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Tabakgesetz findet Zustimmung

11.02.2011

Die market-Studie belegt, dass drei Viertel der Österreicher mit dem Nichtraucherschutz zufrieden sind, aber jeder dritte Raucher schränkt Lokalbesuche ein

Laut market-Studie wären 65 Prozent mit einem generellen Rauchverbot nicht einverstanden

Seit sechs Monaten ist das Nichtraucherschutzgesetz in den heimischen Gaststätten in Kraft; und eine aktuelle market-Studie im Auftrag des Fachverbandes Gastronomie in der WKO belegt, dass 74 Prozent der Österreicher mit den Maßnahmen zum Nichtraucherschutz zufrieden sind. Eine bessere Luftqualität aufgrund der getroffenen Maßnahmen ist 45 Prozent – vor allem Frauen – aufgefallen. Zwei Drittel der Bevölkerung ziehen den österreichischen Weg einem totalen Rauchverbot in der Gastronomie vor. Darüber hinaus hat sich das einhellige Nein gegen ein österreichisches oder europaweites Rauchverbot in der Bevölkerung weiter verstärkt. 65 Prozent der Österreicher wären mit einem generellen Rauchverbot nicht einverstanden.

Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer market-Institut, präsentierte die Studie: „Gegenüber unserer Untersuchung vor 18 Monaten haben sich einige spannende Trendverschiebungen dargestellt. Die Gastronomie hat den kalten Gegenwind der Wirtschaftskrise gespürt. Vor allem Raucher bleiben öfter zu Hause: Jeder dritte Raucher gibt an, den Gastronomiebesuch gegenüber dem Vorjahr eingeschränkt zu haben. Offensichtlich wirkt sich das Nichtraucherschutzgesetz auf die Frequenz der Lokalbesuche aus und führt zu Rückzugstendenzen bei Rauchern. Da deren Anteil insgesamt unverändert geblieben ist, wird vermutlich im privaten Bereich mehr geraucht. Das Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern hat sich durch das neue Gesetz signifikant verbessert.
Hier ist fast kein Spielraum nach oben mehr drinnen“, resümiert Beutelmeyer: „Nahezu drei Viertel (74 Prozent) der Bevölkerung finden das derzeitige Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern im eigenen Stammlokal zufriedenstellend bzw. eher zufriedenstellend – das sind um 11 Prozent mehr Zufriedene als im Jahr 2009.

Besonders erfreulich: Der Gastronomie ist es gelungen, das Miteinander für 50 Prozent der Gäste ganz zufriedenstellend zu gestalten – 2009 waren dies nur 31 Prozent. Der Prozentsatz derer, die überhaupt nicht zufrieden sind, hat sich von 21 auf sechs Prozent verringert – vor allem die Jüngeren äußern deutlich weniger Unzufriedenheit als noch im Vorjahr.“
Die Bevölkerung hat die Anstrengungen und Investitionen der heimischen Gastronomen wahrgenommen: 71 Prozent – egal ob Raucher oder Nichtraucher – haben die Raumtrennung, 61 Prozent die Kennzeichnung von Raucher- und Nichtraucherbereichen wahrgenommen. Jeder Fünfte hat ein verstärktes Angebot an Nichtraucherbetrieben bemerkt.
Weiters zeigt sich, dass Rauchverbote in der Gastronomie kein probates Mittel zur Raucherprävention sind, denn die Studie belegt auch, dass die Zahl der Raucher, seit der Einführung des Nichtraucherschutzes gestiegen ist. In der Altersgruppe der unter 30-jährigen gibt mehr als die Hälfte (52 Prozent) an, zumindest gelegentlich zu rauchen – dies ist eine signifikante Steigerung von elf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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