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Tabakgesetz trifft vor allem Wiener Gastronomie

11.02.2010

Wirtschaftskammer Wien. Die Umfrage der WK Wien ergab, dass in Wien weit mehr Gastronomiebetriebe wegen des Tabakgesetzes umbauen müssen als in den Bundeländern. Die geschätzten Umbaukosten liegen durchschnittlich bei 10.000 Euro. Darüber hinaus sind 70 Prozent der Gäste der Meinung, dass Rauchen zur Wirtshaus- und Beislkultur gehört.

Zum wiederholten Mal führte die Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien das sogenannte "Gastro-Barometer", eine Umfrage unter allen Wiener Gastronomiebetrieben und deren Gästen durch. Diesmal widmete sich die Umfrage dem aktuellen Thema "Rauchverbot in der Gastronomie". Ziel der Umfrage war eine repräsentative Darstellung der Situation der Wiener Gastronomen zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Sechs Monate vor Auslaufen der Übergangsfrist für Umbaumaßnahmen aufgrund des Tabakgesetzes. An der Umfrage, die im Jänner 2010 durchgeführt wurde, beteiligten sich 730 Gastronomen. In Wien gibt es 6.857 aktive Gastronomiebetriebe, somit nahmen rund 11 % aller Wiener Gastronomen an der Befragung teil.

Starke Tendenz zu Raucherlokalen

Etwas mehr als 25 Prozent der Betriebe, hochgerechnet 1.783 Lokale verfügen über einen Raum und haben weniger als 50 Quadratmeter. Diese Betriebe dürfen wählen, ob sie Nichtraucherlokal oder Raucherlokal sein möchten. In Wien haben sich 16 Prozent für ein Nichtraucherlokal und 84 Prozent für ein Raucherlokal entschieden und entsprechen somit den gesetzlichen Vorschriften. Rund 31 Prozent in Wien sind Einraumbetriebe mit mehr als 50 Quadratmeter (2.126 Lokale). Davon haben 83 Prozent (1.765 Lokale) bis dato keine räumliche Trennung vorgenommen. Wenn das so bleibt, werden sie ab 1. Juli 2010 ein reines Nichtraucherlokal sein.

Umbaukosten belasten Gastronomen

"Dass einige Lokale noch nicht umgebaut haben, ist ihr gutes Recht. Ein Großteil befindet sich noch in der Übergangsphase bis Juli, somit wird gegen keinerlei gesetzliche Vorschrift verstoßen. Wir respektieren das österreichische Tabakgesetz, erachten jedoch eine derzeitige flächendeckende Evaluierung vor Ablauf der Übergangsfrist als nicht sinnvoll. Das wäre so, als ob man einen Strafzettel fürs Schnellfahren bekommen würde, obwohl man noch gar nicht zu schnell gefahren ist", so KommR Ing. Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien. Ein springender Punkt in dieser Sache sind die Umbaukosten für die betroffenen Gastronomen. Die Umfrage ergab, dass sich die Umbaukosten auf durchschnittlich 10.000 Euro belaufen werden.

Gäste sprechen sich für das Rauchen aus

Die Investition in solch hohe Umbaukosten ist natürlich eine große Belastung für die betroffenen Unternehmer, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Dies ist nur ein Grund, warum so viele Gastronomen bisher noch nicht umgebaut haben. Viele Gastronomen warten mit den Umbauarbeiten auf die wärmeren Monate, in denen ein Umbau leichter verkraftbar ist. So kann doch zumindest ein Teil des Geschäftes in die Gast- und Schanigärten verlagert werden, während man im Inneren der Betriebe umbaut. Noch dazu, wo die Umfrageergebnisse klar ergeben haben, dass für 70 Prozent der Gäste Rauchen ein Teil der Wirtshaus- bzw. Beislkultur ist - was im krassen Gegensatz zu den Aussagen in diversen Internetplattformen steht. Dort wird der Ruf nach einem kompletten Rauchverbot ja immer lauter.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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