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Tiroler Kaffeekunst

24.09.2009

Mit vier perfekt gebrühten Espressi kürte sich Cem Korkmaz, Betreiber der AZW Kantine in Innsbruck, zum ersten Tiroler Baristameister Von Irene Stelzmüller

Kaffee-Experte Goran Huber (Mitte) organisierte im Rahmen der fafga09 die Tiroler Baristameisterschaften, die Cem Korkmaz knapp vor Jürgen Stoxreiter, barista im DEZ Innsbruck, gewann

Spannender hätte die Premiere der ersten Tiroler Baristameisterschaften nicht sein können. Innerhalb von 15 Minuten mussten die sechs Teilnehmer je vier identische Espressi, vier Capuccini und eine Eigenkreation zubereiten. Die Sensorikjury bewertete im Anschluss das Servieren und den Geschmack der Kaffeekreationen.
449 Punkte erkämpften gleich zwei Baristi. Ex- aequo-Plätze sind aber nicht vorgesehen; und da der Espresso die Basis aller Kaffeegetränke ist, wurde die Punktezahl der Sensorikjury für die vier Espressi herangezogen, um einen Sieger zu finden. Die besseren vier Espressi brühte Cem Korkmaz, Betreiber der AZW Kantine, einem Ausbildungszentrum für medizinisch technische Berufe in Innsbruck. Seine erste öffentliche Kaffeeshow begann er mit der Vorbereitung für seine Eigenkreation, einen Café Maron.
In heißer Milch löste er Maronipüree auf. Umgerührt wurde mit einem Teesieb, das Zimt, Nelken und Vanilleschoten enthielt. Währenddessen bereitete er vier Espressi zu, deren Basis 18 Minuten gerösteter Arabica aus Süd- und Mittelamerika mit einer zarten Note von Maroni und dunkler Schokolade war. Seine Cappuccini servierte er traditionell ohne Latte Art. Inzwischen kochte das Maroni-Milch-Gemisch, das gemixt wurde, in Gläser gefüllt und mit einem Espresso-Shot übergossen. Schließlich mit Milchschaum verziert, mit Zimt bestreut und das Glas mit einer Physalis verziert. Eine Trinkanleitung für die Jury lieferte er mit: Umrühren mit der Zimtstange und dann genießen. Cem Korkmaz nahm erstmals an einem Baristawettbewerb teil – und bei ihm spürte man die Liebe zum Kaffee. Einfach gesagt: Bei ihm trinkt das Auge mit. Er durfte sich über ein Preisgeld von 800,– Euro freuen.

Jürgen Stoxreiter, seit drei Jahren Barista im DEZ Innsbruck, bereitete zuerst vier Cappuccini zu. Seine aus Singleröstungen bestehende Kaffeemischung beinhaltete Arabica aus Guatemala und Kenya mit leichter Fruchtnote; brasilianischer Santos rundete die Mischung ab, die für eine stabile Crema sorgte. Die Basis seiner Eigenkreation waren Kokos- und Pistaziensirup, darauf goss er schockgekühlten Espresso und verzierte diesen mit einer warmen Milchschaumhaube.
Er musste sich nur knapp Cem Korkmaz geschlagen geben und belegte mit nur 0,5 Punkten Rückstand den zweiten Platz. Der dritte Platz ging an eine Dame, die anmerkte: „Mein Vorteil ist, dass niemand sieht, wenn ich rot werde.“ Martha Hiliyai arbeitet in Ralf´s Café in Innsbruck. Für den Espresso verwendete sie eine Mischung aus Südamerika, die 95 Prozent Arabica und fünf Prozent Robusta bestand, mit der sie auch in Ralf´s Café den Espresso zubereitet. Ihre Eigenkreation ohne Namen bestand aus Mangomousse, Milchschaum versetzt mit flüssigem Zimt, und darüber gab sie den Espresso.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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