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Stunde der Egoisten?

01.06.2016

Die Kritik von Wirtschaftsminister und Vize-Kanzler Reinhold Mitterlehner an den Sozialpartnern klingt auf den ersten Blick nachvollziehbar. Auf den zweiten ist sie aber wenig zielführend.

Viele Menschen schauen „nur“ auf ihre Welt. Da kennen sie sich aus, von dort beziehen sie ihre Einkünfte, darum kreisen ihre Gedanken. Es gibt nur wenige, die das Große und Ganze im Blick haben (sollten). Zum Beispiel Bürgermeister, Minister oder Kanzler. Sie müssen die vielfältigen Interessen der Gesellschaft zu einem Ausgleich bringen. Auf die neue Regierung prasseln jetzt vielfältige Begehrlichkeiten herein. Also hat der Vizekanzler ausgesprochen, was viele denken: Die Sozialpartner sollen im Auge behalten, was Österreich im Ganzen nutzt, und nicht immer nur ihre Gruppeninteressen. 
Aber wie sollte es anders sein? Natürlich vertritt z.B. jeder Spartenobmann in der Kammer die Interessen seiner Klientel. Ihm oder ihr obliegt es, zum Beispiel auf Herausforderungen in der Hotellerie hinzuweisen. Das fassen viele als Jammern auf hohem Niveau auf. Die Nächtigungsrekorde prasseln – und die Hotellerie jammert. So kommt das bei vielen Gästen und wohl auch beim Minister an. Weil Außenstehende nicht die Zusammenhänge sehen. Diese Zusammenhänge zu erklären ist die Aufgabe der Interessengruppen. Man muss ihnen allerdings zuhören (wollen). Natürlich auch den Angestellten und den Gästen. Erst daraus ergibt sich ein realistisches Bild der Lage. Die ist manchmal trotz äußeren Glanzes und schöner Statistik doch nicht so glänzend. Dieses Hinweisen als Egoismus abzukanzeln ist verständlich, aber billig. Besser wäre es, gemeinsam am Abbau von Missständen zu arbeiten. Was momentan in kleinen Schritten gelingt, auch auf europäischer Ebene. Aber immer noch zu langsam. Denn man muss ja so viele Einzelinteressen im Auge behalten.

http://www.gast.at/gast/wko-kontingentloesung-fuer-saisoniers-zurueckneh...

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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