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Teure Bohnen

11.02.2011

Rohkaffeepreis stieg im Jahresvergleich um fast 50 Prozent - und die Kaffeelagerbestände sind weltweit so niedrig wie nie zuvor

Die Rohkaffee-preise legten im November 2010 neuerlich deutlich zu

Auch im Spätherbst 2010 setzten die Rohkaffeepreise an den internationalen Börsen ihren Höhenflug fort: Der von der International Coffee Organization berechnete Durchschnittspreis für Rohkaffee stieg im November 2010 (Stand: 29. 11.) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um rund 50 Prozent auf 174,1 US-Cent/Pfund – das ist der höchste Wert des heurigen Jahres. Kurzzeitig explodierten die Preise sogar auf über 180 US-Cent/Pfund. Ungünstige Witterungsbedingungen sowie steigende Produktionskosten ließen die Ernteprognosen geringer ausfallen als erwartet und beunruhigten die Märkte. Vor allem hochwertige Arabica-Bohnen erzielten Rekordpreise: Mit Spitzenwerten von 255 US-Cent kostete ein Pfund kolumbianischer Hochland-Arabica im November 2010 viermal so viel wie 2002 (2002: 64,78 US-Cent/Pfund). Auch die Preise für Robusta-Bohnen zogen nun auf rund 90 US-Cent/Pfund an (November 2009: 69,48 US-Cent/Pfund).

Kaum Lagerbestände

Nach der von 128 auf 120 Mio Sack (á 60 kg) geschrumpften Ernte 2009 sind die Lagerbestände bei einem weltweiten Verbrauch von 130 Mio Sack auf einem historischen Tiefststand angelangt. Experten sprechen von einem Lagerbestand von nur 12 Mio Sack in den Export-Ländern, das entspricht etwa dem Welt-Kaffeeverbrauch von zwei Monaten. Mag. Gerald Steger, Vorsitzender der Geschäftsführung der café+co International Holding: „Auf Grund der geringen Lagerbestände  reagieren die Börsen sehr empfindlich auf Meldungen über mögliche witterungsbedingte Beeinträchtigungen für die Ernte 2011. Die 2010er Erntemeldungen liegen zwar mit ca. 135 Mio Sack auf Rekord-Niveau, haben bisher jedoch nicht die erhoffte Entspannung gebracht.“ Wegen dieser angespannten Marktsituation haben die brasilianischen Behörden angekündigt, Ende 2010 480.000 Sack Kaffee aus Regierungsbeständen zu versteigern (Brasilien konnte 2010 eine Rekordernte von mehr als 47 Mio. Sack verzeichnen).

Kaffee ist das Trendgetränk des 21. Jahrhunderts. Die Nachfrage in den Industrieländern ist kontinuierlich hoch, und auch Schwellenländer wie China, Indien oder die osteuropäischen Staaten kommen zunehmend auf den Kaffee-Geschmack. Durch vermehrt auftretende ungünstige Witterungsbedingungen infolge des Klimawandels konnte die Produktion jedoch nicht im gleichen Tempo Schritt halten, und in neu ausgesetzten Kaffeeplantagen kann erst ab dem vierten Jahr geerntet werden. Es wird also etwas dauern, bis die Produktion wieder voll an den Nachfrageboom angeglichen werden kann. Die diesjährigen Verknappungen wurden zusätzlich durch Spekulation verschärft.

Darüber hinaus steigt erfreulicherweise der Anteil von nachhaltig und fair produziertem Kaffee am Weltverbrauch kontinuierlich an. Dieser Trend schlägt sich allerdings in höheren Durchschnittspreisen nieder, da für unter fairen Bedingungen produzierten Kaffee, einschließlich der Kosten für entsprechende Kontrollen, höhere Preise erforderlich sind.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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