen.  
 
Warum bewirbt man sich für so ein Amt? Das klingt nach viel Arbeit … 
Es war ein sehr langer Prozess, bis ich mich wirklich dazu entschieden habe, dieses ehrwürdige Amt zu übernehmen. Immerhin sind einige große Namen zurück bis in die Monarchie damit verknüpft. Dieses Erbe wiegt schwer. Und ja, es ist viel Arbeit. Wenn man etwas bewirken und verändern will, muss man es anpacken. Erfolg hat drei Buchstaben: TUN. In diesem Amt kann man für unseren Berufsstand was tun und bewirken – darum ist es mir es wert, diese Arbeit auf mich zu nehmen. Unser kulinarisches Erbe ist so gewaltig und muss nach außen getragen werden. Unsere alpine Küche und unserer Köche sind die Visitenkarte des österreichischen Tourismus in der Welt. Die viele Arbeit wiegt ein wenig leichter, wenn man ein Ziel vor Augen hat.  

Wie vereinbaren Sie die Präsidentschaft mit Ihrem eigenen Betrieb?
Mit einem guten Time-Management funktioniert das wunderbar. Ich habe natürlich auch bei mir den Vorteil, dass mein Betrieb nicht alltäglich und „normal“ ist. Wir haben nur auf Reservierung offen und waren eines der ersten Pop-up- und Chef’s-Table-Restaurants in Vorarlberg. Es war immer ganz klar, dass wir eine Drei- Tage-Woche umsetzen wollen, um zu zeigen, dass es auch so funktionieren kann in der Gastronomie.

Und funktioniert es?
Ja, seit mittlerweile fünf Jahren. Ich wäre kein Koch, wenn mir die viele Freizeit auf einmal regelrecht auf den Kopf gefallen wäre. Ich habe die freien Zeitressourcen mit Projekten für unseren Berufsstand, aber mit Nachwuchsförderung und -entwicklung gefüllt. Es ist eine Herausforderung – Challenge accepted!
 
Was hat Ihnen an Ihrem Vorgänger Alois Gasser besonders gefallen?
Alois war ein Visonär und hat den Kochverband auf den richtigen Weg gebracht. Er hat vieles geschafft, auf dem ich aufbauen kann, er hat Grundlagen gelegt. Fachlich ist er ein Meister, ein Motivator. Ich hab in den vier Jahren als sein Stellvertreter und Vizepräsident des Verbandes von seiner Erfahrung und Art immens viel gelernt. Ich habe großen Respekt vor seiner Arbeit und seinen Visionen. Seine hochverdiente Pension und die Zeit mit seiner Familie gönne ich ihm. Aber wir verlieren einen Fels in der Brandung, der der Branche sehr gut getan hat. 

Autor/in:
Alexander Grübling
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