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Tirol gegen Airbnb

11.02.2019

Jetzt kündigt auch das Land Tirol eine gesetzliche Registrierungspflicht für Sharing-Angebote an.

Die Vermietung privater Zimmer und Wohnung darf nicht länger am Staat und den Finanzbehörden vorbeilaufen. Deshalb hat der Tiroler Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter angekündigt, noch im Frühjahr eine gesetzliche Registrierungspflicht einzuführen. Andere fordern in Tirol sogar weitergehende Maßnahmen. Der Obmann der Tiroler Hotellerie Mario Gerber plädiert für eine bundesweite Lösung und kann sich bei einem Scheitern sogar ein Verbot von Airbnb vorstellen. Der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi forciert eine zeitlich und örtlich beschränkte Vermietung. Die gesetzliche Regelung soll im Rahmen des Tiroler Aufenthaltsabgabegesetzes erfolgen.

Regelung betrifft alle Beherbergungsbetriebe

Konkret sieht die Tiroler Lösung für alle Formen der Beherbergung zu touristischen Zwecken eine Meldepflicht bei der Gemeinde als Meldebehörde samt Kundmachung dieser Registrierung mittels Plakette im Eingangsbereich der Unterkunftseinheit vor. Bei Nichtvorliegen der Registrierung wird das Beherbergen von touristischen Nächtigungsgästen sanktioniert. So sind sämtliche Vermieter bekannt und können sich ihrer Abgabenpflicht nicht entziehen, hofft die Landesregierung. Die Maßnahme betrifft alle touristischen Betriebe: die Hotellerie, Campingplätze, Urlaub am Bauernhof, Ferienwohnungen und eben auch privaten Wohnraum. Laut internen Schätzungen wären davon rund 22.000 Beherbergungsbetriebe in Tirol und Hunderte Wohnungen betroffen. Damit hätte man dann gleiche Bedingungen für alle – eine Forderung, die die Branche schon lange stellt.

Bundesweite Regelung gefordert

Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Obfrau des Fachverbandes der Hotellerie, Susanne Kraus-Winkler, haben sich erneut für eine bundeseinheitliche Regelung ausgesprochen, weil man die Probleme mit Airbnb&Co nur durch eine solcheLösung in den Griff bekommen könne. Wie sich an den Beispielen Wien und Paris zeige, funktionieren regionale Lösungen nur bedingt und die Buchungsplattformen nutzten geschickt alle sich bietenden Schlupflöcher, um illegale Anbieter nicht den Behörden preisgeben zu müssen.

„Der Bundesregierung liegt ein Vorschlag der ÖHV für einen Gesetzesentwurf vor. Er bietet den Vermietern Rechtssicherheit, der öffentlichen Hand Einnahmen und den Überblick über einen Markt, der immer stärker ausufert", sagt ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer. Laut einer österreichweiten Befragung von MindTake halten schon 40% der Österreicher die Sharing Economy für attraktiv: „Dieser vollkommen unregulierte Markt wächst vor unseren Augen in einem Ausmaß, wo man als Verantwortungsträger nicht mehr wegschauen kann“, so Reitterer. 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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