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Systematische Zukunftsorientierung

06.07.2005

Der neue Fachverbandsvorsteher der Hotellerie, Dr. Klaus Ennemoser, über Schwerpunkte aus seinem Arbeitsprogramm: von der Sterne-Klassifizierung über Betriebswirtschaft bis hin zur Betriebsübergabe.

Interessenvertretung in der Wirtschaftskammer bedeutet zu einem Gutteil Lobbying für die Branche, von der und für die man gewählt wurde. Dr. Klaus Ennemoser, der neue Fachverbandsvorsteher der Hotellerie, bringt dafür zweifellos ausgezeichnete Voraussetzungen mit. Als Hotelier zeichnet er für ein Vier-Sterne-Hotel mit 160 Betten im Tiroler Leutasch  (Olympiaregion Seefeld) verantwortlich. Der Erfolg dieses „Sporthotel Xander“ basiert in hohem Ausmaß auf der Qualität seiner Mitarbeiter. Ein Gutteil seiner verfügbaren Zeit verbringt Ennemoser nämlich nicht im eigenen Betrieb, sondern in einem anderen touristischen Feld. Als etablierter touristischer Unternehmensberater steht er für nationale und internationale Projekte im Einsatz.
Aktivitäten für die Wirtschaftskammer sind ihm freilich schon bisher nicht fremd. So ist er seit 1980 Funktionär in der Wirtschaftskammer Tirol und war während der vergangenen Funktionsperiode Stellvertreter des Bundesspartenobmannes Hans Schenner.
Gewählt wurde Ennemoser letztlich einstimmig, ein Vertrauensvotum, das ihm sehr wichtig erscheint. „Ich bin in erster Linie sicher kein Parteifunktionär. Meine Aufgabe ist es, über die Parteigrenzen hinweg Sachpolitik im Interesse der österreichischen Hoteliers zu betreiben“, sagt Ennemoser.
Sterne über Grenzen
Eben dafür hat er sein Arbeitsprogramm entwickelt. Ein Schwerpunkt darin ist das Thema Sterne-Klassifizierung der Hotellerie. Ennemoser zeigt sich mit der kürzlich gefällten Entscheidung zufrieden, im Bereich der Vier-Sterne die Ergänzung Superior ins Leben zu rufen. „Es handelt sich um ein praktikables Instrument. Vor allem die Begleitmaßnahme einer anonymen Kontrolle, die in Zukunft auch bei den Fünf-Sterne-Hotels zum Einsatz kommt, ist ein richtiger und wichtiger Schritt“, meint der neue Fachverbandsobmann.
Sein zentrales Vorhaben im Bereich der Klassifizierung ist eine Koordination der Bewertungskriterien über die Grenzen hinweg. „Zumindest im deutschsprachigen Raum sollte mittelfristig ein einheitliches System entstehen“, meint Ennemoser.
Seine Aktivitäten als Berater kann und will der bundesweite Interessenvertreter der Hoteliers nicht verbergen. So steht auf seiner Agenda ganz oben das Thema Betriebsnachfolge und Betriebsübernahme. „Es betrifft Jahr für Jahr tausende Unternehmer und zehntausende Arbeitsplätze. Seit der Steuerreform 1999, als der Hälftesteuersatz wegfiel, ist eine Betriebsübernahme kaum noch finanzierbar“, kritisiert Ennemoser. Er verweist hier auf die
in Deutschland bestehende Rechtslage, wo ein Betrieb, der zehn Jahre nach der Übergabe inklusive Mitarbeiterstand weitergeführt wurde, für die Übergabe nicht steuerpflichtig ist und strebt für österreichische Unternehmer entsprechende Verbesserungen an.
Einheitlicher Kostenrahmen
Ein weiterer gewichtiger Schwerpunkt im Maßnahmenkatalog des nunmehr obersten Hotelvertreters widmet sich der Betriebswirtschaft. Sein Vorhaben: Die Schaffung eines einheitlichen Kontenrahmens für die Hotellerie mit einer klaren Zuordnung der Ausgabepositionen und letztlich der allgemeinen Verfügbarkeit eines betriebswirtschaftlichen Steuerinstruments. Mit diesem Vorhaben wendet sich Ennemoser freilich nicht nur an die Hoteliers selbst, sondern auch an deren Steuerberater und Software-Entwickler. „Bilanzen älter als 12 Monate fallen unter die Rubrik ‚Geschichtsforschung´. Soll heißen, die Blickrichtung der Beratung wendet sich nach hinten. Interessant wären für uns Hoteliers aber natürlich möglichst präzise Angaben über die nächsten 12 Monate. Und dazu möchte ich bei den Steuerberatern entsprechende Impulse setzen“, führt Ennemoser aus.
Die Zukunft der Branche steht auch bei einem weiteren Themenschwerpunkt im Focus. „Marktforschung wird in unserer Branche gelinde gesagt häufig stiefmütterlich behandelt. Gerade in einem sehr kompetitiven Käufermarkt ist eine professionelle Marktforschung eine wichtige Erfolgsbasis. Hier will ich entsprechende Maßnahmen fördern und thematisieren.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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