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Tagungsbranche: Von der Meeting- zur Meaning-Industrie

09.09.2021

Ein 300-Mio.-Schutzschirm hilft der Tagungsbranche. Doch es braucht eine komplette Neuerfindung.

V. l. n. r.: Gerhard Stübe, ACB; Elisabeth Köstinger, BMLRT; Lisa Weddig, ÖW

Die Kongress- und Tagungsbranche gehört zu den Hauptbetroffenen der Coronakrise. Anfang September haben Tourismusministerin Elisabeth Köstinger, Österreich-Werbung-Geschäftsführerin Lisa Weddig und Gerhard Stübe, Präsident des ACB & Geschäftsführer Kongresskultur Bregenz, die Situation der Branche bei einer gemeinsamen Pressekonferenz beleuchtet.

Tourismusministerin Köstinger verwies auf den enormen Wirtschaftsfaktor der Branche. Die Tagungsindustrie sorgt für rund zehn Prozent der touristischen Wertschöpfung. Damit die Branche wieder durchstarten kann, wurde ein Veranstalterschutzschirm in der Höhe von 300 Mio. Euro gespannt. 
„Er soll Anreiz und Sicherheit für die künftige Planung von Veranstaltungen geben und wird gut angenommen“, so Köstinger. Mit Ende August wurden bereits über 850 Anträge gestellt. Rund 121 Mio. Euro wurden bislang genehmigt. 
Trotz eines Minus von 74,5 % in der heimischen Tagungs- und Kongressbranche ist man mit dem Jahr 2020 nicht nur unzufrieden. „Unter anderem, weil wir zeigen konnten, dass wir uns rasch an wirklich schwierige Bedingungen anpassen können“, sagte Präsident Gerhard Stübe. Die heimische Meetingindustrie ist während der Pandemie nicht stillgestanden, sondern hat – in einem universitär begleiteten Prozess und im Rahmen der Branchentagung „ACB Convention4u“ – darüber nachgedacht, wie Covid, wie die Digitalisierung und wie die neuen Rahmenbedingungen die Branche verändern werden. „Wir müssen uns von einer Meeting-Industrie hin zu einer Mea­ning-Industrie bewegen“, so Stübe. 

Die ÖW investiert 2021 1,2 Mio. Euro in die Bewerbung des Tagungslandes Österreich. Neben einer breit angelegten Imagekampagne in Österreich und Deutschland geht es um die Entwicklung neuer Veranstaltungsformate und innovativer Tools, um die Branche in dieser herausfordernden Zeit zu unterstützen und den Restart des Tagungssektors zu beschleunigen. „Wichtig war es, schnell zu reagieren, neuartige Plattformen zu entwickeln. Mit dem Ziel, den Austausch innerhalb der Branche sowie die Pflege der internationalen Geschäftsbeziehungen aufrechtzuerhalten“, erklärte ÖW-Geschäftsführerin Lisa Weddig

Autor/in:
ute.fuith
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