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Tirol Spezial: Es lebe die Tourismusregion

16.09.2005

Der Strukturwandel der Tiroler Tourismusregionen steht kurz vor dem Abschluss und eröffnet neue Vermarktungsperspektiven.

Der 1. Jänner 2006 ist für den Tiroler Tourismus ein geradezu historischer Tag. Der genau neun Jahre zuvor eingeleitete Konzentrationsprozess der Tiroler Tourismusverbände geht mit diesem Datum nämlich in seine absolute Endphase. 254 Tourismusverbände sind während dieser Zeit zu nunmehr gerade noch 40 verschmolzen. Mit dieser Schwelle ist allerdings noch nicht Schluss. Bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2008 plant der für den Tiroler Tourismus auch ressortmäßig zuständige Landeshauptmann Herwig van Staa eine weitere Reduktion auf 25 bis 30 Tourismusregionen.

Umbruch für Vermarktung
Verbunden damit ist die Vermarktung des Tiroler Tourismus zur Gänze weg von der Ortsebene auf eine regionale Ebene umgestellt. „Ergänzend dazu wurde ein eigenes Regionengesetz geschaffen, und das Tourismusgesetz wird auf die neuen Anforderungen hin aufgearbeitet“, erläutert Dr. Gerhard Föger, als Vorstand im Amt der Landesregierung für Tourismus eine treibende Kraft für diesen umfassenden strukturellen Umbau.
Im Tourismusgesetz werden rund 30 relevante Punkte so definiert, dass ein funktionsfähiger Stufenbau für die Tiroler Tourismusvermarktung entsteht. Ganz oben steht die Tirol Werbung, darunter folgen ein regionales Dachmarketing, die Regionen und letztlich die Orte, damit „kein Quadratmeter Tiroler Boden ohne professionelle Vermarktung“ übrig bleibt, wie es Föger schon während der Planungsphase mehrfach formuliert hat.
Weit reichende Konsequenzen gibt es auch für die handelnden Personen im Tourismus. „Mit dem Sturkturwandel wollen wir auch das Berufsbild des Tourismusmanagers aufwerten. Die Tourismusregionen sind als Kapitalgesellschaften organisiert, die wiederum mit einem erklecklichen Budgetvolumina ausgestattet sind. So verfügt eine Region wie der Raum Innsbruck mit einem Jahresbudget von rd. 12 Mio. E über fast gleich viel Mittel wie die Tirol Werbung.
Den best möglichen Einsatz der Gelder verantworten die jeweiligen Tourismusmanager als Geschäftsführer. Den früher auch operativ bestimmenden Funktionären kommt in der jetzigen Struktur die Aufgabe der Kontrolle zu.

Budget wächst
Die Konzentration der Tourismusverbände zeitigt auch für das verfügbare Budget positive Auswirkungen. Stand vor Beginn des Strukturprozesses für den Tiroler Tourismus eine Mrd. ATS zur Verfügung, so sind es heute rund 100 Mio. E, also rund 37 Prozent mehr.
Finanzierungsinstrumente ist dabei die Orts- bzw. Kurtaxe, aus der dem Tourismus ca. 36 Mio. E zufließen, sowie die Pflichtbeiträge der Unternehmer, aus denen aktuell 57 Mio. E kommen. „Dieser Pflichtbeitrag orientiert sich am Umsatz sowie am Naheverhältnis des jeweiligen Unternehmers zum Tourismus. Den zu bezahlenden Promillesatz können die Tourismusregionen individuell festlegen.
Ergänzend dazu ist die Tirol Werbung mit 8,5 Mio. E unmittelbar aus dem Landesbudget und weiteren 4,5 Mio. E aus dem Tourismusförderungsfonds dotiert.

Synergien mit Tirol Werbung
Die budgetären Möglichkeiten, die durch die Schaffung der Tourismusregionen entstanden sind, ziehen auch eine Veränderung im Verhältnis der Regionen zur Tirol Werbung nach sich. „Es ist sicher ein wichtige Aufgabe, die Funktion der Tirol Werbung im Verhältnis zu den Regionen-Maßnahmen klar zu bestimmen. Hier stehen noch Maßnahmen zu einer Integration an, um Reibungsverluste am Markt zu verhindern“, erläutert Föger.
Seiner Ansicht nach stehen die Regionen vor allem vor der Herausforderung, über das Marketing hinaus im Verkauf und Vertrieb ihrer touristischen Angebote aktiv zu werden. Die Stadt Innsbruck, die eine eigene Reservierungsgesellschaft gegründet hat, sei hier ein wegweisendes Beispiel.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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