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Tinder für Gastro-Personal

25.10.2017

An Anfang stand die Suche dreier Studenten nach einem eigenen Job. Mittlerweile zählt „hokify“, die elektronische Lösung eines Oberösterreicher-Trios, zu den erfolgreichsten Bewerbungs-Apps des Landes

Andreas Flatscher vom Wiener Steakhouse „Flatscher’s“ nutzt „hokify“.

Grieskirchen, Unterach und Eggendorf sind ihre Heimatorte, doch wie so oft trifft man sich erst in Wien beim Studium. ­Daniel ­Laiminger, Karl Edlbauer und Simon Tretter lernten einander an der WU kennen – und Tretter entwirft als Programmierer die Antwort auf ein gemeinsames Problem der angehenden Akademiker: „Die Job-Plattformen waren viel zu komplizert, man wurde weiterverlinkt und mußte alles doppelt eingeben“, so Daniel Laiminger. „hokify“, wie das gemeinsame Unternehmen heute heißt, entwickelte daher den „Jobswiper“, bei dem ein einmal hinterlegtes Bewerber-Profil mit einem Wischer auf dem Handy-Display verschickt wird. „Allerdings bewarben sich die Nutzer bei zu vielen Firmen“, also musste man Filter entwickeln. Doch genau mit diesen begann das Wachstum. Aus einer Plattform für die Absolventen-Vermittlung wurde die zweitstärkste App nach der des AMS.

Denn per Chatbot, einem Dialogfeld, in das Antworten getippt werden müssen, steuern Gastronomen den Bewerberpool ohne viel Zeitverlust und leere Kilometer. „Für die großen Firmen gab es immer Lösungen, aber eben nicht für das Wirtshaus ums Eck“, erklärt sich Laiminger den großen Erfolg des 2015 gegründeten Unternehmens bei Hoteliers und Gastronomen. Bewerben sich etwa Kellner mit mangelnder Erfahrung, hinterfragt bereits die App das Interesse, Ähnliches gilt bei zu weit entfernt wohnenden Kandidaten. Zusätzlich wird der Dialog mit einer Absage des Gasthauses beendet, die eigentliche Mailadresse ist für Bewerber uneinsehbar. Gehaltsvorstellungen und Beginn einer möglichen Anstellung werden per Menü eingegeben. Einer der Nutzer der 59 Euro (für eine Job-Suche bzw. einen Monat) teuren App ist Andreas Flatscher vom Wiener Steakhouse „Flatscher’s“. Er fasst die Vorteile prägnant zusammen: „Das ist wie Tinder für die Gas­tronomie, mit einem Wisch machst du Bewerbertermine aus oder sagst ab.“

„Hocknfinder“ 

Der Name hat ganz bodenständige Wurzeln in Oberösterreich. „Wir wollten eine Hockn finden“, erinnert sich Laiminger an die Zeit vor dem Start-up. Und ein wenig von diesem Spirit zieht sich auch durch die Aktionen rund um die App. Praktikanten-Suchen etwa sind für Wirte kostenlos („hier wollen wir eine Community aufbauen“) und mit Flatscher wurde gemeinsam ein Test-Tag durchgeführt, bei dem sich Studenten in der Gastronomie „ausprobieren“ konnten. Seit heuer profitabel passt „hokify“ – mit karriere.at als Investor – auch seine Personalsuche an. „Lehrlinge erreicht man heute nicht mehr über Facebook“, plaudert Geschäftsführer Laiminger aus der Schule, „aber dafür über Instagram und YouTube.“ Also bewirbt man die Gastrojobs gezielt dort. Längst ist man auf der Suche nach Arbeitskräften nicht nur in Österreich aktiv. „Seit zwei Wochen schalten wir Kampagnen in Ungarn, Tschechien, Slowakei und Slowenien.“ Erste Zahlen sähen gut aus, so Laiminger. Und das „Hocknfinden“ wird man den Nicht-Oberösterreichern schon übersetzen. 
www.hokify.at

Autor/in:
Roland Graf
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