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Tausende Gänse machen den Nationalpark in der kalten Jahreszeit zur Attraktion

12.12.2006

Alle Jahre wieder kann man in den Wintermonaten im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel ein einzigartiges Naturschauspiel erleben - den berühmten Gänsestrich. Gemeint ist damit der gemeinsame Aufbruch hunderter bis tausender Gänse, wenn sie frühmorgens vom nächtlichen Wasser-Schlafplatz der Lacken in Richtung Felder davon ziehen oder abends dahin zurückkehren. Wenn tausende Gänse in typischen Keilformationen und mit außergewöhnlicher Lautmalerei am Himmel vorüberziehen, kann ein grauer Wintertag zum unvergesslichen Erlebnis werden.

Sind es im Sommer ausschließlich die Graugänse (Anser anser), die sich im Nationalpark aufhalten, weil sie im Schilfgürtel des Neusiedler Sees und an den Lacken gebrütet haben und zu jener Zeit Junge führen oder im Gebiet mausern, kommen mit fortschreitender Jahreszeit auch andere Gänsearten, wie Saat- und Blässgans hinzu. Vereinzelt tauchen auch so seltene Arten wie Zwerg-, Rosthals- und Nonnengans auf. Wenn die Tage kürzer werden, sammeln sich mehr und mehr von ihnen an den Lacken. Die Felder und Wiesen rund um die seichten Gewässer bieten den Pflanzen fressenden Gänsen optimale Nahrungsbedingungen. Gestärkt von der ausgiebigen Mahlzeit, fliegen sie in einzelnen Gruppen bei Einbruch der Dunkelheit in Formation an die Schlafplätze zurück.

Durch monatliche Zählungen von Oktober bis März im österreichischen und ungarischen Teil des Nationalparks weiß man, dass mehrere tausend Individuen im Gebiet rasten beziehungsweise überwintern. Man darf gespannt sein, wann heuer das Maximum an Gänsen gezählt werden kann. Aufgrund der Witterungsbedingungen wurde es im Vorjahr mit über 48.000 Tieren schon im November erreicht, die überwiegende Mehrheit machten dabei die Blässgänse (Anser albifrons) aus. Im Volksmund werden sie zusammen mit den Saatgänsen (Anser fabalis) "Wintergänse" genannt, weil sie vielfach den Winter über im Gebiet verbringen. Während die heimischen Graugänse in strengen Wintern als erste das "Feld räumen" und in ihre nordafrikanischen Überwinterungsgebiete aufbrechen. Nur in milden Wintern bleiben kleinere Bestände in unseren Breiten zurück. Zur Zeit befinden sich etwa 30 000 Gänse, vor allem Blässgänse im Gebiet.

Für Interessierte bietet sich im Dezember die Möglichkeit, an den geführten Gänsestrichexkursionen teilzunehmen und alles Wissenswerte über Schutz- und Gefährdungsstatus sowie Zugrouten und Bestandsentwicklungen der Gänsearten im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel zu erfahren. Für Nationalparkbesucher, die den Gänsestrich gerne auf eigene Faust erleben wollen, empfiehlt es sich, die Lange Lacke oder die Mexiko Puszta (Ungarn) in den frühen Morgen- oder Abendstunden zu besuchen.

Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen des Nationalparks erhalten sie unter:
Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel
Informationszentrum
Hauswiese, A - 7142 Illmitz
Tel.: +43 (0)2175 / 3442, Fax: +43 (0)2175 / 3442-4
e-mail: info@nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at
www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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