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Streit im Ötztal: Fehlt dem Ötztal Tourismus die Gewerberechtigung für die Vermittlung von Reisepaketen?

24.04.2017

Die Wirtschaftskammer Tirol und die BH Imst prüfen den TVB Ötztal Tourismus, der auch für Österreichs zweitstärkste Nächtigungsgemeinde Sölden zuständig ist, ob der TVB Reisepakete über seine Homepage verkaufen darf - ohne dafür eine Gerweberechtigung zu haben und diverse Auflagen zu erfüllen. Es geht um Angebote wie z.B. drei Übernachtungen plus Skipass plus Festivalticket, die direkt über den TVB abgerechnet werden und nicht über das jeweilige Hotel, vermeldet die "Tiroler Tageszeitung".

„Das ist eine klassische Vermittlung“, stellt Bernhard Wanner, Geschäftsführer der Fachgruppe der Reisebüros der Wirtschaftskammer (WK) Tirol, klar. Und für eine solche Vermittlung sei eine Gewerbeberechtigung nötig. Andreas Kröll, Obmann der Tiroler Reisebüros in der WK Tirol, sieht es genauso. „In einem solchen Fall benötigt der TVB eine Gewerbeberechtigung als Reisebüro“, betont Kröll gegenüber der TT. Andere Tuourismusverbände in Tirol geben dagegen direkt das Hotel als Zahlungsempfänger an, wodurch laut Kröll kein solches Gewerbe nötig sei. Oder sie besitzen – wie etwa Paznaun-Ischgl – ein Reisebüro-Gewerbe. Manch anderer TVB betreibt eine eigene Incoming-Firma.

Als Veranstalter müsste der TVB laut Reisebüro-Obmann Kröll zudem eine Veranstalternummer führen und im Veranstalterverzeichnis des Wirtschaftsministeriums registriert sein. „All das sehe ich aber nicht“, kritisiert Kröll. Auch weitere Auflagen wären zu erfüllen, etwa eine Insolvenzversicherung. Die Rolle von Tourismusverbänden als Buchungsplattformen sieht Kröll generell kritisch, weil die Verbände auch mit Geldern der Reisebüros finanziert werden. „Wer so etwas machen will, soll eine Firma gründen und am Markt anbieten.“

Die Reaktion vom TVB

TVB-Anwalt Markus Skarics sieht die Sache entspannt. „Wir sind der Ansicht, dass alles im rechtlich richtigen Rahmen abgewickelt wurde“, sagt er. Dies beruhe auf einer Vereinbarung zwischen Land und Wirtschaftskammer aus den 1990er-Jahren. Demnach sei eine Vermittlungstätigkeit möglich, wenn im TVB ein Mitarbeiter mit Reisebüro-Konzession arbeitet. Bei Ötztal Tourismus sei dies bei einer Mitarbeiterin der Fall. Im Gewerberegister scheint besagte Mitarbeiterin allerdings nicht auf.

Trotz allem sei Ötztal Tourismus dabei, im Hinblick auf die Änderungen der Reisebüroversicherungsordnung ein eigenes Reisebüro anzumelden. „Damit wir alles auf rechtlich einwandfreie Beine stellen“, begründet TVB-Geschäftsführer Oliver Schwarz diesen Schritt gegenüber der TT. Vergangenen Jänner wurde die „Ötztal Tourismus Incoming GmbH“ gegründet. Noch scheint auch diese Firma weder im Gewerberegister noch im Veranstalterregister des Ministeriums auf.

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