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Ti-Mi-Moo – Aller guten Dinge sind drei

30.07.2008

Die beiden Salzburger Tina und Michael Mooslechner haben in Rust am Neusiedlersee ihr Glück gefunden. Hier haben sie für sich, ihre drei Kinder und natürlich auch für ihre Gäste ein Paradies geschaffen. Text Wolfgang Schedelberger

U nsere Glückszahl ist die Drei, gibt Tina Mooslechner unumwunden zu. „Wir haben drei Kinder, drei Katzen, drei Betriebe, aber Gottseidank mehr als drei Gäste am Tag“, erklärt die sympathische Salzburgerin, die es gemeinsam mit ihrem Mann Michael vor knapp fünfzehn Jahren nach Rust am Neusiedler See verschlagen hat.

Bis 1993 hatte Michael Mooslechner in den besten Restaurants von Wien gekocht (Korso, Mattes, Palais Schwarzenberg, Palais Ferstl, Haas Haus, davor in München u. a. im Bayerischen Hof). Sie hat sich als Stylistin in der glitzernden Welt der Mode einen hervorragenden Namen gemacht und dabei die halbe Welt bereist. „Doch irgendwann hatten wir genug von der Großstadt und dem Promi-Getue in den Luxusrestaurants. Als ein ehemaliger Kollege von Michael ein winziges Lokal namens ‚Die Backstube‘ in Rust gepachtet und einen Partner gesucht hatte, haben wir spontan zugesagt“, erinnert sich die sympathische Gastronomin. Natürlich wollte Michael auch hier gut kochen, aber ohne importierte Luxusprodukte. Nach einem Jahr verabschiedete sich der Partner und Tina und Michael schupften die Backstube allein. Das Lokal haben die beiden übrigens noch heute, allerdings beherbergt es jetzt das „kleinste Hotel Österreichs“, Ti-Mi-Moo, das märchenhafte Hotelgeheimnis mit nur einer Suite. Diese zieht sich dafür über alle drei Stockwerke. So viel zu Betrieb Nummer eins.

Nach drei Jahren wurden sie vom Eigentümer des alteingesessenen Gasthauses Rusterhof (das 1535 urkundlich als das älteste Haus Rusts erwähnt wurde) gefragt, ob sie nicht wieder „richtig“ Gastronomie machen wollten. In Rust mittlerweile heimisch geworden, sagten die beiden zu und engagierten sich in einem zweiten Betrieb (die Backstube wurde als feines Imbisslokal weitergeführt). „In diesen drei Jahren habe ich beim Michael kochen gelernt. Es war eine wirklich harte Schule. Geschlafen haben wir quasi zwischen Kühlhaus und Bügelbrett, aber es war auch sehr schön, sich etwas Eigenes aufbauen zu können“, erinnert sich Tina Mooslechner. Es dauerte auch nicht lang, und der Rusterhof hatte zwei Hauben, obwohl die beiden ihre klare Küchenlinie von der Backstube beibehalten haben.
Damals lernten die Mooslechners auch die Winzerfamilie Feiler-Artinger kennen, mit denen sie bis heute eine tiefe Freundschaft verbindet. Das hat auch unser Leben als „Zuagraste“ erleichtert, denn in einem kleinen Ort wie Rust wird man als Ortsfremder anfänglich nicht so ohne weiteres akzeptiert.
Inge und Hans Feiler waren es auch, die sie auf das leerstehende, alte Bürgerhaus aufmerksam machten, das unmittelbar neben deren Familienhaus an der Hauptstraße liegt. „Das war zwar eine Ruine, hatte aber eine grundsolide Bausubstanz. Außerdem hatte sich bei uns auch privat etwas geändert. Ursprünglich wollte ich auf keinen Fall Kinder haben, doch jetzt schon. Sprich, wir wollten auch ein schönes Zuhause für unsere im Werden befindliche Familie schaffen“, erklärt Tina Mooslechner.
Den beiden gelang es schließlich, die fünf verschiedenen Miteigentümer des Bürgerhauses von einem Verkauf zu überzeugen, und so haben sie hier vor vier Jahren Betrieb Nummer drei eröffnet. Davor standen jedoch langwierige Umbauarbeiten, weil sie – wenn schon, denn schon – ein wirkliches Schmuckstück schaffen wollten.

Dass dieses Schmuckstück – das übrigens als Vier-Sterne-Superior-Hotel klassifiziert ist – trotz allen Luxus eine individuelle Handschrift trägt und menschliche Wärme ausstrahlt, liegt vor allem daran, dass Tina Mooslechner hier ihre überbordende Kreativität voll ausleben kann. Jede der zwölf Suiten ist individuell gestaltet und auch der gemeinsam genutzte Innenhof wirkt wie ein privates Paradies. Im Sommer sieht man hier die Chefin barfuß herumlaufen. Sie ist ganz in ihrem Element, wenn sie sich um die Gestaltung der Blumen, des Tischschmucks oder des Dekors kümmert. Ehemann Michael kümmert sich jetzt als Küchenchef des Bürgerhauses um die kulinarischen Highlights. Für den Rusterhof, wo jetzt traditionelle Wirtshausküche geboten wird, wurde ein Küchenchef eingestellt. Da Tina und Michael Mooslechner mittlerweile überregional einen guten Namen haben, ist auch außerhalb der Saison viel zu tun. Als edler Rahmen für Hochzeiten, Events und Seminare ist das Bürgerhaus ganzjährig gut besucht.
Und dann gibt es da noch eine TV-Serie namens „Der Winzerkönig“. Die hat sich als Tourismusmotor für ganz Rust erwiesen. Besonders viel Freude haben jedoch die Mooslechners damit. Schließlich wurde nicht nur im Bürgerhaus gedreht (wo die Protagonisten auch übernachteten), der Rusterhof, der in der Serie als Gasthof Stickler firmiert, ist Dreh- und Angelpunkt der Serie. Hier ist ein richtiggehender „Winzerkönig“-Tourismus zu spüren. Für echte Fans hat Tina Mooslechner ihre eigene Kollektion „Crown Juwel Collection – Im Reich des Winzerkönigs“ kreiert. Anfang Juli eröffnet die Geschäftspartnerin Elisabeth Jachs im Weinkeller des „Gasthof Stickler“ ihren eigenen Shop, wo Fans des Winzerkönigs diese Kostbarkeiten kaufen können. Neben Kreativität und einem G’spür fürs Schöne steckt in Tina Mooslechner eben auch eine gestandene Geschäftsfrau.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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