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Teurer Rauch

26.01.2010

Wirschaftsbund-Umfrage. 51 Prozent der Wiener Kaffeehausbesitzer fühlen sich durch das aktuelle Tabakgesetz in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Sollte es nämlich zu einerm EU-weiten generellen Rauchverbot in Gastronomiebetrieben kommen wären die teuren Umbauten für Raucherbereiche sinnlos - und damit doppelt teuer.

Bernd Querfeldt: "Mit der Renovierung sind, wie in der Vergangenheit, österreichsiche Handwerksbetriebe beauftragt."

Das Tabakgesetz, das noch bis 30. Juni 2010 seine Gültigkeit hat, bereitet sowohl der Bevölkerung als auch den Betrieben in seiner Umsetzung Kopfzerbrechen. Bernd Querfeld, Cafetier und Wirtschaftsbund-Obmann der Fachgruppe Kaffeehäuser Wien, hat daher im November 2009 eine Umfrage unter allen 1.900 Wiener Kaffeehausbesitzern durchgeführt. Mehr als 10 Prozent, insgesamt 200 Kaffeehausbetreiber, haben teilgenommen.

Keine Investitionen ohne Rechtssicherheit

Das überraschende Ergebnis ergab, dass 62 Prozent der Befragten die Vorschriften des aktuellen Tabakgesetzes im Sinne des Nichtraucherschutzes noch nicht umgesetzt haben. Die Kaffeesieder sind aufgrund der EU-weiten Diskussionen über ein generelles Rauchverbot in Gastrnomiebetrieben immer stärker verunsichert. Damit die hohen Kosten der Investitionen betriebswirtschaftlich Sinn machen, braucht es ein Rechssicherheit. Und die ist, da die Übergangsfrist mit Ende Juli diese Jahres enden soll, nicht gegeben. Deshalb sprechen sich auch 96, 5 Prozent der Befragten für eine Verlängerung der Übergangfrist des Tabakgesetzes und 95 Prozent würden eine diesbezüglich gemeinsame Aktion unterstützen.

Die Übergangsfrist soll verlängert werden

Bernd Querfeld, der selbst durch die Größe seiner eigenen Lokale kein Problem mit der Umsetzung hat, bringt es für viele seiner Wiener Kollegen auf den Punkt: "Unsere Umfrage spricht eine klare Sprache und ich würde mir vom österreichischen Gesetzgeber daher wünschen, dass bis zu einer Klärung, ob die EU ein generelles Rauchverbot in Gaststätten einführt oder nicht, die Übergangsfrist des Tabakgesetzes verlängert wird. Nur so kann man verhindern, dass Betriebe vom Gesetzgeber jetzt gezwungen werden, in Raucherräume zu investieren. Sollte ein EU-weites Rauchverbot kommen, dann haben österreichische Betriebe nämlich umsonst investiert. Die gesundheitspolitischen Argumente zählen auch für usn. Uns geht es in dieser Phase darum, wirtschaftlichen Schaden für Gastronomiebetriebe abzuwenden. Wir sind uns sicher, dass dies unsere Gäste genauso sehen".

Jetzt werden die Gäste befragt

Deshalb startet Bernd Querfeld mit dem Wirtschaftsbund die Wiener Kaffeehausgäste-Befragung, wo die Gäste innerhalb des nächsten Monats eingeladen werden mit ihrer Unterschrift, die "Initiative gegen die wirtschaftliche Benachteiligung von Kaffeehäusern aufgrund des aktuellen Tabakgesetzes" bei der Forderung nach einer Verlängerung der Übergangsfrist zu untersützen. Darüber hinaus fordert Bernd Querfeld von der Gemeinde eine neue Gehsteig-Verordnung, da nach derzeitigem Recht das Rauchen vor der Türe eigentlich ungesetzlich ist und die Erlaubnis von Schanigärten im Winter. In Berlin, wo in den Lokalen nicht geraucht werden darf, wären die Winter-Schanigärten, wo es Decken und Heizstrahler gibt, in der Nacht der absolute Publikumshit.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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