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Ein österreichisches Produkt mit langer Geschichte: Flaschen aus den Jahren 1832, 1950, 1980 und 2017.

Stroh Rum: Kochbuch zum 185. Geburtstag

09.10.2017

Zum Jubiläum wollte man raus aus der „Jagatee“-Ecke. An der Rezeptsammlung „Spirit of Austria“ beteiligten sich Top-Patissiers und die Crème de la Crème der Cocktail-Szene.

Verglichen mit der Unternehmensgeschichte, bin ich gerade die Dauer einer Ferialpraxis dabei“, scherzte „Stroh“-Eigentümer Harold Burstein. Er hatte als ehemaliger Mitarbeiter das 1832 von Sebastian Stroh in St. Paul im Kärntner Lavanttal gegründete Spirituosen-Haus in Form eines Management-Buy-out übernommen. Produziert werden Inländer Rum und die beiden Liköre „Cream“ und „Fire“ in Klagenfurt, „rund 75 % der Erzeugnisse gehen in den Export“. Dass angesichts der Jubiläumsfeier auch der berühmt-berüchtigte „Stroh 80“, einer der stärksten Brände weltweit, zur Sprache kommen musste, war klar. Christian Grünwald, der Verleger des Stroh-Kochbuchs „Spirit of Austria“, zeigte sich aber froh, „über einen Extremismus in einer Zeit, die ohnehin immer mehr ,light‘, soft und fettreduziert wird“. „Es gibt wohl keinen Österreicher, der keine Kindheitserinnerungen an den Inländer Rum hat“, ergänzte Burstein beim Festakt im Wiener Restaurant „Meinl am Graben“. Diese Bezeichnung ist mittlerweile in der EU geografisch geschützt, „Inländer Rum“ muss zu 100 % in Österreich aus Zuckerrohrmelasse hergestellt werden. Während Rum bereits in der k. u. k. Flotte als Teil der täglichen Verpflegung fungierte, ist die ikonische Stroh-Flasche etwas jüngeren Datums, sie zitiert die flachen Flaschen der Prohibitionszeit, die leicht versteckt werden konnten.

Oolong statt Jagertee

Zum Jubiläum wurde mit „The Spirit of Austria“ auch die moderne Interpretation der Mehlspeisküche gefeiert. Josef Haslinger (Meinl am Graben), „Tian“-Patissier Thomas Scheiblhofer und Pierre Reboul (Ströck) nahmen sich der süßen Seite an, Josef Floh (Gastwirtschaft Floh, Langenlebarn) und Alexander David (Meinl am Graben) ergänzten um Vorspeisen und Hauptgerichte. Besonders spannend angesichts des untrennbar mit dem Jagertee verbundenen Images des Kärntner Rums fiel aber das Cocktail-Kapitel aus. Sowohl Neuinterpretationen von bekannten Rum-Cocktails, etwa die „Pina Strohlada“ von Heinz Kaiser (Dino’s American Bar) wie auch Neu-kreationen steuerte das Wiener Mixologen-Quartett bei. Cocktail-Rezepte von Roberto Pavlovic (Roberto’s), Kan Zuo (The Sign Lounge) und Reinhard Pohorec (Tür 7, Wien) kombinieren die unterschiedlichen Alkoholstärken von Stroh (40, 60 und 80 %) mit Kalamansi, Ketchup oder Kaffee. Und augenzwinkernd erhält der Jagertee bei Zuo mit Oolong Tee sogar einen asiatischen Touch. Das Buch zum Jubiläum („The Spirit of Austria“, Edition A la Carte, ist um EUR 16,90 erhältlich).

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