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Tipps für Ihre Bierkarte: Es muss nicht immer leicht sein

09.05.2016

Gutes Bier regt zum Weitertrinken an und definiert sich nicht über den Alkoholgehalt. Außergewöhnliche Biere und Alternativen zum Maibock – für Einsteiger, Kenner und Mutige.

 

– ENTRY LEVEL –

 

FORSTNER – Blond Ale:

Aus der steirischen Kleinbrauerei Forstner, in der schon seit mehr als 15 Jahren handgebrautes Bier hergestellt wird, noch lange bevor es „Craftbier“ hieß, kommt ein Blond Ale. Und handgebraut ist hier wörtlich zu nehmen. Brauerin Elfriede Forstner führt seit 2014 die Brauerei, bei der keiner der Herstellungsschritte automatisiert ist. Langweiliges Einheitsbier sucht man im Sortiment jedenfalls vergebens. Ein tief naturtrübes blond-gelbes Bier mit schneeweißem Schaum riecht schon herrlich zitrusfruchtig nach Orange. Schlank malzig und sehr sanft süßlich beginnt der Eindruck beim Trinken. Fruchtige Aromen von Zitrone und Orange, bittere Zitronenschalen-Noten. Sehr schlanker Körper und eine spritzige, erfrischende Kohlensäure. Im sehr trockenen Ende dann auch angenehme Bitterhopfeneinflüsse.

 

BREWDOG – Punk IPA:

Die schottische Brauerei „Brewdog“ dürfte inzwischen zu den größten Brauereien im europäischen Craft-Bier-Segment zählen. Und immer noch verstehen es die Punks der Bierszene mit innovativen Bieren oder außergewöhnlichen Aktionen ihre weltweiten Anhänger zu begeistern. Brewdog ist mit ein Beweis dafür, dass sich „Craftbier“ und Größe nicht ausschließen. Das Punk IPA ist so etwas wie der Klassiker im Sortiment. Aromatisch sehr typische Grapefruit, tropische Noten von der Papaya und kräftige, frische, sanft blumige Hopfennoten. Im Antrunk sehr hopfendominiert, dennoch gut mit malzigen Einflüssen ausbalanciert. Ein mittlerer Körper und eher zurückhaltende Kohlensäure. Schnelles, nur kurz bitteres Finish mit zitrusfruchtiger Limette.

 

BIEROL – Padawan

Drei Freunde, welche die Brauanlage in der elterlichen Gasthausbrauerei für ihre eigenen Sude verwenden und mit den gebrauten Ergebnissen innerhalb kürzester Zeit einen Siegeszug von Tirol in den Rest der Republik angetreten sind: Das ist in einem Satz die Geschichte von Bierol. Der „Padawan“ ist dabei quasi die bierige Episode vier der Schwoicher. Ein Pale Ale mit 5,5 Vol%, das schon im Aroma einen intensiven Fruchtcocktail von Mango, Pfirsich und Ananas mit einem Hauch von Kräutern mitbringt. Nach dem ersten Schluck finden sich diese intensiven tropischen Früchte auch geschmacklich, von einer feinen Süße begleitet, wieder. Schlank im Körper, vollmundig und eine nicht zu intensive Kohlensäure. Mit einer angenehmen Malznote klingt dieses Bier aus.

 

– ADVANCED LEVEL –

 

LONCIUM – Austrian Amber Lager

Zwei Kärntner Quereinsteiger, deren Brauerkarriere an Omas Kochtopf begann, haben mit „Loncium“ eine der bekanntesten Kleinbrauereien Österreichs. Ihre Bekanntheit haben sie neben ihren exzellenten Bieren auch den regelmäßigen Teilnahmen an Wettbewerben zu verdanken. Das Austrian Amber Lager bringt neben 5,5 Vol% schon nach dem Einschenken ins Glas Karamellnoten mit begleitenden malzig-süßen Aromen in die Nase. Genauso malzaromatisch, ebenfalls mit süßlichem Karamell und gepaart mit Röstaromen, startet es geschmacklich. Kräftig, aber dennoch mild mit leichter Süße und komplexer Textur. Im Mittelteil leicht fruchtig und mit einer intensiven Kohlensäure. Im Nachtrunk eine leichte feinherbe bittere Note, die malzigen Aromen lassen sich aber nicht wirklich verdrängen. Sehr rund und ausgewogen.

 

STIFT ENGELSZELL – Gregorius

Mit dem Gregorius kommt aus Österreichs einziger Trappistenbrauerei (und einer von nur elf weltweit existierenden) ein Belgisches Tripel. Um Trappistenbiere rankt sich ein besonderer Mythos, Fakt ist aber, dass die meisten dieser Biere zu den stärkeren gehören. Mit knapp über 10 Vol% macht dieses hier auch keine Ausnahme. Schon vor dem ersten Schluck verwöhnen Kräuter- und Lakritz-Aromen sowie Noten reifer Früchte. Der Gaumen bekommt es mit kräftigem Malz sowie Kaffee- und Röstaromen zu tun. Dunkle Trockenfrüchte im Hintergrund. Ein kräftiger Körper und süßliche Honigtöne entwickeln sich, daneben stellt sich ein leicht öliges Mundgefühl bei gleichzeitig kräftiger Kohlensäure ein. Mit Bitterschokoaromen, süßlichen Noten und einem alkoholisch wärmenden Eindruck klingt dieses Bier aus.

 

STEAMWORKS – White Angel IPA

Ein Enkel Wiener Auswanderer braut heute in Vancouver an der nordamerikanischen Westküste Bier. Seit ein paar Monaten hat der Kontakt zu seinem hier lebenden Cousin dazu geführt, dass von diesem seine genialen Bierkreationen mit österreichischen Wurzeln nach Europa exportiert werden. Mit 6,9 Vol% Alkohol ist der weiße Engel für ein IPA durchaus noch moderat. In der Nase Zitrusnoten, Orangeschale und Koriander, kräuterig-grasige Noten. Eine von Anfang an intensive Bittere wird von fruchtigen Aromen abgefangen. Sehr vollmundig. Mit feiner kräftiger Kohlensäure sehr erfrischend. Ein mittlerer Körper um getreidige Weizentöne und fruchtige Noten belgischer Hefe. Im Finish etwas hefig mit Nelke und Koriander sowie nach wie vor Weizen. Die Bittere bleibt bis zum Ende erhalten.

 

– CONNAISSEUR LEVEL –

 

BEVOG – Rudeen

Die Brauerei BEVOG aus dem südsteirischen Bad Radkersburg ist auch optisch ein echtes Schmuckstück. Moderne Architektur beheimatet hier ebenso moderne Biere. Aus diesem Brauhaus kommen kreative Biere mit ebenso kreativen Etiketten. Mit dem Rudeen, einem Cascadian Dark, auch ein Bierstil, der in Österreich noch nicht zum Alltag gehört. Dunkelbraunes bis schwarzes Bier unter einer cremigen, haselnussfarbenen Schaumdecke mit vielfältigen Hopfenaromen, Schokoladen- und Kaffeenoten sowie einer leichten Zitrusnote. Beim Trinken fällt anfänglich eine intensive Süße auf, die sofort durch eine intensive Bittere ersetzt wird. Nach wie vor intensive röstmalzige Noten, Kaffee und Schokolade, im Hintergrund ein sanfter holziger Eindruck. Mittlerer Körper mit öliger Textur an Zunge und Gaumen. Die Kohlensäure eher zurückhaltend. Im lang ausklingenden Ende eine anhaltende Bittere, Röstmalznoten, etwas säuerliche Zitrusfrucht.

 

BREW AGE – Nussknacker

Noch nicht zwei Jahre alt und schon eine Erfolgsgeschichte: Brew Age aus Wien, die seit 2014 als Wanderbrauer – mit ziemlich festem Braustandort im Gusswerk bei Salzburg – die österreichische Bierszene beleben. Der Nussknacker entstand in Zusammenarbeit mit Schwarzbräu. Auf Anhieb gewann er die Publikumswahl beim Craft Bier Fest 2014. Ein 10 Vol% Barley Wine mit leicht likörartigem, malzig-süßem Aroma und dunklen Trockenfrüchten. Im Trunk sehr voll im Geschmack. Wieder getrocknete Früchte, Pflaumen, Rosinen, Pfirsich, etwas Honigsüße. Nussige Töne neben zitrusfruchtigsauren Einflüssen. Gewaltiger Körper, leicht ölig im Mund bei intensiver Kohlensäure. Die Süße nimmt im Finish etwas zu und bringt leichte kräuterige Eindrücke mit. Eine wärmende weiche Alkoholnote rundet dieses komplexe Bier ab.

 

SCHNEIDER WEISSE – Aventinus

Von Georg Schneider VI. wird in sechster Generation die älteste Weißbierbrauerei Bayerns geführt. Vom Aventinus Weißbierdoppelbock gibt es seit vielen Jahren schon eine Eisbock-Variante mit gefährlichen 12 Vol%. Die Schwere dieses Bieres kündigt sich schon süß und fruchtig mit Aromen von Trockenpflaumen, Rosinen, etwas Banane und Karamellnoten an. Schon der erste Schluck bestätigt diesen Eindruck. Sehr süß, leicht brotig, fruchtig mit Trockenpflaumen und Karamell bestimmen neben Nelken- und Weizennoten den ersten Eindruck. Der Alkohol ist gut eingebaut, aber spürbar. Ein voller Körper und leicht öliges, fast sirupartiges Mundgefühl. Für einen Eisbock erstaunlich lebhafte Kohlensäure. Mit alkoholischer Wärme, öliger Textur auf der Zunge und einer kräftigen Süße klingt dieses Bier aus.

 

Text und Fotos von Martin Voigt, www.probier.at

 

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