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Südtirol Spezial: Die Zukunft hat schon begonnen

16.09.2005

Der massive Einbruch von traditionellen Absatzmärkten hat zu einem Umdenken unter Südtirols Winzern geführt. Mit sehr erfreulichen Konsequenzen.

Ein gängiger Witz unter italienischen Winzern, über den viele Südtiroler lange nicht lachen konnten, geht so: „Welcher ist der größte See Italiens? – Der Kalterer (Wein)See.“

Seit einigen Jahren haben jedoch auch andere italienische Weinbauregionen, wie die Toskana oder das Piemont, massive Absatzprobleme und ertrinken in ihren unverkäuflichen „Weinseen“, während rund um den Kalterer See mutige Pioniere wieder investieren und zum Teil sehr überzeugende Weine produzieren, auch aus der allgegenwärtigen und viel gescholtenen Vernatsch-Traube.
Auch wenn es die „internationalen“ Rebsorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc und Weißburgunder beim Weißwein und Merlot, Cabernet Sauvignon und Pino Noir beim Rotwein waren, die den Weg aus der Krise zeigten, wenden sich immer mehr Südtiroler Winzer wieder ihren traditionellen Rebsorten wie Gewürztraminer, Lagrein und auch dem Vernatsch zu. Die Ergebnisse sind zum Teil sehr überzeugend. Zur Ehrenrettung der Südtiroler Winzer sei zudem gesagt, dass die Burgundersorten hier nicht wie anderswo aus kurzfristigen Marketingüberlegungen ausgepflanzt wurden, sondern seit über hundert Jahren ganz hervorragend gedeihen.

Trotz der zweilfellos stattgefundenen Rennaisance des Südtiroler Weinbaus bleiben noch einige strukturelle Probleme bestehen. So werden mehr als 90% der Weine als DOC-Weine produziert, was diese Qualifizierung in den Augen der Konsumenten entwertet. Eine enger gefasste und klarer definierte DOC-Regelung könnte hier einiges verbessern.

Besonders für die zahlreichen Genossenschaften, die immer noch mehr als 70% der gesamten Menge produzieren, wird hier ein Marketing-Instrument entwertet, das für andere Regionen Italiens unverzichtbar ist.

In allen Top-Restaurants Italiens findet man heute Weine aus Südtirol auf der Karte. Zumeist handelt es sich jedoch um Weißweine oder um den auch bei unserem südlichen Nachbarn immer beliebteren Blauburgunder (Pinot Nero).

In Österreich tun sich Weine aus Südtirol wesentlich schwerer. Das hat zum einen mit dem „Weinwunder Österreich“ zu tun, das die Österreicher bei Rot- und Weißweinen zu heimischen Erzeugnissen greifen lassen. Zum anderen haben Südtiroler Weine bei uns ein Imageproblem, das aus den unseeligen „Kalterer See“-Zeiten herrührt.
Solche Vorurteile halten sich offensichtlich lange, vor allem wenn von Seiten der Südtiroler Weinwirtschaft nichts getan wird, um es zu ändern. An der Qualität der Weine kann die mangelnde Akzeptanz hierzulande jedenfalls nicht mehr liegen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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